Ein Buch

Der Entschluss ist gefasst: Ein Buch soll es sein! Zur Idee, dem Plott, dem geschriebenen Text sage ich nichts, denn das ist nicht mein Thema.
In diesem Text verstehen wir unter „Buch“ eine Anzahl zusammengefügter (geklebter, gehefteter, gebundener) Blätter, den „Buchblock“, der in einem Einband (Buchdeckel, Umschlag) fest eingeheftet (geklebt, …) ist. Im Sprachgebrauch der Datenverarbeitung haben wir es mit zwei Dateien zu tun: Die eine Datei enthält den Buchblock mit beliebig vielen Seiten; die andere enthält nur den Einband, bestehend aus drei Seiten: Der Buchvorderseite, dem Buchrücken, der Buchrückseite. Prinzipiell gleichgültig ist, ob es sich bei dem Buch da handelt um einen im Fließtext geschriebenen Krimi, ein Sachbuch, eine zum Verkauf bestimmte wissenschaftliche Arbeit oder eine nur in wenigen Exemplaren gedruckte Hochzeitszeitung oder Examensarbeit.
Wer sein Manuskript einem ordentlichen Verlag überlässt, braucht nicht weiter zu lesen, denn er hat all die hier behandelten Probleme nicht. Ich wende mich also an die Autoren, die aus irgendeinem Grund ihr Buch selbst produzieren wollen oder müssen. Dabei überlassen wir einige handwerkliche Arbeiten und ein paar Dienstleistungen dem Buchdrucker, der sich aber meist „Verlag“ nennt.
Das beim Autor erforderliche Werkzeug (Hardware) ist einfach und billig, ein Netbook um die dreihundert Euro reicht. Ein größerer und schnellerer PC ist nicht schädlich. Die für unser Buch erforderliche Software ist noch billiger, sie ist kostenlos. „OpenOffice“ oder das kürzlich davon abgespaltene „LibreOffice“ ist jedenfalls für den Normalfall ausreichend. Wichtig ist, dass das Dateiformat „PDF“ ausgegeben werden kann, wenn das Buch gedruckt werden soll. Welches Dateiformat für das E-Book gefordert wird, ist Sache der Absprache mit dem Verlag.
Da es unbedingt ein Buch werden soll, rate ich, gleich am Anfang eine Reihe von technischen Bedingungen festzulegen. Das ist zwar nicht nötig, es kann alles noch in dem fertig geschriebenen Buch hundertmal hin und zurück geändert werden, aber jede nachträgliche Anpassung macht Arbeit. Und hält man für die Festlegung der Parameter eine bestimmte Reihenfolge ein, dann spart man erneut viel Zeit, die besser auf den Inhalt des Werkes verwendet wird.
Grundeinstellungen und Grundsatz. Jedes Textsystem hat seine Grundeinstellungen vom Hersteller, die können und dürfen geändert werden und gelten dann für alle neuen Textdateien als Grundeinstellung. Außerdem können die Einstellungen für jede einzelne Datei anders festgelegt werden, diese Einstellungen gelten dann nur für diese Datei. Man erspart sich viel Arbeit, wenn man diese Einstellungen sorgfältig vornimmt.
Für die weitere Arbeit gilt der Grundsatz: Alles was das Textsystem über seine Einstellungen gesteuert selbst erledigt, soll ihm allein überlassen werden. Also keine manuellen Eingriffe, um nur mal schnell hier eine „Verbesserung“ vorzunehmen. Das geht bei einem Drei-Zeilen-Text einfach, führt aber bei einem größeren Text, wie es ein Buch nun mal ist, zu erheblichen Problemen. Die häufigsten dieser Bedienfehler sind: mal schnell ein paar Leerzeichen einfügen, um etwas an die richtige Stelle zu schieben oder mit dem Bindestrich eine Silbentrennung zu erreichen.
Format. Es geht um das Format des Buches (im Textsystem: Seitenformat), damit ist zunächst die Entscheidung Hoch- oder Querformat gemeint. Da wird in Zentimeter und Millimeter genau für die Seiten die Höhe und Breite festgelegt. Unser normales Blattformat A4 hat die Seitenlängen 21,0 und 29,7 cm; das in keine Jackentasche passende A5-Format hat die Seitenlängen 14,8 und 21,0 cm. Ein in die Jackentasche passendes Buchformat wäre zum Beispiel 12,0 und 18,0 cm. Eine nachträgliche Änderung dieses Seitenformats ist um so arbeitsaufwändiger, je mehr man den Buchinhalt (Tabellen, Bilder, Formeldarstellungen) auf dieses Format eingestellt hat.
Ränder. Im Textsystem gehören zum „Seitenformat“ auch die Angaben zu den Rändern. Die Breite der Ränder wird in Zenti- und Millimetern angegeben, gemessen jeweils vom Papierrand zur Mitte. Alle Ränder können gleich breit sein oder unterschiedliche Maße haben, wir haben die freie Wahl. Aber Vorsicht! Eine Mindestbreite, so etwa ein Zentimeter, wird schon allein aus technischen Gründen gebraucht. Je breiter die Ränder, um so weniger Fläche („Satzspiegel“) bleibt für den Buchtext. Und weil es ein Buch werden soll, müssen wir in linken und rechten Seiten denken – ein aufgeschlagenes Buch zeigt uns immer zwei Seiten gleichzeitig. Für die Festlegung der Ränder bedeutet dies, wir müssen die Innen- und Außenränder unterscheiden. Bei den linken Seiten ist der linke Rand der Außenrand und der rechte Rand der Innenrand; bei der rechten Seite ist es umgekehrt: Der linke Rand ist der Innenrand und der rechte Rand ist der Außenrand. Bei einem schmalen Innenrand verschwindet der Buchtext im Falz der Buchbindung. Je dicker das Buch wird, um so breiter muss der Innenrand sein. Der Innenrand sollte also, auch bei dünnen Bändchen (bis hundert Seiten), mindestens ein Zentimeter sein, bei dickeren ein paar Millimeter breiter. - Beim Buch immer in rechten und linken Seiten sowie Außen- und Innenrändern denken!
Buchblock. Der Buchblock besteht aus der „Titelei“ und dem Rest unseres Buches. Die Titelei besteht im einfachsten Fall aus diesen vier Seiten: dem „Schmutztitel“, der Seite mit den bibliographischen Angaben, dem eigentlichen Buchtitel, einer leeren Seite. Der Schmutztitel trägt in einfacher Schrift den Namen des Autors sowie den Buchtitel. Die Rückseite des Blattes mit dem Schmutztitel zeigt die Seite mit den bibliographischen Angaben. Die dritte Seite bringt den Autorennamen und den Buchtitel, jetzt in aller Herrlichkeit mit Verzierungen und Bild. Die Blattrückseite der Titelseite bleibt leer, damit das eigentliche Buch auf einer rechten Seite beginnt. Die Titelei ist Teil des Buchblocks und der ist eine Datei im PDF-Format für den Druck.
Seitenzahl. Für die Seitenzahl gibt es mehrere Fragen zu entscheiden.
Auf welchen Seiten soll eine Seitenzahl stehen, oder umgekehrt auf welchen nicht? Es ist üblich, dass auf den Seiten der Titelei keine Seitenzahlen stehen.
Wo auf der Seite soll die Seitenzahl stehen: oben oder unten? Für das Textsystem heißt das: in einer Kopf- oder Fußzeile? Üblich ist wohl unten, also in der Fußzeile.
Wo in der Zeile soll die Seitenzahl stehen: links, mittig, rechts, Innenrand oder Außenrand? Üblich ist wohl Außenrand. Das bedeutet, wir müssen wieder rechte und linke Seiten unterscheiden: auf der linken Seite links, auf der rechten Seite rechts. Um jedem Fehler vorzubeugen: Die ungeraden Zahlen stehen immer auf der rechten Seite!
Wie sollen die Seitenzahlen dargestellt werden und wo soll eine neue Zählung beginnen? Das Textsystem verwendet von sich aus unsere normalen Ziffern (andere Zeichen sind einstellbar) und beginnt bei jeder Datei mit der Zahl eins für die erste Seite unabhängig davon, ob dieser Zähler nun auf der Seite sichtbar gemacht wird oder nicht. In unserem Fall werden die Seiten der Titelei mitgezählt. Wem das nicht passt, der muss an geeigneter Stelle den Seitenzähler auf den gewünschten Wert setzen.
Schrifttype. Die zu lesende Empfehlung ist, in einem Buch sollten nicht mehr als maximal zwei Schrifttypen verwendet werden. Es wird auch empfohlen, eine Schrifttype zu wählen, deren Zeichen „Serifen“ haben („Serife“: kleiner Abschlussstrich bei den einzelnen Schriftzeichen). Wichtig ist noch: die gewählte Schrifttype muss rechtlich frei verfügbar sein, sonst kriegt man gleich wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung erheblichen Ärger. Jeder hat die freie Wahl. All das bedenkend kann die Schrift „Times new Roman“ empfohlen werden. Übrigens: von der gewählten Schrifttype hängt es ab, wie lang ein bestimmter Text ist, dass heißt, eben dieser Satz hier belegt in verschiedenen Schriftarten eine unterschiedliche Länge in der Zeile.
Schriftgröße. Die Größe der Schrift muss festgelegt werden, dies geschieht in „typographischen Punkten“. Definiert ist ein typographischer Punkt [„p“] als p=1,000333/2660 m oder = 0,3760650376 mm; dieser Wert wird nach den Empfehlungen des Bundesverbandes Druck e.V. gerundet auf 0,375 mm. Die Schriftgröße ist innerhalb der Grenzen, die das verwendete Textsystem zieht, frei wählbar.
Die Schriftart und die Schriftgröße muss festgelegt werden für: den normalen Text, alle Arten von Überschriften, Kopf- und Fußzeilen, Fußnoten, Endnoten.
Linksbündig, rechtsbündig, mittig, Blocksatz. Linksbündig bedeutet, dass der Text am linken Rand in einer Linie beginnt und rechts einen „Flatterrand“ hat. Rechtsbündig ist die Umkehrung davon: der Text steht am rechten Rand in einer Linie und beginnt links mit einem Flatterrand. Mittig bedeutet, dass sich der Text um die Mitte der Zeile nach links und rechts mit Flatterrand darstellt. Blocksatz ist das im Buchdruck gebräuchliche Format. Ein vernünftiger Blocksatz erfordert eine gute Silbentrennung. Blocksatz wird vom Textsystem erzeugt, indem zwischen den Wörtern der Zwischenraum erweitert wird; gibt es keinen Zwischenraum, weil die Zeile nur ein Wort enthält, dann werden die einzelnen Buchstaben auseinandergezogen (gesperrte Schrift).
Hurenkinder, Schusterjungen. „Hurenkinder“ sind eine einen Absatz beschließende Einzelzeile am Anfang einer neuen Seite oder Spalte; Hurenkinder werden in einem guten Buchsatz vermieden. „Schusterjungen“ sind eine einen Absatz beginnende Einzelzeile am Ende einer Seite oder Spalte. Schusterjungen werden in einem guten Buchsatz vermieden.
Zeilenabstand, Durchschuss. Der Abstand der Zeilen muss festgelegt werden. Einzeilig gilt im allgemeinen als zu eng, anderthalbzeilig oder doppelzeilig ist zu weit. Den richtigen Abstand gewinnt man durch „Durchschuss“, angegeben in mm.
Silbentrennung, Anzahl Trennungen hintereinander. Für Blocksatz ist Silbentrennung geradezu zwingend erforderlich. Das Textsystem wird auf automatische Silbentrennung eingestellt. Nicht selbst beim Schreiben mit dem Bindestrich die Silbentrennung darstellen, denn bei der nächsten Umformatierung wandert so ein Bindestrich mitten im Wort in die Zeile – und da gehört er nicht hin. Zur Silbentrennung ist gleichzeitig anzugeben, wie viel Trennungen am Zeilenende aufeinander folgen dürfen, es sollten nicht mehr als drei sein. Ferner, wie viel Zeichen einer Silbe mindestens auf einer Seite stehen sollen.
Absatz. Das Textsystem definiert den Absatz durch betätigen der Enter-Taste. Für das Buch ist festzulegen: Einrücken der ersten Zeile des Absatzes; denkbar sind 5 mm. Außerdem muss festgelegt werden, ob und wie viel Abstand vor/nach Absatz gelassen werden soll.
Inhaltsverzeichnis. Wenn ein Inhaltsverzeichnis verwendet wird, muss entschieden werden, wo es stehen soll: am Buchanfang (Sachbuch immer) oder am Ende.
Stichwortverzeichnis. Stichwortverzeichnisse stehen immer am Buchende.
Glossar. Der Glossar steht immer am Ende des Buches.
Fußnoten. Fußnoten stehen am unteren Rand der jeweiligen Seite. Fußnoten können auf die nächste Seite hinüberlaufen.
Endnoten. Endnoten stehen am Ende des Buches. Bisweilen auch am Ende des jeweiligen Kapitels.
Test. Hat man all diese Angaben gut überlegt und festgelegt dann sollte man unbedingt mit mehreren Seiten beliebigem Fließtext die eigene Entscheidung testen. Gegebenenfalls verschiedene Varianten ausprobieren und gegeneinanderstellen. Alles was man vor der eigentlichen Arbeit genau ausprobiert hat, erspart bei der echten Arbeit viel Zeit, die man besser auf den Buchinhalt verwendet.
Als Beispiel mögen wir gewählt haben:
Buchformat (Seitenformat): Hochformat, 12,0 * 18,0 cm;
Ränder: links: 1,20 cm; rechts: 1,00 cm; oben: 1,00 cm; unten: 1,00 cm; in diesem Test soll lediglich die verfügbare Zeilenbreite angedeutet werden, wird später mit linken und rechten Seiten und demzufolge Innen- und Außenrand gearbeitet werden die Ränder angepasst;
Fußzeile: mit Seitenzahl, mittig; in diesem Test soll hier lediglich der erforderliche Platz für die Fußzeile mit der Seitenzahl angedeutet werden;
Schrifttype: Times new Roman;
Schriftgröße: 9 (Punkt);
Blocksatz;
Hurenkinder, Schusterjungen: verhindern;
Zeilenabstand: Durchschuss 0,02 mm;
Absatz: erste Zeile um 5 mm eingerückt; Abstand vor Absatz: 0,5 mm;
Silbentrennung: automatisch, maximal drei Trennungen aufeinander folgend.
Die Varianten der engeren Wahl müssen unbedingt ausgedruckt werden, denn erst im gedruckten Bild auf dem Papier, immer mehrere Seiten, kann die gewählte Darstellung wirklich beurteilt und bewertet werden!
Buchblockvorlage bauen. Es wurde bereits oben gesagt, dass der Buchblock als Datei aus der Titelei und dem eigentlichen Buch besteht. Die vier Seiten der Titelei sowie die folgenden rechten und linken Seiten bestehen aus der Sicht des Textsystems aus einer Folge von Seitenvorlagen, wobei es auf die richtige Verkettung der Vorlagen ankommt. Es gilt diese Seitenfolge: Schmutztitel → bibliographische Angaben → Buchtitel → leere Seite → rechte Seite Buch → linke Seite Buch. Die rechten und linken Seiten sind stets in der Weise verkettet, dass der rechten Seite die linke Seite und der linken Seite die rechte Seite folgt; das erledigt dann das Textsystem über das dickste Buch selbst. Wer eine bessere Art der Problemlösung kennt, mag sie anwenden. In den Vorlagen der rechten und linken Seiten sind dann die eventuell unterschiedlichen Randbreiten (Innen- und Außenrand) sowie der Ort der Seitenzahl (immer am Außenrand) festgelegt.
Buchumschlagvorlage bauen. Der Buchumschlag besteht mindestens aus den drei Seiten: Buchvorderseite → Buchrücken → Buchrückseite. Das wird wieder durch Seitenvorlagen im Textsystem realisiert. In unserem Beispiel sind die Vorderseite- und Rückseite Hochformat, der Buchrücken wird im Querformat dargestellt.
Arbeiten und Überarbeiten. Es hat bisweilen Vorteile, sofort im gewählten Ziel-Buchformat zu arbeiten. In diesem Fall empfehle ich die Silbentrennung auszuschalten, denn jede erzeugte Silbentrennung fügt Steuerzeichen in den Text ein; wenn diese Silbentrennung in der Folge der weiteren Arbeit nicht mehr gebraucht wird, verschwindet sie zwar auf dem Bildschirm, bleibt aber (immer?) im Zeichenfluss des Textes erhalten und könnte später (beim Buchdruck) zu Fehlern führen. Deshalb: Silbentrennung erst bei der möglichst letzten Überarbeitung einschalten.
Hat man für den Absatz besondere Regelungen getroffen (Einrücken der ersten Zeile, Abstände über/unter Absatz) dann führen diese Regelungen immer dann zur fehlerhaften Darstellung, wenn innerhalb des Absatzes nur eine neue Zeile begonnen werden soll. Hier bleibt nur die nachträgliche absatzweise Korrektur. Da dies für die Länge des Textes erhebliche Auswirkungen hat, sollte man diese Korrekturen schon beim Schreiben vornehmen.
Kosten und Preise. Die Kosten eines Buches hängen (neben vielen anderen Bedingungen von dem Seitenformat und der Anzahl der Seiten ab. Da diese beiden Werte vor allem von der gewählten Schrifttype und der Schriftgröße sowie Zeilenabstand und Randbreiten abhängen, sollte man darauf genau achten. Einrücken am Absatzanfang und sogar Trennung haben nur geringen Einfluss (auf den Testseiten ausprobieren!).
In Deutschland besteht im Buchmarkt „Preisbindung“: der Verkaufspreis für den Endabnehmer wird vom Verlag (und Autor) verbindlich festgelegt, der Buchhändler darf von diesem festgelegten Preis nicht abweichen, weder nach oben noch nach unten. Die Mehrwertsteuer für das gedruckte Buch beträgt 7 Prozent und für das E-Book 19 Prozent (soll jetzt vielleicht geändert werden) und zwar jeweils berechnet vom Nettopreis. (Nettopreis *1,07 = Verkaufspreis beim gedruckten Buch; beziehungsweise beim E-Book: Nettopreis * 1,19 = Verkaufspreis.) Oder: NP * 1,07 = VK Print; NP * 1,19 = VK E-Book. Oder vom Verkaufspreis gerechnet: VK / 1,07 = NP Print und VK / 1,19 = NP E-Book.) Der Autor bekommt einen bestimmten Anteil vom Nettopreis, zum Beispiel 10 Prozent (beim E-Book deutlich höher!). Und der Buchgroßhandel fordert seinen Anteil, der so zwischen 40 und 50 Prozent liegt. Die Folge dieser einfachen Zuschlagskalkulation ist, dass jeder Euro bei der Buchproduktion zu gut zwei Euro Erhöhung beim Buchverkaufspreis führt. Und damit schließt sich der Kreis: wer den Verkaufspreis seines Buches nicht unnötig in die Höhe treiben will, sollte die Produktionskosten senken und das geht bei gleichem Buchformat über die Wahl der Schriftart und Schriftgröße.
Verlag. Die Leistungen des Verlages sind unterschiedlich. Er sollte die ISBN (internationale Buchnummer) beschaffen, das Buch drucken und binden, den Vertrieb übernehmen, die Abrechnung durchführen. Wichtig ist auch, dass der Verlag seiner Pflicht nachkommt und zwei Belegexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek sendet. Für diese Leistungen wird er vom Autor bezahlt. Werbung und Sonderleistungen (Korrekturlesen, Buchgestaltung) nur gegen kräftige Extrazahlungen. Kosten, je nach Verlag und Vertrag von 200 Euro abwärts bis gegen Null (bei E-Books). Verlagssuche: Sucheingabe „BoD“ oder auch „Book on Demand“. Oder bei Amazon „Kindle Direct Publishing (KDP)“; neu ist Epubli für E-Books.
Rechte. Der Verlag oder die Veröffentlichungsplattform braucht das Recht zur Veröffentlichung – mehr Rechte sollten aber auch nicht übertragen werden, und dieses Recht auch nur zeitlich begrenzt (Beispiel: zwei Jahre). Die Druckausgabe, und darum auch die Belegexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek, sind wichtig für den Beweis der Urheberschaft. Alles, was nur im Netz steht, kann zu leicht verändert werden. So bekommt auch eine gedruckte Ausgabe, die kein einziges Mal verkauft wird, ja nur scheinbar zum Verkauf bestimmt ist, einen erheblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Wert.

14.07.2014
Hermann Müller
Bentierode
Bentieröder Bruch 8
D-37574 Einbeck
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