"Ich bin anders" - Musik-Kabarett von der anderen Seite

"Rose Neu" bei ihrem Auftritt im Gasthaus "Zum Floß" in Ellgau.
 
"Rose Neu" in action.
Premiere von Kultur in Ellgau
Andrea Geis begeistert als „Rose Neu“ ihr Publikum

Von Rosmarie Gumpp
Ellgau: Christine Gumpp freute sich über die große Resonanz zum Auftakt von Kultur in Ellgau. Im vollbesetzten Saal des Gasthauses „Zum Floß“ verwies sie auf die Premiere von „Kultur in Ellgau“, wofür sie und ein Team verantwortlich zeichnen und auf den 10. Jahrestag der gelungenen Renovierung des großen Saales in der Ellgauer Gaststätte. Dazu begrüßte Christine Gumpp auch Oberingenieur i. R. Martin Oefele, der damals zusammen mit seiner Tochter Susanne Oefele für den gelungenen Umbau die Regie übernahm. Eine kleine Ausstellung erinnerte an die Renovierungsphase. „Kultur in Ellgau“ wurde mit der Augsburger Kabarettistin Andrea Geis alias „Rose Neu“ und ihrem Programm „Ich bin anders“ eröffnet. Markant und ein wenig exaltiert wirkt die Künstlerin, wenn sie sich im auffälligen rotschwarzen Kleid mit „Ich bin Ihre Neurose“ vorstellt, um mit dem Refrain „Oh lieber Himmelsvater, beschütz´mir die Psychiater“ thematisch in den Abend einzuführen. Dieser kurzweilige Abend gestaltete sich aus einer eigenwilligen Mischung von schrägen Liedern und Texten, leidenschaftlich vorgetragenen Chansons des französischen Weltstars Edith Piaf sowie launigen Kabarettnummern. „Rose Neu“ verfügt über einen erstaunlichen Stimmumfang, singt zwischendurch auch a capella und begleitet sich selbst auf dem Akkordeon oder der Gitarre. „Ich bin das Dessert – nach 16 Gängen“ drohte die 1964 im Steigerwald geborene Sängerin. In ihrem Programm, in dem nicht nur viel Raum für Lieder ist sondern auch für Moderation, finden sich eine Menge herrlicher Neurosen, die beispielsweise in einem aufgedonnerten Schneewittchen Ausdruck fanden oder in einer um ihren Hamster Eberhard trauernden Witwe oder in der mit ihrer Stimme mordenden Möchtegern-Opernsängerin. Die Wahl - Augsburgerin Andrea Geis trat anfangs im Duo mit Ulla Meyer als „Neuros´n“ auf, als „Rose Neu“ steht die Künstlerin, die auch als Musiktherapeutin arbeitet, allein auf der Bühne und bot ein Programm voller skuriller Typen, die ebenso liebenswert wie durchgeknallt waren. Berührungsängste mit dem Publikum scheint die Künstlerin nicht zu haben. Sie befragt die Besucher nach ihrer Stimmung, um schließlich auf Günters Schoß zu landen und diesen zum Liedtext „Keiner riecht wie du“ zu beschnüffeln. „Rose Neu“ brilliert mit exzellenter Gestik und Mimik, verkleidet sich, singt, tanzt und musiziert. Frauenthemen wie Hitzewallungen („Ich bin die Wallküre von Augsburg“) und schwindendes Bindegewebe („Biokost kommt mir nicht ins Haus – eine Frau wie ich braucht alle Konservierungsstoffe, die sie kriegen kann“) werden ebenso selbstironisch behandelt wie beispielsweise auch Schönheitsoperationen („Wer schön sein will muss leiden – ich lass mich gern zerschneiden“). Auch dem deutschen Schlager gönnt die Künstlerin eine satirische Würdigung und verpasst so dem „Zigeunerjungen“ der Sängerin Alexandra einen frechen neuen Text. Beim Trude-Herr-Gassenhauer „Ich will keine Schokolade“ zeigt die Sängerin, dass sie auch Soul im Blut hat. Am Ende des Abends kocht die Stimmung und die Künstlerin wird viermal auf die Bühne gebeten. Viel Applaus gab es auch für das Lied „Egon, ich hab´ ja nur aus lauter Liebe zu dir zu viel getrunken“. Hier zeigte Andrea Geis auch ihr schauspielerisches Geschick. Mit dem Titel „Mein allerletztes Fest“ verabschiedet sich die Künstlerin von ihrem begeistert mitgehenden Publikum, das einen bemerkenswert anderen Kabarett-Abend erleben durfte. Christine Gumpp und ihr Team planen bereits ein weiteres Event für Kultur in Ellgau.
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2 Kommentare
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Eugen Hermes aus Bochum | 23.10.2016 | 21:35  
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Monika Matzner aus Ehingen | 24.10.2016 | 16:42  
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