Plastik-Müll

Die EU will die Plastiktüten verbieten, weil diese umweltschädlich seien, denn sie würden, auch in kleine und kleinste Teile zerrieben, zwar von Tieren gefressen werden, könnten aber nicht verdaut und auch nicht sonst biologisch abgebaut werden. Plastik ist ein Ding für die Ewigkeit, mindestens für Jahrhunderte. Das mag alles richtig sein, aber dies gilt ja nicht nur für Plastiktüten, sondern für alles was aus Plastik und anderem Kunststoff seit über einem halben Jahrhundert von uns Menschen gemacht wird.
Praktisch alles, was heute aus Kunststoff (Ausgangsstoff ist fast immer Erdöl) gemacht wird, könnte auch aus anderem Material hergestellt werden, insbesondere aus Holz (möglichst naturbelassen, nicht „veredelt“), Glas und Keramik, Textilien (Baumwolle, Wolle), Metall. Und wenn wir uns umsehen, dann gibt es viele Produkte eben auch aus diesen, fast möchte ich sagen „natürlichen“, Materialien auch heute noch, und meist sind diese etwas höher wertig, mindestens, was den Preis angeht. Es ist also jederzeit und ohne großen Aufwand nahezu jederzeit möglich, von der heutigen Plastikwirtschaft auf diese anderen Materialien zu wechseln. Wollen wir das der Umwelt zuliebe tun?
Heute sind praktisch alle Waren fein säuberlich abgepackt, in Plastikfolien. Ich kenne noch eine Zeit, da wurde die Milch in einer vom Käufer mitgebrachten Kanne geholt und mit einem passenden Maßbecher vom Verkäufer eingefüllt – heute würde man einen Abfüllautomaten benutzen (vergleichbar Kaffeeautomat im Büro). Solche Automaten ließen sich für alle flüssigen Waren einsetzen, also die verschiedenen Milchsorten, Säfte, Essig und alles andere. Aber nicht nur Flüssigkeiten, auch streufähige Feststoffe (Kaffeepulver, Mehl, Erbsen, Bohnen) können von Abfüllautomaten verkauft werden, wenn die Käufer ihre eigenen passenden Behälter und Flaschen zum Einkauf mitbringen. Wollen wir das der Umwelt zuliebe tun?
Alle aus Erdöl gewonnenen Kunststoffe brennen und zwar mit einer Hitzeentwicklung, die kein normaler Haushaltsofen und nicht einmal die kommunalen Müllverbrennungsanlagen auf Dauer vertragen. Die Verbrennung erfolgt daher in den für höhere Temperaturen gebauten Öfen etwa der Zementindustrie. Verbrennen ist die einzige Möglichkeit, Plastik endgültig zu vernichten (vornehm: zu entsorgen).
Plastik und Kunststoffe - eine wunderbare Sache – mit kleinen Langzeitfehlern. Stehen wir hier vor dem gleichen Problem wie bei der Atomenergie? Ob sich daraus wohl ein neues Ziel einer Umweltpartei machen lässt?


07.01.2014
Hermann Müller
Bentierode
Bentieröder Bruch 8
D-37574 Einbeck
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2 Kommentare
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Hermann Müller aus Einbeck | 08.01.2014 | 14:29  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 09.01.2014 | 16:43  
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