Unser Geld – her mit der Höchstgrenze für Bargeldzahlungen!?

In der Diskussion geht es derzeit um diese vier Fragen:
a) Abschaffen der kleinen Münzen: der 1-Cent-, 2-Cent- vielleicht sogar der 5-Cent-Münze.
b) Abschaffen des 500-Euro-Scheines.
c) Festsetzen einer gesetzlichen Höchstgrenze für Bargeldzahlungen.
d) Abschaffen des Bargeldes überhaupt.
Festsetzen einer gesetzlichen Höchstgrenze für Bargeldzahlungen.
Die Bundesregierung plant eine Obergrenze für Bargeldzahlungen in Deutschland einzuführen, so wie sie in einigen anderen Staaten bereits besteht. Diese Obergrenze ist aber weder in der Euro-Zone noch viel weniger in Europa einheitlich; dies möchte man nun gleich mit ändern und eine einheitliche Höchstgrenze einführen, vorgeschlagen wird ein Betrag von 5.000 Euro. Die offizielle Begründung für diese geplante neue Regelung ist der Kampf gegen den Terrorismus und die Kriminalität.
Frankreich habe eine solche Obergrenze schon lange – und es gab trotzdem bekanntlich einige bedeutende terroristische Anschläge. Italien habe eine solche Obergrenze schon lange – und trotzdem gibt es weltbekannte Probleme mit der Mafia immer noch. Die offizielle Begründung für die Einführung einer Obergrenze für Barzahlungen taugt also offensichtlich weder zur Bekämpfung des Terrorismus noch der Kriminalität.
Eine gesetzliche Obergrenze für Barzahlungen taugt aber sehr wohl, um den Bürger zu kontrollieren und seine Zahlungsströme auch nach Jahren noch gut zu verfolgen. Die Frage ist nur, kann sich der Bürger dieser Kontrolle entziehen und wenn wie muss er sich verhalten?
Beispiel Möbelkauf für 50.000 Euro; angenommene gesetzliche Obergrenze: 5.000 Euro. Man teilt den Kauf in eine Reihe von Einzelkäufen auf (Tisch, Stühle, Schrank, usw.), keiner dieser Einzelkäufe übersteigt die gesetzliche Obergrenze. Und wenn ein einzelnes Prachtstück doch teurer sein sollte, dann gibt es darauf eben einen Rabatt und zum Ausgleich wird ein anderes Stück entsprechend teurer (Umbau auf Kundenwunsch ist eine gute Begründung vom Listenpreis nach oben abzuweichen). Für die Praxis heißt das: verwende nicht die Höchstgrenze (hier also 5.000), denn das fällt auf. Meide runde Werte, denn die sind verdächtig. Nimm Werte, wie sie in dem Geschäft auch für andere Artikel auf den Preisschildern stehen, also hier üblich sind.
Und beim Auto für 50.000 Euro? Nach meiner Kenntnis besteht ein normales Auto aus mehr als tausend Einzelteilen, Bauteil oder Modul in der Fabrik, im Handel Ersatzteil genannt. Man kauft also eine hinreichende Anzahl passender Ersatzteile und zahlt dann für den Zusammenbau. Das Ergebnis ist ein komplettes Auto aus der Fabrik zum in der Summe ganz normalen Preis. Dieses Aufteilungsverfahren wird auch praktiziert, wenn der Einkäufer in einem Unternehmen seine begrenzte Höchstsumme für seine Vollmacht überschreiten will. Also merke: Teile und zahle bar!
Der Hotelpreis für die vier Wochen Urlaub übersteigt die gesetzliche Höchstgrenze? Macht nichts, man kann die einzelnen Tage auch einzeln abrechnen und zahlen. Es reicht völlig, dass die beiden Vertragspartner die Bargeldzahlung möglich machen wollen, egal aus welchem Grund. Allerdings darf man einen rechtswidrigen Grund (zum Beispiel Steuerhinterziehung) dem anderen nicht ausdrücklich sagen.
Bei Immobiliengeschäften kann man, richtig durchgeführt, sogar, jeden sichtbaren Zahlungsvorgang vermeiden. Anregungen dafür finden sich in den Krimibändchen „Ein Fall für Rosi“ und „Klarer Fall“ mit den Erzählungen „Rosi ganz legal“ und „Das Gesicht“. - viel Spaß beim Lesen und Nachmachen!
Es geht um die Kontrolle, durch die Banken und den Staat. Als ich vor Jahren an die Versicherung als Gläubiger Sondertilgungen in Höhe von 15.000 Euro überwies, wurde ich aufgefordert darzulegen, woher das Geld stammt, die Versicherung sei zu diesen Nachforschungen verpflichtet. Für Banken gilt diese gleiche Vorschrift. Daraus folgt, wenn jemand von seinem eigenen Konto Barabhebungen macht, muss er es, um diesen Kontrollen zu entgegen, in kleinen Beträgen (und regelmäßig) tun. Selbstverständlich gilt das auch und mehr noch für Bareinzahlungen. Wer von einer Bank zu einer anderen wechselt, kann das selbstverständlich in einem Rutsch mit einer Überweisung tun, aber dann kennt die Bank die neue Bankverbindung. Wer diese Allwissenheit der Bank und totale Kontrolle vermeiden will, muss den Umzug in kleinen Beträgen im Umweg über Bargeld abwickeln. - Ich werde so immer wieder an den Krieg und seine Abwehr der feindlichen Spionage erinnert: eines morgens waren alle Schaufenster mit schwarzen Männern beklebt und der Aufschrift: „Pst! Feind hört mit!“

18.02.2016
Hermann Müller
Bentierode
Bentieröder Bruch 8
D-37574 Einbeck
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1 Kommentar
1.700
Hermann Müller aus Einbeck | 19.02.2016 | 15:23  
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