Interview mit Martina Meusel, Bürgermeisterkandidatin der Eichenauer SPD
Bürgerreporter Martin Fiedler (BR): Wer ist Martina Meusel? Viele, doch nicht alle kennen Sie. Stellen Sie sich den Lesern doch kurz vor.
Martina Meusel (MM): Ich bin Jahrgang 1966, in München geboren. Nach dem Abitur 1986 war ich im medizinischen Bereich tätig und bin jetzt selbstständige Heilpraktikerin mit Praxis in Eichenau. Seit 16 Jahren lebe ich mit meinem Mann in unserer Gemeinde. Wir haben zwei Kinder im Alter von 14 und 18 Jahren.
BR: Sie gehören keiner Partei an. Wie kommt es, dass Sie für das Bürgermeisteramt kandidieren?
MM: Ich gehöre zu den Menschen, die gerne etwas bewegen wollen, aber auch zu denen, die den Mund aufmachen, um auf Probleme hinzuweisen. Ich will Dinge in Angriff nehmen, die meines Erachtens schon viel zu lange liegen gelassen worden sind oder noch nie in Angriff genommen wurden.
BR: An welche „Dinge“ denken Sie dabei?
MM: Als Neuhinzugezogene hatte ich damals das Gefühl, ich muss auf Eichenau zugehen, um dazuzugehören. Ich möchte es Neubürgern künftig leichter machen, sich schnell zu recht zu finden und ihnen bei Problemen, z.B. Kinderbetreuungsplätze zu finden, umgehend und unbürokratisch helfen. Weitere Anliegen sind die Aufwertung des Gemeindelebens, die Verbesserung des Bürgerservices und eine intensivere Integration von Jugendlichen und Senioren ins Gemeindeleben.
BR: Warum kandidieren Sie gerade für die SPD?
MM: Meine Nähe zur SPD besteht schon seit meiner Geburt. Meine Familie ist sehr sozialdemokratisch geprägt, mein Großvater war SPD-Mitglied. Ich setze mich für mehr soziales Leben und Verständnis der Generationen untereinander ein, dabei ist mir der Solidaritätsgedanke sehr wichtig. Auch bei schlechterer Finanzlage der Kommunen muss das Gemeinschaftsgefühl erhalten bleiben, eher noch verstärkt werden. Hier ist die Fantasie der Gemeinde besonders gefragt.
BR: Eichenau ist doch gut ausgestattet mit sozialen und anderen Einrichtungen. Was gibt es hier noch zu tun?
MM: Sicher gibt es schon viele gute Einrichtungen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung leisten gute Arbeit und versuchen den Bürgern zu helfen. Eine echte Plattform, die alle Angebote für die Bürger vernetzt, fehlt jedoch. So könnte schneller und effektiver geholfen werden. Ein kommunikatives Ortszentrum für alle Eichenauer ist eines meiner Ziele als Bürgermeisterin. Auch bei den anderen Angeboten gibt es noch einige Defizite.
BR: Und die wären?
MM: Bei der Mobilität sollte auch am Wochenende tagsüber ein City- oder Ringbusverkehr existieren. Es sollte endlich einen selbstbestimmten Treffpunkt für Jugendliche geben. Mit dem von der Jugendreferentin Gertrud Merkert angestoßenen Planung eines Jugendcafes ist man auf einem guten Weg. Auch eine echte Toilette und ein Kiosk am Badesee sind überfällig. Die Gemeinde sollte bei ihrem Handeln mehr auf ihr soziales und ökonomisches Image achten.
BR: Wie sehen Sie die Entwicklung der Gemeinde in den nächsten Jahren?
MM: Eichenau verfügt nicht über große freie Flächen wie Olching oder Maisach, viele Gemeindegrundstücke wurde leider in der letzten Legislaturperiode verkauft. Daher ist der Spielraum recht klein. Dennoch muss es Ziel der Gemeinde sein, bezahlbaren Wohnraum, insbesondere für junge Familie und Senioren ohne große Rente, zu fördern. Im Bereich Gewerbe muss die Gemeinde ihr Marketing noch optimieren.
BR: Rechnen Sie sich als Frau Chancen bei der Wahl aus?
MM: Ich bin sicher nicht Favoritin, aber ich sehe mich als gute Alternative für Wähler, die nicht zu konservativ geprägt sind. Es gibt inzwischen viele Kommunen, die erfolgreich von Frauen geführt werden. Warum nicht auch Eichenau?



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