Erasmus Apotheke setzt auf Vernetzung von Kompetenzen als zukunftsweisendes Projekt
„Wer stand nicht schon einmal in der Apotheke und dachte beim Kauf eines Schnupfensprays: “Eigentlich habe ich die Nase voll – und brauche in Wirklichkeit jemanden, bei dem ich mich einmal richtig aussprechen kann. Über Dinge reden, die ich nicht einmal meiner besten Freundin anvertrauen würde, falls diese überhaupt existiert.“
„Die Kombination Apotheke und psychologische Beratung macht durchaus Sinn“, so die Apothekerin Petra Dietl-Hillers aus der Erasmus Apotheke in Eichenau. „Beides ist wichtig: die Linderung der Schmerzen und die Möglichkeit, der Ursache auf den Grund gehen zu können. Die psychologische Beratung kann die erste Anlaufstelle sein, um einmal Druck abzulassen. Oft bedarf es nur eines Ohres“, weiß die Fachfrau. Wie gerne würde die Apothekerin ihre Zeit ihren Kunden mit in die Verkaufstüte einpacken, um sich als Ansprechpartnerin anzubieten. Dies und vieles mehr soll nun die Psychologin übernehmen. Einmal bedingungslos angenommen werden, Akzeptanz und Wohlwollen erfahren. Das ist oft schon der erste Schritt zur Besserung. Die Bandbreite ist groß: Da geht es um alltägliche Tipps, um Hilfestellungen bei Erziehungsfragen, um Klärung bei Partnerschaftsproblemen oder einen Ausweg aus der Lebenskrise. Wer es tiefer und intensiver möchte, der kann sich ausführlich über ein breites Spektrum der Therapieangebote informieren. Sollte eine Therapie in Frage kommen, so kann man sich ganz unverbindlich darüber beraten lassen, welche Therapieform für seine persönlichen Belange in Frage kommt. Sie kennen die Psychologin nicht? Dann informieren Sie sich doch einmal auf ihre Internetseite: www.Ulrike-Brueck.de oder schauen Sie bei ihren Vorträgen vorbei. Gelegentlich können Sie sie auch im Evangelischen Pflegezentrum Eichenau bei einem Vortrag live erleben.
Mehr zur Idee, erfahren Sie im folgenden Interview:
„Frau Dietl-Hillers, Sie haben ein neues Konzept veröffentlicht, in dem Sie mit einer Diplom-Psychologin zusammen arbeiten. Was hat Sie zu diesem Konzept veranlasst?“
“Ich habe in meinem beruflichen Alltag als Apothekerin viel mit Menschen zu tun. Meine Kunden kenne ich mittlerweile recht gut. Wenn ich dann nach ihrem Wohlbefinden frage, kommt es öfters vor, dass sie sich mir anvertrauen. In letzter Zeit habe ich festgestellt, dass die Menschen vermehrt Probleme in ihrem privaten Umfeld haben. Und da kam mir die Idee, eine psychologische Beratung anzubieten.“
“Machen das normalerweise nicht die Ärzte, die die Medikamente verschreiben?“
„Ja, natürlich, aber als Apothekerin sehe ich mich nicht nur in der Rolle einer Arzneimittelversorgerin, sondern ich möchte meinen Kunden auch im Bereich der Prävention und der Dienstleistung ein umfangreiches Angebot machen. Wir bieten z. B. den Service einer Ernährungstherapeutin an, die unsere Kunden mit ihrer Beratung in punkto „Ernährung – richtig essen“ professionell unterstützt, was uns als „Richtig essen“ Apotheke auszeichnet. Daneben bieten wir einen kostenlosen Arzneimittel-Bringservice an, verleihen Baby-Waagen, Milchpumpen oder Pari-Inhalationsgeräte. Gelegentlich offerieren wir auch eine externe Gesundheitsvorsorge. Da kommt z. B. auch einmal ein Fitnesstrainer zur Messung der Rückenmuskulatur unserer Kunden. Die Vernetzung von Kompetenzen ist das Konzept meiner Apotheke.“
„Wird Ihr Angebot von den Kunden auch genutzt?“
„Ja, im Laufe der Jahre kann ich ein verstärktes Interesse der Kunden an ihrer Gesundheit feststellen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Menschen stärker für ihren Körper verantwortlich fühlen und dafür auch etwas tun wollen.“
„Ja, aber das Thema. „psychische Gesundheit“ ist doch ein heikles Thema. Wollen Sie da die Termine über den Ladentisch verabreden?“
„Nein, natürlich nicht. Unsere Psychologin ist sehr vertrauenswürdig und unterliegt der Schweigepflicht. Man kann sie telefonisch erreichen und persönlich mit ihr einen Termin ausmachen. Sie hat ihre Praxis in Fürstenfeldbruck, im Ortsteil Buchenau. Wir hier in der Apotheke sind über diese Kontakte nicht informiert. Da geht nichts über den Ladentisch. Das bekommt niemand mit.“
„Ich könnte mir vorstellen, dass es doch für den ein oder anderen Kunden eine große Hemmschwelle sein kann, eine Psychologin anzurufen und einen Termin auszumachen. Wie wollen Sie denn diese Person Ihren Kunden bekannt machen?“
„ Auch daran haben wir gedacht. Das evangelische Pflegezentrum in Eichenau unterstützt uns, indem wir dort gelegentlich Seminarräume für Vorträge zur Verfügung gestellt bekommen. Dann kann man die Psychologin während ihrer Vorträge erleben und selbst entscheiden, ob man sich ihr anvertrauen möchte.“
„Herzlichen Dank.“


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