Brutto ist NETTO - Beim Strompreis in Eichenau geht alles durcheinander.

Ökostrom für Privathaushalte - das wäre auc hfür die Gemeinde möglich mit einem Aufschlag von 0,3 ct

Die Eichenauer Gemeinderäte genehmigten den Einkauf für den meiner Meinung nach überteuerten Strom bei der "EON Tochter" KommEnergie GmbH mit einem Kuriosum von Brutto = Netto. Die Firma ist zu 67% in Händen von EON und drei Gemeinden halten den Rest. Sie leistet sich einen Aufsichtsrat zur Beratung, der in der Regel mit eeinfacher Mehrheit entscheidet. Nur bei den zwei wichtigsten Fragen behält sich der Mehrheitseigner die Mehrheit vor.

-- Mit Schreiben vom 12.1.2010 wenden sich die KommEnergie Geschäftsführer Herr Krammer, der vor seiner jetzigen Tätigkeit schon lange bei EON gesarbeit hatte, gegen den unten fortgesetzten Artikel und bezeichnen diesen als "fehlerhaft und rein emotional geprägt." Die Firma erwarte eine faire Berichterstattung und eine Richtigstellung, Das mache ich gerne , wenn mir ein Fehler unterlaufen sein sollte.
Ich behaupte, dass der Artikel nicht emotional verfasst ist, sondern sich im Ansatz um Verständnis und Aufklärung in einem tatsächlich schwierigen Gebiet der Stromwirtschaft und öffentlichen Vergabe um Sachlichkeit bemüht.
Ich bin im Gegensatz zu dem Geschäftsführer von KommEnergie GmbH kein Fachexperte auf diesem Gebiet sondern habe mich eingearbeitet.
Auf mein eigentliches Anliegen, warum in der Auslobung der Stromvergabe vom 3 Mio KWh für die Gemeinden ein "Bruttopreis" gefordert war und die Gemeinderäte dann über einen Preis ohne die zusätzlichen Steuern und Abgaben abstimmten, geht die KommEnergie in ihrem Beschwerdebrief leider gar nicht ein.
Es wird leider auch nicht gesagt , wie hoch denn nun im Vergleich zum aktuellen Haushaltsstrom der Preis ist, den die drei Gemeinden in 2010 je kWh für die öffentlichen Gebäude und die Straßenbeleuchtung zahlen. --

Zum Strompreis der Firma kommen alle gesetzlichen Abgaben und Steuern hinzu, auf die der Lieferant keinen Einfluss hat, und dieser Preis kann als "Nettopreis" bezeichnet werden. Auf diesen Preis kommt dann noch die Mehr Mehrwertsteuer von 19% hinzu - was dann der "Bruttopreis" wäre, oder ?

Es folgt nun der ursprüngliche Artikel. Auf die Einwände gehe ich im Kommentar unten ein.


Für den Einkauf von elektrischer Energie für eine unbekannte Anzahl von Abnahmestellen von 770 000 kWh ( ca. 3 Mio KWh für alle drei Gemeinden ) sollte sollte laut "Ausschreibung" ein Arbeitspreis angegeben werden, der als "Bruttopreis" aber zuzüglich "Umsatzsteuer, Stromsteuer/Ökosteuer, Mehrwertsteuer Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG
( Für das Jahr 2010 ist die EEG-Umlage auf 2,047 ct/kWh festgelegt worden)
sowie Kraft - Wärme - Kopplungsgesetz KWKG" ( 0,05 ct/kWh (§ 9(7) Satz 2) anzugeben sei.


Der Stromabgabepreis beträgt 12,22 ct/kWh bei Eintarifmessung und 14,31 ct je kWh tags bei HT Zweitarifzählung (für die Gruppe Kleinanlagen mit Versorgung aus dem Ortsnetz) und enthält die Gebühren für Netzentgelte und die Konzessionsabgabe sowie die Kosten für die Messung und ist somit eigentlich ein Nettopreis, denn auf diesen kommen noch ca 40% Steuern und öffentliche Abgaben um den Bruttopreis zu bilden.

Die Gemeinderäte beschlossen so gegen 6 Stimmen einen Brutto End-Preis von vermutlich ca. 18,41 bis 19,77 ct je kWh.
( dies ist eine Überschlagsrechnung von mir aufgrund der vorliegenden Daten. Den Gemeinderäten wurde nicht mitgeteilt, was der Endpreis ist und die KommEnergie sagt es auch am 12.1.2010 nicht. Anm.m d. V.)

Der Preis liegt somit ähnlich wie beim Haushaltsstrom für den Einzelkunden , obwohl hier in einem Vertrag für Sonderkunden rund 3 Millionen kWh im Block eingekauft wurden. ( Anm.: Cent pro Kilowattstunde
19,76 als Bruttopreis für Kleinverbraucher oder 20,59 plus unterschiedliche Grundgebühren als "KommStom" Produkt laut Internet: http://www.kommenergie.de/html/kommstrom.html)

Der Arbeitspreis für die Straßenbeleuchtung ist mit 9,19 ct je kWh ( Brutto ca. 14,3 ct je kWh) besonders hoch, wenn bedenkt, dass dafür der billige Nachtstrom der Kernkraftwerke von EON eingesetzt wird, der in der Erzeugung ca 2 ct je kWh kostet, als Brutto/Netto Preis mit Abgaben dann ca 4 ct und also als Bruttopreis auch unter Berücksichtigung eines ordentlichen Gewinns nicht mehr als 9 ct dem Endabnehmer kosten dürfte. Für die Gemeindegebäude wird ein Nachtstrom NT von 8,11ct/kWh plus Abgaben und Steuern angeboten, der unter dem Durchschnittspreis (durchschnitt von was?) von 9,19 plus Abgaben und Steuern für die Straßenbeleuchtung liegt.

In der Gemeinderatsstitzung habe ich den Preis als nicht marktgerecht abgelehnt zumal es nur einen Bieter gab ( an dem die Gemeinde mit 11% beteiligt ist)

Um vom Netto/Brutto Preis auf den Bruttopreis zu kommen muß man als Abgaben hinzuzählen:
2,047 ct EEG
0.05 ct KWKG / 0,25 bei uns - der andere Preis ist für Großverbraucher.
1,00 ct Mehrwertsteuer (Anm.: KommEnergie weist darauf hin, dass dieser Anteil zu gering ist, da die Mehrwertsteuer auf ALLE Preisbestandteile anfällt, somit höher anzusetzen ist!. Vielen dank für die Berichtigung. gu)
2,05 ct Stromsteuer / Ökosteuer
d.h. rund 5,1 ct je kWh

Die Gemeindeverwaltung weist daher auch schon vorsorglich auf die Preiserhöhungen hin: "Die Stromkosten werden damit erwartungsgemäß gegenüber der alten Rahmenvereinbarung ..(von 2006) ... ab dem 1.1.2010 ...um geschätzte 20% steigen. "

Wer sich über die Kosten der Stromerzeugung informieren will findet hier die Basisinformation: http://energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom...

Diese Karte zeigt sehr schön die Ausdehnung des EON Landes in Bayern. http://energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom...

Über die Strafanzeige wegen der möglichen Manipulation der Strombörse wird hier informiert: http://energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom...


"Kurze Chronik

* 1998 Die Strommärkte werden liberalisiert. Die Großhandelspreise für Strom sinken auf rund zwei Cent je Kilowattstunde.
* 2000 RWE und E.on legen rund zehn Prozent aller deutschen Kraftwerke still (10.000 Megawatt Leistung).
* 2002 Die Stromhandelspreise an der Strombörse klettern auf rund sechs Cent pro Kilowattstunde
* 2006 RWE und E.on verkaufen ihren Strom nicht an der Börse, sondern außerbörslich. RWE tritt sogar an der EEX als größter Stromkäufer auf (siehe Grafik).
* 2007 Ein Insider verbreitet detaillierte Handelsdaten der EEX.
* 2007 Die Börsenaufsicht lässt die Manipulationsvorwürfe von einem wissenschaftlichen Institut untersuchen. Genau dieses Institut hatte RWE gegen Vorwürfe des Bundeskartellamts wegen Preismanipulationen verteidigt - gegen Bezahlung.
* 2007 Die EU-Kommission durchsucht die Konzernzentralen von E.on und RWE. Sie verhängt gegen E.on ein Bußgeld von 34 Millionen Euro, weil ein Siegel erbrochen wird, das beschlagnahmte Akten sicherte.
* 2008 Der Bundestag verschärft die Kartellvorschriften, damit Kartellbehörden besser gegen missbräuchlich überhöhte Energiespreise vorgehen können. Das Bundeskartellamt richtet zur Verfolgung derartiger Verstöße eine spezielle Beschlusskammer neu ein.
* Februar 2009 Die EU Kommission stellt das gegen E.on eingeleitete Missbrauchsverfahren ein, weil sich E.on zur Veräußerung seines Stromnetzes bereit erklärt." http://energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom...


Übrigens ! der Landkreis ist da weiter! Für die Hälfte seiner Liegenschaften genehmigte er Ökostrom! Da muss der Bürgermeister als einziger Kreisrat aus Eichenau ( wenn man mal von Bürgermeister Kränzlein absieht) gegen die CSU Mehrheit gestimmt haben. In Eichenau war er jedenfalls dagegen. Mehr dazu im Gemeindeblog: http://www.myheimat.de/fuerstenfeldbruck/politik/l...

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2 Kommentare zum Beitrag
5.940
Michael Gumtau aus Eichenau am 21.12.2009 um 09:36 Uhr  
5.940
Michael Gumtau aus Eichenau am 31.01.2010 um 16:36 Uhr  
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