Megastromtrassen-Rückblick 2014

Nürnberger Stromtrassendemo: unsere 1. Aktion der neu gegründeten BI Megatrasse-VG-Nordendorf
 
Informationsveranstaltung in Nordendorf-alle haben zusammen geholfen, um diese Veranstaltung möglich zu machen.Auch zu Sehen: Mastenmodell mit Größenvergleich Kirche Nordendorf und Einfamilienhaus
 
Erwin und Armin wurden nach ihrer 450 km langen Trassenwanderung von uns in Ellgau empfangen.
Wer hätte damals, am 25.04.13 von den anwesenden Entscheidungsträgern gedacht, die im Bundestag zum beschleunigten Trassenausbaugesetz ihre Hand erhoben hatten, daß dies solch eine Welle des Widerstandes auslösen würde. Auch mein Lebensgefährte und ich hätten uns niemals träumen lassen, daß wir einmal an einer Demo teilnehmen oder gar eine Bürgerinitiative gründen würden. Bisher waren wir brav unserer Arbeit nachgegangen und hatten uns mehr oder weniger auf die Politik in diesem Land verlassen. Als dann allerdings die Firma Amprion, einer der Netzbetreiber für den Bau der Stromtrassen, eine „Informationsveranstaltung“ in Donauwörth abhielt und dort fachliche Fragen nicht beantworten konnte oder wollte, hat uns das sehr nachdenklich gemacht. Auf einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Rennertshofen, wurde uns dann das komplette Ausmaß erst einmal bewußt. Bürger hatten viele Fakten zusammengetragen und informierten andere Bürger. Das wäre eigentlich die Aufgabe der verantwortlichen Netzbetreiber gewesen. Je mehr wir uns mit dem Thema Stromtrassen beschäftigten, umso mehr wurde uns klar „Hier stimmt etwas nicht!“ Lange haben wir mit uns gehadert und darauf gewartet, daß jemand Anderer in unserem Landkreis eine BI gegründet-aber es geschah nichts. Am 15.05.14 wurde dann von uns die 1. Bürgerinitiative im Landkreis Augsburg ins Leben gerufen. Seitdem hat sich Vieles getan. Unser Hauptanliegen war es, die Bürger in unserer Region ehrlich zu informieren. Durch Spenden und viel Eigeninitiative organisierten wir am 17.07.14 einen Informationsabend in Nordendorf . Ca. 250 Bürger waren gekommen, viele Vertreter anderer Bürgerinitiativen und auch einige wenige Vertreter aus der Politik. Der Referent erklärte rechtliche Abläufe, technische Gegebenheiten, Trassenverläufe, Grenzwerte, mögliche gesundheitliche Auswirkungen usw. Im Anschluß konnten die besorgten Bürger ihre Fragen stellen und wurden ernst genommen. Es folgten BI-Gründungen in der Ötz, Münster und Oberndorf. Der erste Schritt war getan. Die BI´s an der geplanten Trasse organisierten sich-trafen sich regelmäßig und planten zusammen Unterschriftenaktionen, Demo´s und Aktionen wie z.B. den Bannerflug im Juli´14 entlang der Trasse oder auch die aktuellste Licht an-Aktion im November´14, für eine dezentrale Energiewende. Unsere BI begrüßte im Juli´14 die zwei Trassenwanderer Erwin und Armin in Ellgau, die 450 km zu Fuß zurückgelegt hatten. Wir waren bei den Nürnberger Gesprächen mit Herrn Gabriel dabei, bauten einen Ersatzinfostand in Meitingen auf, nachdem uns 2 Tage vor Beginn der MEGA mitgeteilt worden war, daß wir unerwünscht waren. Im Oktober standen wir bei einer Gemeinschaftsaktion zusammen mit anderen BI´s auf der Messe der Ren-Expo in Augsburg . Auch die Politik, die am Anfang gerne ihre Augen vor uns verschlossen hatte, mußte sich nun mit uns auseinandersetzen. Eine besondere Veranstaltung war für uns der Landesparteitag der Freien Wähler in Roth, zudem wir mit einem Infostand eingeladen worden waren. Zusammen mit der befreundeten BI Heilsbronn, gestalteten wir diese Veranstaltung mit. Wir wurden umringt von Kameras, gaben ein Interview nach dem Anderen-gar nicht so einfach, wenn man das sonst nicht gewohnt ist. Doch für unser Ziel, einer besseren Energiewende, als es die Regierung zur Zeit plant, gaben wir alle unser Bestes. Es folgten regionale Termine und der Besuch vieler Vorträge und Infoveranstaltungen, um unser Wissen zu Erweitern und weitergeben zu können. Inzwischen wissen wir oft mehr als so mancher Politiker, was wir mit Entsetzen feststellen mußten. Die Presse fragt uns nach alternativen Lösungen, wir geben Antworten darauf, aber eigentlich sollte die Berechnung und Präsentation nicht die Aufgabe von ganz normalen Bürgern sein, sondern von der Regierung in Zusammenarbeit mit Experten erarbeitet werden. Da hat man wohl die letzten Jahre im Dornröschenschlaf verbracht und keiner wollte die Energiewende wachküssen. Außer den Stromtrassen durch unser Land hat man so das Gefühl, liegt kein PlanB in der Schublade der Regierung. Die Notwendigkeit der Trasse zur Versorgungssicherheit wurde bis heute nicht unabhängig nachgewiesen. Experten werden als „Spinner“ abgetan. Zwei Neubauten von Kohlekraftwerken stehen im NEP. Die 26000 Einsprüche sind immer noch nicht beantwortet. Über Alternativen wird von politischer Seite nicht gesprochen-das ist der aktuelle Stand und sicher keine gute Werbung für eine Bürgerpolitik. Um versch. Fragestellungen zu klären, wurde von Ministerin Aigner im November´14 der Energiedialog Bayern ins Leben gerufen. In nur 3 Monaten soll nun das geklärt werden, was man in den Jahren zuvor nicht geschafft hat. Was wirklich dabei herauskommt, steht in den Sternen. Die Einen sagen, daß es nur eine Alibiveranstaltung wäre, die Anderen hoffen auf eine faire Diskussion. Eines hat der große Bürgerprotest allerdings gezeigt, es war nicht umsonst-wir haben uns Gehör verschafft. Und das werden wir auch weiterhin tun! Die Kontakte zu anderen Organisationen, die sich auch für eine echte Energiewende einsetzen, nehmen zu. Die Mitgliederzahlen der BI´s wachsen. Am 21.11.14 wurde Frau Aigner ein symbolischer Scheck mit 298.439 an Unterschriften gegen die geplante Süd-Ost-Trasse überreicht. Das sind alles potentielle Wählerstimmen, die man nicht ignorieren kann. Im 2. Entwurf des NEP, der zeitgleich mit Beginn des Energiedialogs veröffentlicht wurde, hatte die Bundesnetzagentur einen neuen Trassenverlauf vorgeschlagen. Endpunkt soll nun nicht mehr Meitingen, sondern Gundremmingen sein. Den Trassengegnern tut dies keinen Abbruch-ihre Solidarität ist groß. Jetzt werden sich noch mehr Bürger gegen diese unnötigen Trassen aussprechen. Wir werden auch diesen Betroffenen unsere Unterstützung und eine ehrliche Information anbieten, auch wenn das wieder viel zusätzliche Arbeit bedeutet. Man muß dazu sagen, daß wir alle ehrenamtlich arbeiten, neben unserem Beruf und unserer Familie. Es kostet viel Kraft, aber das ist es uns wert-für eine Energiewende, ohne unnötige Stromtrassen zu kämpfen, um unsere Welt für unsere Kinder und Enkelkinder ein bißchen besser zu machen!
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9 Kommentare
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Friedrich Schröder aus Springe | 07.12.2014 | 08:18  
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Knippsi Knippsilein aus Ellgau | 07.12.2014 | 14:32  
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Kathrin Zander aus Meitingen | 20.12.2014 | 17:54  
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Knippsi Knippsilein aus Ellgau | 21.12.2014 | 00:07  
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Kathrin Zander aus Meitingen | 21.12.2014 | 10:47  
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Knippsi Knippsilein aus Ellgau | 21.12.2014 | 14:12  
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Kathrin Zander aus Meitingen | 08.01.2015 | 00:16  
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Knippsi Knippsilein aus Ellgau | 08.01.2015 | 19:39  
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Kathrin Zander aus Meitingen | 08.01.2015 | 20:40  
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