Ein ganzes Dorf hat gefeiert

Vor dem Feiern kam die Arbeit, beispielsweise das Abwischen der Bänke und Tische.
 
Selbstverständlich wurde an diesem Festtag auch beflaggt.
Einweihung des Dorfplatzes in Ellgau
Ein ganzes Dorf freut sich über seinen Mittelpunkt

Von Rosmarie Gumpp
Ellgau: Wenn in der Lechgemeinde Ellgau ein Fest ansteht, dann macht sich das ganze Dorf auf den Weg.So geschehen am ersten Sonntag im Juni, als es darum ging, den neu gestalteten Ellgauer Dorfplatz einzuweihen. Dicht gedrängt saßen Erwachsene und Kinder auf ihren Plätzen, um den offiziellen Teil der Dorfplatz-Eröffnung mitzuerleben. Bürgermeister Manfred Schafnitzel hieß namens der politischen Gemeinde die Ehrengäste willkommen und sprach den Dank für diesen gelungenen Dorfplatz an Ludger Klinge und Manfred Pfeiffer vom Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach aus. Seit dem Jahre 2003 befindet sich die Gemeinde Ellgau im Prozess der Dorferneuerung und darf stolz auf das bisher Geschaffene sein. Der Landtagsabgeordnete Georg Winter bestätigte der Gemeinde, dass sie sich auf einem guten Wege befände und in eine gute Zukunft schauen könne. Anni Fries, die in Vertretung für Landrat Martin Sailer ein Grußwort sprach, bezeichnete den Ellgauer Dorfplatz als Visitenkarte des Dorfes, ja sogar als "Herzstück" des Ortes. Abteilungsdirektor Ludger Klinge vom Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach blickte humorvoll auf die gemeinsamen Jahre der Dorferneuerung zurück und erinnerte an so manche gemeinsam erlebte Episode. Er erinnerte auch an das Motto der Dorferneuerung "Ellgau - gemeinsam in die Zukunft". In seinem Ausblick verwies Klinge auf die anstehende Renaturierung des Mühlbaches, die auch aus dem Topf der Dorferneuerung gefördert wird. Dieses Motto ist auch auf dem Steuerruder der Skulptur "Floß" des Künstlers Norbert Zagel festgehalten. Der Künstler, der auf dem Eggelhof bei Langweid lebt und arbeitet, zeichnet für das Floß und den Brunnen auf dem Ellgauer Dorfplatz verantwortlich. Im April 2013 wurde er von der Gemeinde Ellgau beauftragt, ein "Kunstwerk" für den Dorfplatz zu gestalten. Aus einer Vielzahl von Gesprächen mit den Mitgliedern des Arbeitskreises "Dorferneuerung" und dem Gemeinderat entwickelten sich die Objekte in ihrer Ausprägung und Bearbeitung, wie sie jetzt auf dem Ellgauer Rathausplatz sichtbar sind. So entstand der Quellstein, der über zwei Ausläufe den Wasserlauf und den Teichbereich mit unterschiedlichen Wassermengen speist. Das für den Stein verwendete Material ist ein gelb-grauer Bayerwaldgranit aus Hintertissen. Im Sandgussverfahren wurde der Wasserauslauf in Bronze gegossen. Die Skulptur "Floß"nimmt Bezug auf das Wappen der Gemeinde. Sie wurde aus Cor-Ten-Stahl gefertigt, einem teilveredelten Stahl, der mit der Zeit eine Rostpatina entwickelt, die ein Verrosten verhindert. Die Stahlbleche wurden zu Zylindern gerundet und verschweißt. Das Material Bronze erscheint wieder beim Blatt des Steuerruders. Der Schriftzug darauf erinnert an die Maßnahme der Dorferneuerung. Der kleine Teich in der Dorfmitte verwandelte sich in ein Vorzeigegewässer, in dem man gerne auch die Füße erfrischen darf, ja in das man sogar hineinsteigen darf. Die anfängliche Lehmwüste wich Kieselsteinen und Findlingen. Mitglieder des Arbeitskreises "Ortsgestaltung" legten für das entstandene Ambiente fleißig Hand an. Pfarrer Franz Walden und Pfarrer Markus Maiwald spendeten sowohl dem Rathausplatz als auch dem neuen Vereinsheim den kirchlichen Segen. Beide Pfarrer waren sich darin einig, dass Dorfplätze Orte der Begegnung sind und Begegnungen sollen Brücken bauen. Das neue Ellgauer Vereinsheim, das an die bestehende Grundschule angebaut wurde, entwickelte sich zu einem "Schmuckkästchen". Auch hier wurde bis zuletzt fleißigst gearbeitet, besonders auch in den Außenanlagen. 17 Schautafeln laden zu einem historischen Rundgang durch das Dorf und die Umgebung ein. Der Arbeitskreis "Historischer Rundgang" konnte hier auf die exakte Arbeit des Arbeitskreises "Chronik" zurückgreifen. Bei einer Kutschfahrt konnten zunächst die Ehrengäste, später dann alle Interessierten die historische Veränderung des Dorfes im Laufe der Zeit nachvollziehen. Vizebürgermeisterin Christine Gumpp stellte in ihrer Ansprache den "Historischen Dorfrundgang" kurz vor und sprach und sprach auch ein Dank- und Schlusswort. Ein Dorfnachmittag mit musikalischer Umrahmung und Kinderunterhaltung schloss sich an. Die Musikkapelle Ellgau unter der Leitung von Dirigent Manfred Braun erfreute mit konzertanen Stücken. Die Spielgeräte im Kindergarten waren stark frequentiert und auch das Kinderschminken wurde zahlreich angenommen. Die Vereine luden die Kinder und Jugendlichen zu verschiedenen Spielen ein. Bürgermeister Manfred Schafnitzel ist stolz auf "seine" Gemeinde, in der er nun seit über 24 Jahren als Bürgermeister agiert. "Auf unseren Dorfplatz bin ich mächtig stolz, trägt er doch dazu bei, dass hier ein Platz geschaffen wurde, der zum Verweilen einladen soll. So sind wir weiterhin auf dem Wege zu einem lebens- und liebenswerten Ellgau".
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