Unser Geld – weg mit dem 500-Euro-Schein!?

In der Diskussion geht es derzeit um diese vier Fragen:
a) Abschaffen der kleinen Münzen: der 1-Cent-, 2-Cent- vielleicht sogar der 5-Cent-Münze.
b) Abschaffen des 500-Euro-Scheines.
c) Festsetzen einer gesetzlichen Höchstgrenze für Bargeldzahlungen.
d) Abschaffen des Bargeldes überhaupt.
Abschaffung des 500-Euro-Scheines.
Unsere Geldscheine werden von der Bundesbank (im Auftrag der EZB) herausgegeben. Die Herstellung eines Geldscheins, unabhängig vom aufgedruckten Wert, liegt bei rund zwanzig Cent. Es gibt sicher viele Menschen, die noch nie einen 500-Euro-Schein in der Hand hatten und dass dieser Geldschein im täglichen Zahlungsverkehr ständig gebraucht wird, wird wohl auch niemand behaupten.
Am 16. Februar 2016 meldete die FAZ, dass der 500-Euro-Schein zu den wertmäßig größten Banknoten gehöre, höher sei (als einziger?) der 1000-Franken-Schein der Schweiz. Von dem 500-Euro-Schein habe es nach Angaben der EZB (Europäische Zentralbank) Ende 2015 rund 614 Millionen mit einem Nennwert von (614.000.000*500=) 307 Milliarden gegeben. Da der Nennwert aller ausgegebenen Euroscheine bei 1 Billion liege, wäre der Anteil der 500-Euro-Scheine damit rund Eindrittel.
Wo diese vielen 500-Euro-Scheine liegen, ist nicht bekannt; man weiß nicht einmal, wie viel davon außerhalb des Währungsgebiets des Euro liegen. Auch weiß man nicht, von wem diese Scheine gehalten werden, von Banken oder Nicht-Banken. Dieser feine Unterschied ist für die Geldpolitik der EZB von entscheidender Bedeutung. Man vermutet, dass ein großer Teil dieser 500-Euro-Scheine von Banken gehalten werden, um so den Negativzinsen von Einlagen bei der Zentralbank zu entgehen. Für die Banken stehen die Lagerkosten dieser 500-Euro-Scheine in ihren Tresoren den Kosten der Negativzinsen bei Einlagen bei der EZB gegenüber – damit ist die Macht der EZB über die Banken begrenzt. Die Abschaffung des 500-Euro-Scheines würde bei gleichem Nennwert, die Masse des zu lagernden Papiergeldes erhöhen und damit auch die Kosten der Lagerung.
Eine plötzliche Abschaffung des 500-Euro-Scheines würde eine ebenso plötzliche erhöhte Nachfrage nach 200-Euro-Scheinen und 100-Euro-Scheinen hervorrufen – nur wäre diese Nachfrage nach bedrucktem Papier von den Gelddruckereien kurzfristig nicht zu bedienen. Die Gelddruckereien sind einstweilen noch mit dem Druck der neuen 10-Euro-Scheine und 20-Euro-Scheine ausgelastet – und der Austausch der 50-Euro-Scheine ist ja auch noch vordringlich zu leisten. So wird die Abschaffung des 500-Euro-Scheins von der EZB nur langsam betrieben werden können und sich damit über einige Jahre hinziehen.
Die drei Funktionen des Geldes sind: Recheneinheit, Zahlungsmittel und Wertaufbewahrung. In der Funktion der Wertaufbewahrung (Sparen!) hat der 500-Euro-Schein eine wichtige Funktion und damit Bedeutung und Berechtigung.
Die offiziellen Behauptungen, der 500-Euro-Schein sei ein wichtiges Instrument der Terroristen und Kriminellen, ist nur wenig glaubwürdig, es mag zwar sein, dass auch Terroristen und Kriminelle diesen Schein benutzen, nur würde seine Abschaffung jene an ihrem Tun nicht hindern. Terroristen und Kriminelle benutzen auch Autos – wollen wir die deshalb auch abschaffen?
Das eigentliche Ziel der Befürworter der Abschaffung des 500-Euro-Scheines ist die gänzliche Abschaffung des Bargelds.

17.02.2016
Hermann Müller
Bentierode
Bentieröder Bruch 8
D-37574 Einbeck
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
1.755
Klaus Anton aus Burgwedel | 17.02.2016 | 19:17  
13.216
Hartmut Stümpfel aus Sarstedt | 17.02.2016 | 19:47  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.