Rückblick: EFA-Der Energiewendekongress in Pfaffenhofen vom 11. - 18.Oktober´15

 
Frau Bulling-Schröter sprach sich auch gegen den Trassenbau aus.
Eine Woche lang hatte es in Pfaffenhofen Vorträge, Networking und Exkursionen für Bürger, Unternehmen und Kommunen zu versch. Energiethemen gegeben. Als ich davon laß, war ich sofort begeistert und wollte zumindest zur Abschlußveranstaltung, der politischen Podiumsdiskussion zum Thema "Energie neu denken" teilnehmen.

Die Zusammensetzung der Diskutanten versprach eine hochkarätige Runde. Mit von der Partie waren: Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, MdB (Grüne), Florian Post, energiepolitischer Sprecher der Landesgruppe, MdB (SPD), Eva Bulling-Schröter, energie- und klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, MdB (Linke), Anton Kreitmair , Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz, MdL (CSU) und Bezirkspräsident Bayerischer Bauern Verband, Hans-Josef Fell, Präsident Energy Watch Group, Nikolaus Kraus, stellvertr. energiepolitischer Sprecher, MdL (FW) und Dr. Thomas Banning, Vorstandsvorsitzender BBEn und Naturstrom AG.

Eigentlich hatte ich eine interessante Diskussionsrunde mit den anwesenden Bürgern erwartet-schließlich ging die Veranstaltung von der Bürgerenergiegenossenschaft aus. Doch da hatte ich mich getäuscht. Meinungen des gemeinen Volkes, waren bei dieser Veranstaltung nicht wirklich erwünscht und vorgesehen. Die einzelnen Vertreter taten ihre Meinungen mehr oder weniger kund, beschuldigten die Anderen am Scheitern, glänzten mit Unwissenheit und legten wieder kein klares Konzept auf den Tisch.

Herr Post hielt Märchenstunde zum Thema Stromtrassen, indem er vom Windstrom aus dem Norden in den Süden sprach. Herr Fell hatte sehr viele interessante Informationen, glaubte aber immer noch fest daran, daß die Erdverkabelung für grünen Ökostrom in ganz Europa sorgen wird und ohne größere Eingriffe in die Natur umzusetzen sei. Die Angaben vom Netzbetreiber Amprion, auch über die finanziellen Auswirkungen, tat er als falsch ab. Herr Janecek wetterte gegen die Bürgerinitiativen und stellte sie als "gegen Alles" hin.

1. sei gesagt: Ohne die Bürgerinitiativen gegen unnötige Monstertrassen, hätte es niemals solch eine Diskussion über die Energiewende gegeben

2. Die BI´s setzten sich vor Ort für eine möglichst dezentrale, bürgerfreundliche Energiewende ein und gehen mit gutem Beispiel voran.

3. Das Märchen vom Ökowindstrom aus dem Norden für den armen Süden ist längst obsolet-siehe JahresStromexportbilanz von Deutschland. Trotz Abschaltung von AKW´s wie z.B. Grafenrheinfeld haben wir schon jetzt wieder ein neues Spitzenexportergebnis im Gegensatz zum Vorjahr.

4. Problem ist nicht zu wenig Strom, sondern zuviel und nicht gleichmäßig verteilt über 24 Stunden. Daher gibt es nur eine einzige Lösung, wenn die Bundesregierung wirklich einmal auf 100% regenereative Energien umstellen will: Speicher-sowohl Lang-als auch Kurzzeitspeicher.

5. Stromtrassen dienen nur dem Verkauf von Kohlestrom ins Ausland und sind für den europäischen Strombinnenmarkt vorgesehen. Welcher Strom dann durch diese Leitungen fließt, ist jedem Land selber überlassen. Bezahlen dürfen diesen Unsinn die Bürger und kleinen/mittleren Unternehmen. Dies behindert die Bürgerenergiewende vor Ort!

6. Über wichtige Themen wie Power to Gas, Elektromobilität, LOHC, Biogasanlagen, Wärmewende und Anreize zum Energiesparen/Energieausbau wurde nicht diskutiert.

7. Amprion schreibt auf seiner Seite: "Eine Erdkabeltrasse kann je nach
Übertragungsleistung eine Breite von bis zu 25 Metern haben, während der Arbeiten beträgt die Baubedarfsfläche sogar über 40 Meter. Die einzelnen Teilstücke eines Erdkabels an Land haben eine Länge von ca. einem Kilometer, in Einzelfällen auch etwas mehr. Diese werden auf Kabeltrommeln geliefert, die einen Durchmesser von über vier Metern und ein Gewicht von über 50 Tonnen haben können. Um diese Stücke miteinander zu verbinden, kommen sogenannte Muffen zum Einsatz. Zusätzlich werden für die Verbindung von Erdkabeln mit den Freileitungen Kabelübergabestationen gebraucht. Sie sehen wie kleine Umspannwerke aus und nehmen in der Regel die Grundfläche eines Fußballfeldes ein." In Ulm sagte die Bundesnetzagentur, daß noch nicht geklärt wäre wie schnell und in welchem Umfang erdverkabelte, landwirtschaftliche Anbauflächen wieder genutzt werden könnten. Eine 100% ige Erdverkabelung ist technisch nicht möglich.

8. Die Trassen dienen nicht der Versorgungssicherheit, daher wurde bis jetzt auch nie eine Bedarfsrechnung vorgelegt. Auch Frau Aigner betonte auf dem EnergieGipfel in Ulm, daß keiner sich Sorgen machen müsse, wenn die Trassen bis zur Abschaltung der deutschen AKW´s nicht fertig würden. Die Thüringer Strombrücke spielt dabei eine wichtige Rolle.

9. Bürgerenergiegenossenschaften und der rasche Zubau weiterer regenerativer Energieerzeuger sind durch behindernde Gesetze in großer Gefahr-da stellt sich die Frage, wie ernst es der Politik wirklich mit der Bürgerenergiewende ist, oder soll es etwa eine Lobbyenergiewende werden?

Der Schlußsatz der Veranstaltung war:
Es bleibt zu hoffen, daß die heutigen Aussagen keine Sonntagsreden waren.

Dem kann ich mich nur anschließen!
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