Unser Geld – weg mit dem Bargeld!?

In der Diskussion geht es derzeit um diese vier Fragen:
a) Abschaffen der kleinen Münzen: der 1-Cent-, 2-Cent- vielleicht sogar der 5-Cent-Münze.
b) Abschaffen des 500-Euro-Scheines.
c) Festsetzen einer gesetzlichen Höchstgrenze für Bargeldzahlungen.
d) Abschaffen des Bargeldes überhaupt.
Abschaffen des Bargeldes.
Der Gegensatz zu „Bargeld“ (Münzen und Scheine) ist „Buchgeld“ (Gutschrift auf einem Konto).
Bargeld hat nach Meinung seiner Kritiker erhebliche Nachteile:
Bargeld macht erhebliche Herstellungskosten.
Bargeld macht erhebliche Transportkosten.
Bargeld macht erhebliche Lagerungskosten.
Bargeld muss gegen Raub und Diebstahl geschützt werden.
Bargeld muss vor Fälschung geschützt werden.
Es ist richtig, die Herstellung von Buchgeld besteht einfach darin, eine Zahl hinzuschreiben, in einer EDV-Anlage einzugeben, per Programm dort in Massen zu erzeugen; die Herstellung von Buchgeld kostet tatsächlich nichts.
Es ist richtig, der Transport von Buchgeld (Überweisung) kostet tatsächlich nahezu nichts, der Energieverbrauch, um einige Bits von A nach B zu übertragen, liegt bei einem sehr kleinen Bruchteil eines Cent.
Es ist richtig, die Lagerung von Buchgeld kostet nichts: Speicherplatz wird immer billiger, es handelt sich auch hier um verschwindend geringe Bruchteile eines Cent.
Bargeld muss vor Diebstahl geschützt werden – und Buchgeld? Leider auch, wie so mancher von uns leidvoll erfahren hat. Dieses masselose Nichts Buchgeld kann gestohlen und leicht gefälscht werden und muss daher vor diesem Diebstahl, dieser Fälschung geschützt werden – und zwar mit erheblichem Aufwand.
Was ist „Geld“? Geld (Bargeld wie Buchgeld) ist rechtlich das gesetzliche Zahlungsmittel in seinem Geltungsgebiet, mit seiner Übergabe können alle Geldschulden beglichen werden. Geld ist eine Forderung an die Zentralbank, auch Notenbank genannt. Dieser Forderung gegen die Zentralbank steht nichts an Werten gegenüber. Früher, zu Zeiten der goldgedeckten Währung, konnte man tatsächlich der Deutschen Reichsbank ein paar ihrer bedruckten Scheinchen hinhalten und dafür eine bestimmte Menge an Gold, schön in Barren gegossen, verlangen – und bekam es auch. Seitdem die Golddeckung aufgegeben wurde, bekommt man für seine Scheinchen allenfalls andere Scheinchen – bedrucktes Papier, nicht einmal zum bemalen und beschreiben gut geeignet.
Wirtschaftlich hat Geld (Bargeld wie Buchgeld) drei Funktionen: a) Recheneinheit; b) Zahlungsmittel; c) Wertaufbewahrungsmittel. Alle diese drei Funktionen können, und das muss betont werden, eben auch mit Buchgeld erreicht werden.
Die Interessenlage ist klar: Die Polizei und der Finanzminister wollen jeden Geldverkehr auch nach Jahren noch kontrollieren können: Ziel ist die totale Überwachung des Bürgers (versteckt hinter der fadenscheinigen Behauptung, man wolle die Kriminalität und den Terrorismus bekämpfen). Die Zentralbank will die Banken zwingen, ihre Mengen an Zentralbankgeld bei eben dieser Zentralbank auf einem Konto einzuzahlen, um dann von den Banken dafür Gebühren, Zinsen genannt, in beliebiger Höhe erheben zu können. Die Abschaffung des Bargeldes ist die Voraussetzung, um den von der Zentralbank gewollten Negativzins durchsetzen zu können. Die Banken würden diesen Negativzins dann bequem an ihre Kunden, also uns, weiter geben. - Was können wir als Bürger gegen diese Kontrollwut des Staates, gegen die Geldschneiderei der Banken tun?
Als erste Möglichkeit bietet sich eine andere gesetzliche Währung als Parallelwährung an, im Gebiet des Euro als Beispiel der Schweizer Franken, der US-Dollar oder das britische Pfund. Das löst dann normalerweise Abwehrreaktionen aus wie Grenzkontrollen, Devisenkontrollen, was dann seinerseits wieder zu Umgehungsversuchen führt. Um das alles zu vermeiden, denkt man daran, dass alle wichtigen Zentralbanken das Bargeld zeitgleich abschaffen – aber dass kann noch dauern. Das System der Parallelwährung, jedenfalls in Ansätzen, hatten wir in der Umgebung von Berlin vor dem Mauerbau, die Menschen haben das Prinzip und die Praxis sehr schnell begriffen.
Nach den Krieg wurde viel statt mit der offiziellen Währung „Reichsmark“ mit Zigaretten gezahlt, es war die Zeit der „Zigarettenwährung“. Auch hier lernten die Menschen schnell den Umgang mit dieser Parallelwährung.
Damit nähern wir uns langsam dem Tauschhandel, der ebenfalls nach dem Krieg üblich war, „Schieber“ waren die Verbrecher der Zeit. Deren Zeit endete mit der Einführung der D-Mark im Westen („Westmark“) und drei Tage später der „Mark der deutschen Notenbank“ („Ostmark“) im Sommer 1948. Im Großen galt der Tauschhandel zwischen den beiden deutschen Staaten („Interzonenhandel“). Tauschhandel ist die Rückkehr zu der Wirtschaft vor der Geldwirtschaft und damit das Ende der Macht der Banken und der Zentralbanken.
Eine ganz andere Art der Geld-Währung, ist die Entwicklung von Geld außerhalb einer Zentralbank, etwa die Kryptowährungen.
Ein altes und bewährtes Zahlungsmittel ist der Wechsel, den kann jeder ausstellen, der jeweilige rechtmäßige Inhaber kann ihn an einen anderen Bezeichneten weitergeben oder aber „an Order“ ohne Bezeichnung des neuen Berechtigten weitergeben, dann wird der Wechsel zu einem einfachen Inhaberpapier wie es jede Banknote ist. Praktisch kann ein solcher Wechsel dann wie eine Banknote umlaufen. Ein Wechsel ist auf ein bestimmtes Datum zur Zahlung fällig gestellt. Eigentlich müsste der Wechsel dann mit dem übliche Zentralbankgeld eingelöst werden – niemand wird aber daran gehindert, den alten Wechsel mit einem neuen Wechsel zu bezahlen. Dann sind wir bei dem gleichen Prinzip, das auch die Zentralbank tut, sie bezahlt ihre Forderung lediglich mit einer neuen Forderung auf sich selbst.
Die Abschaffung des Bargeldes kann leicht zu sehr viel weiter reichenden Entwicklungen führen als es sich heute mancher Kritiker des Bargeldes vorstellen kann. Es geht auch und gerade um das Vertrauen der Bürger in ihre Währung.- Glaubst du noch an die Stabilität des Euro? Wenn nicht, denke an Alternativen!

20.02.2016
Hermann Müller
Bentierode
Bentieröder Bruch 8
D-37574 Einbeck
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11 Kommentare
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Wolfgang H. Zerulla aus Burgwedel | 20.02.2016 | 17:27  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 20.02.2016 | 19:17  
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Bruno aus Burgdorf aus Burgdorf | 20.02.2016 | 19:47  
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Wolfgang H. Zerulla aus Burgwedel | 20.02.2016 | 20:39  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 20.02.2016 | 23:33  
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Wolfgang H. Zerulla aus Burgwedel | 20.02.2016 | 23:53  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.02.2016 | 05:28  
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Bruno aus Burgdorf aus Burgdorf | 15.03.2016 | 10:50  
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Wolfgang H. Zerulla aus Burgwedel | 15.03.2016 | 11:04  
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Bruno aus Burgdorf aus Burgdorf | 15.03.2016 | 15:41  
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