Ellgauer Stiftungsgründerin besucht ihr Projekt und Patenkind in der Domikanischen Republik

      Patenkind- und Projektbesuch Dajabón –
Dominikanische Republik im Februar 2016


Patenkindbesuch ja oder nein? Diese Frage stellte ich mir oft. Wie wird ein solcher Besuch vom Patenkind und seiner Familie gesehen? Wie fühlen sich die Menschen dabei? Ist es tatsächlich Freude, diesen Paten vom anderen Ende der Welt einmal kennenzulernen, oder eher eine Pflichtveranstaltung? Die motivierenden Gespräche mit den netten Mitarbeitern von World Vision und vor allem die Tatsache, dass ich mit dem Rainbow Stiftungsfonds momentan gezielt das Regionalentwicklungsprojekt Dajabón in der Dominikanischen Republik unterstütze, bewegten mich letztendlich doch, diese Reise zu unternehmen. Es würde ein unvergesslicher Tag werden …

Monate vorher suchte ich nach Sponsoren, um sowohl für die Schule von Dajabón, als auch für Kinder, für die World Vision noch keinen Paten gefunden hat, Geschenke mitbringen zu können. Bei sämtlichen namhaften Herstellern von Bunt- und Bleistiften bat ich um eine Sachspende, wäre auch bereit gewesen, den Selbstkostenpreis zu bezahlen. Leider nur Absagen oder überhaupt keine Antwort. Da geriet meine Motivation schon ein wenig ins Schwanken. Umso größer war die Freude über ein nettes Schreiben der Firma Faber-Castell und die Lieferung von fast 4 kg Bunt- und Bleistiften. Auch die Firma Playmobil beteiligte sich mit mehreren, großen Tüten Playmobil Tieren als Sponsor und Michaela Klein spendete stolze 2,3 kg bunte Perlen für kleine Mädchen im Projektgebiet. Durch den Kauf von Luftballons und anderen Geschenken waren schnell zehn Kilo Gewicht überschritten. Trotz Vorlage eines offiziellen Schreibens von World Vision mit einer Aufstellung der Spendengüter, war weder Condor noch Air Berlin bereit, dieses Gepäck kostenlos zu befördern. Da ich aber mit meiner Tochter Dana reiste und jeder 23 kg Freigepäck plus 8 kg Handgepäck kostenlos befördert bekam, stellte das zusätzliche Gewicht kein Problem dar. Wir mussten lediglich gut verteilt packen. Bei der Gepäckaufgabe erklärte ich, dass in dem zusätzlichen Handgepäck Spendengüter enthalten sind, welche nicht in der Flugzeugkabine benötigt werden. Ohne Kosten wurden diese Boardcases dann aufgegeben. Dies nur als Hinweis für künftige Projektbesucher.

Am Dienstag morgen um 7 Uhr standen die World Vision Mitarbeiter Claudia Martinez samt Fahrer Santo mit dem World Vision Fahrzeug vor unserem Hotel in Puerto Plata. Nach etwa drei Stunden Fahrt mit vielen schönen Eindrücken von der herrlichen Landschaft, durch teilweise abenteuerlichen Straßenverkehr, erreichen wir Dajabón. Im World Vision Büro Dajabón wurden wir herzlich empfangen und über den Ablauf des Tages informiert. Wir lernten auch Ursula Messner kennen, die dieses Regionalentwicklungsprojekt in Deutschland betreut. Sie war zufällig zeitgleich in Dajabón, was unseren Besuch natürlich noch wertvoller machte, da wir die Zusammenarbeit von World Vision Deutschland und World Vision Dominikanische Republik sehr gut erklärt bekamen und die effektive Arbeitsweise bestätigt sahen.

„Schau, sie ist schon da“ sagte meine Tochter Dana leise zu mir. Dann sah ich schon mein Patenkind Alba Iris durch die Glastür. Eine solche Begegnung lässt sich nicht in Worte fassen. Ein unglaublich emotionaler Moment und das nicht nur für den Paten. Auch die Kleine wischte sich verstohlen ein paar Tränen aus den Augen. Alba Iris wurde von ihrer Mama begleitet und begrüßte uns mit großen Augen in einem Kleidchen, das ich ihr vor einem halben Jahr geschickt hatte. Sämtliche Fragen, die mir kurz vorher noch durch den Kopf gingen, waren wie gelöscht. Ein solcher Moment folgt seinen eigenen Regeln und ich glaube, es ist auch gut so.

Das Verteilen der mitgebrachten Geschenke lockerte die erwartungsvolle und etwas befangene Stimmung sofort auf und durch eine Verwechslung kam auch der Spaß nicht zu kurz. Denn wenige Wochen vor unserer Reise erfuhr ich von World Vision, dass mein Patenkind eine Halbschwester namens Davia hat, die teilweise im gleichen Haushalt leben würde. Selbstverständlich überreichte ich nicht nur Alba Iris Geschenke, sondern auch ihrer Mama. Für den Papa und die Halbschwester hatte ich selbstverständlich auch etwas dabei. Schon während der Fahrt wunderte sich Claudia, weil in ihren Unterlagen etwas von einem David stand. Das konnten wir im World Vision Büro Dajabón aber klären. Aus einer Davia wurde dann ein David, der aber nicht im gleichen Haus lebt. Die mitgebrachten T-Shirts für ein 15jähriges Mädchen, werden dann eben der kleinen Alba Iris in ein paar Jahren passen … diese Verwechslung brachte jedenfalls eine lustige Unterhaltung mit sich. Auch dass Mama Ida schwanger ist und im März ein Baby bekommt, war ein netter Gesprächsstoff, da auch ich im März Geburtstag habe. Wir fragten uns, ob das Baby vielleicht sogar das gleiche Geburtsdatum haben wird. Und schon waren wir uns nicht mehr fremd.

Der mitgebrachte Teddy und Ball ließen mein Patenkind strahlen. Da die Informationen in den Briefen bisher nicht sehr umfangreich waren, wusste ich noch nicht viel über dieses kleine Mädchen. Umso mehr freute ich mich zu hören, dass sie sehr gern Ball spielt und die mitgebrachten Hosen und T-Shirts die richtige Größe hatten. Die Geschenke wurden wieder in die Taschen gepackt, den Teddy ließ Alba Iris gar nicht mehr los und Santo fuhr uns mit dem World Vision Fahrzeug zu ihrer Schule. Die Informationen über das Schulsystem, die Probleme dort und die Qualität der Bildung erklärten vieles.
Wir erlebten fröhlich plappernde Kinder in der Klasse, die aber sofort verstummten, als die Lehrerin die Stimme erhob. Ein Respekt, der in Deutschland vollkommen verloren gegangen ist und Kinder, die gern zur Schule gehen. Wie schön!

Vor dem eingezäunten Schulgelände sahen wir einen kleinen Jungen stehen, der mir die Hand gab. Verwundert fragte ich, warum dieser nicht in der Schule ist. Ursula ging dem gleich auf den Grund und nach einigen Gesprächen erklärte sie mir, dass dieser Junge seit einiger Zeit hier gesehen wird. Spanisch verstand er nicht, denn er kommt aus Haiti. World Vision wird jetzt versuchen, diesen Jungen möglichst schnell zu integrieren, sobald seine Familie ausfindig gemacht wurde. Wie schön, diese unbürokratische Hilfe erlebt zu haben.

Bei einem gemeinsamen Mittagessen konnten sich diese vielen Eindrücke etwas setzen. Ganz schnell wurde mir klar, dass ich meiner Fotoleidenschaft nicht nachkommen würde. Es erschien mir völlig unpassend, alles und ständig zu fotografieren. Umso mehr freute ich mich, dass Claudia immer wieder Bilder machte und mir diese auch zur Verfügung stellte. Alba Iris war wie ein kleiner Schmetterling. Mal da, dann wieder weg. Ich genoss es so sehr, mein Patenkind einfach nur zu beobachten. Beim Mittagessen war sie sichtlich müde. Kein Wunder bei all dem ungewohnten Trubel.

Nächstes Ziel war der Baseballplatz. Genau genommen ein großer Platz, der durch die Hilfe von World Vision zu einem spielbaren Platz hergerichtet wurde. Stolz wurde uns erklärt, dass dank der Unterstützung von World Vision jetzt auch zwei Umkleidekabinen mit Duschen gebaut werden konnten. Natürlich alles sehr einfach und mit wenig finanziellen Mitteln umgesetzt. Aber dadurch können richtige Spiele mit einer gegnerischen Mannschaft abgehalten werden, was alle hier Beteiligten wirklich mit großem Stolz erfüllt. Will ein Junge hier dazu gehören und Baseball spielen, hat er ein Zeugnis mit guten Noten vorzulegen. So werden die Jungs motiviert, sich in der Schule anzustrengen. Sogar über eine Mädchenmannschaft wird bereits nachgedacht. Eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gehört ebenfalls zum Weg aus der Aussichtslosigkeit. Die jungen Menschen sehen, dass sich etwas ändern kann, wenn man einen Teil dazu beiträgt.

Später besuchten wir ein Treffen von jungen Müttern mit ihren Kleinkindern. Die Leiterin dieser Gruppe erklärte uns, was diesen Müttern in den vergangenen Wochen bereits vermittelt und was bereits erreicht wurde.
Das war der Anfang der durch den Rainbow Stiftungsfonds finanzierten Maßnahmen gegen Mangelernährung bei Kleinkindern.


Mehr Informationen gern unter
http://www.worldvision-stiftung.de/unsere-stifter-...

Die in diese Maßnahmen integrierten Mütter haben bereits gelernt, wie sie nahrhaftere Speisen für ihre Kleinkinder bzw. Milch für ihre Babies herstellen können. Nächster Schritt ist der Kauf von Hühnern und Unterbringung in geeigneten Hühnerställen, um zuerst Eier für eine eiweißhaltige Ernährung zur Verfügung zu haben und später durch Nachzucht von Hühnern und den Verkauf von Eiern am örtlichen Markt die Situation in den betroffenen Familien langfristig zu verbessern. Zum Schluss meldete sich noch eine dieser Mütter mit zwei kleinen Jungs auf dem Schoß. Sie erklärte, dass einer ihrer Söhne immer zu leicht und zu klein war. Durch dieses Programm hat sie gelernt, ihn besser zu versorgen, er hat an Gewicht zugenommen und zeigt jetzt keine kritischen Werte mehr. Man konnte sehen wie glücklich sie war. Die Dankbarkeit dieser Menschen bewegt einen tief und es erfüllt mich mit großer Freude zu sehen, wie die Hilfe bei den Menschen ankommt.

Dann ging es zurück zum World Vision Büro Dajabón und unausweichlich stand der Abschied von meinem Patenkind, ihrer Mama und all den unglaublich liebenswerten, freundlichen World Vision Mitarbeitern bevor. Alba Iris war schon vor uns im Hof und schrieb auf die eingestaubte Heckscheibe eines World Vision Autos TE AMO. Das sind unvergessliche Glücksmomente. Ja, ich liebe dieses kleine Mädchen auch und freue mich sehr, sie weiter auf dem Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft begleiten und unterstützen zu dürfen. Es wird noch viele sinnvolle Maßnahmen im Projektgebiet geben, die zu finanzieren es lohnt und diesen dankbaren Menschen langfristig helfen. Armut hat viele Gesichter. Es gibt noch viel zu tun! Wir konnten sehen, wie effektiv World Vision arbeitet und Spendengelder einsetzt. Keine Frage blieb unbeantwortet. Dies in einem der vielen Regionalentwicklungsprojekte einmal selbst gesehen zu haben, bestärkt mich auch weiterhin zu unterstützen. Mit noch mehr Überzeugung kann ich jetzt hinter World Vision stehen.

Der Abschied fiel schwer und tief in Gedanken versunken traten wir die Rückfahrt an.

Während des ganzen Tages übersetzte Claudia für uns praktisch jedes Wort und so entging uns nichts. Letzte Lücken konnte Ursula schließen, wenn eine Erklärung in Englisch nicht ganz verstanden wurde oder Hintergrundwissen fehlte, welches sie als Projektbetreuerin aber liefern konnte. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für diese wunderbare Hilfe! Ein ebensolcher Dank gebührt unserem Fahrer Santo, der uns gekonnt durch die chaotischen Straßen und den Verkehr chauffiert und sicher wieder zurück gebracht hat.

… ein unvergesslicher Tag !

Zum Schluss noch ein herzliches vergelt´s Gott an alle, die durch Spenden, Sponsorengeschenke oder den Kauf und Verkauf der Rainbow Engel das Regionalprojekt Dajabón unterstützt haben und meine Begeisterung dafür teilen. Ein besonderer Dank gebührt der Firma Wohnbau Kraus, Meitingen für die überaus großzügige Spende.

Marion Schmid


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Gern http://www.worldvision-stiftung.de/unsere - stifter-rainbow-stiftungsfonds.php besuchen, bei Google "World Vision Rainbow" eingeben
und so auf die entsprechende Seite gelangen, oder sich direkt an World Vision wenden: www.worldvision.de
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