Diskussion zu TTIP UND CETA in Eichenau: Das Publikum war sehr kritisch

Über 80 Interessierte kamen zum Diskussionsabend
Eichenau: Dering Schule Eichenau |

Am 21.10. veranstaltete die Eichenauer SPD einen Diskussionsabend zu den geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen. Das Thema stieß auf große Resonanz, über 80 Gäste versammelten sich in der Aula der Dering-Schule. Als Referenten kamen Dr. Fritz Glunk, Gründungsherausgeber des Magazins Gazette und Dr. Erdal Yalcin vom ifo Zentrum für Außenwirtschaft. Die Moderation übernahm Eichenaus SPD-Vorsitzender Martin Eberl.

Dr. Yalcin, der sich für die Abkommen TTIP und CETA aussprach hatte einen schweren Stand an diesem Abend, da aus dem Publikum nahezu ausschließlich ablehnende Ansichten kamen. Er erklärte, dass die Abkommen geostrategisch nötig seien, um gegenüber China konkurrenzfähig zu bleiben. Ohne die Abkommen gingen Arbeitsplätze verloren, mit ihnen stiegen auch die Löhne.
Dr. Glunk hingegen machte vor allem auf die politischen Risiken der geplanten Abkommen aufmerksam. Die Abkommen würden unter anderem Privatisierungen und Liberalisierungen vorsehen, die laut Vertrag nie wieder rückgängig gemacht werden dürften.
Was die vorgesehenen Schiedsgerichtsverfahren betrifft, so äußerte hier auch Yalcin, mit diesen Regelungen nicht zufrieden zu sein.
Das Publikum beteiligte sich intensiv und bisweilen auch sehr emotional mit vielen Wortbeiträgen, wobei sich kein TTIP-Befürworter fand. Auch unter den zahlreichen anwesenden Eichenauer Gemeinderäten von SPD, Freien Wählern und Grünen gab es niemanden, der sich positiv zu dem Abkommen äußerte. Auch die Äußerungen des anwesenden Landtagsabgeordneten Dr. Herbert Kränzlein waren sehr kritsch gegenüber den geplanten Abkommen.
Am Ende dankte Martin Eberl den Referenten für den spannenden Abend und Dr. Yalcin explizit für seinen Mut, sich quasi in die Höhle des Löwen gewagt zu haben und den Abend über die Diskussion sozusagen gegen alle Anwesenden durchgestanden zu haben. Dafür erhielt Dr. Erdal Yalcin dann auch den großen Beifall des Publikums, den er für die Inhalte zuvor nicht bekommen konnte.
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