Kennen Sie den schönen Osterbrauch mit frischem Quellwasser?

Ein schöner Osterbrauch

Zum Osterfest kannte ich aus meiner Kindheit einen schönen Brauch, den man auch in Eichenau wieder beleben könnte:

Junge Mädchen und Burschen erlangen besondere Schönheit, wenn sie am Ostersonntag noch vor Sonnenaufgang an einer Quelle ihr Gesicht mit frischem Quellwasser waschen. Bedingung ist allerdings, dass sie vorher noch kein einziges Wort gesprochen haben, denn sonst kann dieser Zauber nicht wirken.
So eine Wanderung in der Morgendämmerung, bei der Kinder das Erwachen der Natur erleben können, finden sie spannend, auch wenn ihnen das Schweigen dabei sicher nicht immer ganz leicht fällt.
Nachdem ich einmal meiner Enkelin von diesem Erlebnis in meiner Kindheit erzählt hatte, weckte sie mich am letzten Ostersonntag noch bei Dunkelheit. Mit einer Taschenlampe schlichen wir schweigend aus dem Haus zur Urschelquelle. Diese liegt zum Glück nicht weit von Eichenau entfernt an der Verlängerung der Forststraße in Richtung Hoflach am Waldrand. Hier wusch sie dann mit dem Quellwasser ihr Gesicht. Ihrem gut gemeinten Vorschlag, mir doch ebenfalls das Gesicht mit Quellwasser zu waschen, bin ich nicht gefolgt, denn so große Wunder kann auch die schönste Quelle nicht vollbringen.
Und von der Bezeichnung „schön“ ist Eichenaus Urschelquelle leider noch weit entfernt. Doch dies ließe sich mit etwas gutem Willen leicht ändern.
Schon 2002 hatten die Freien Wähler Eichenau dem Bürgermeister angeboten, das Gelände um die Urschelquelle in Eigenarbeit in einen wünschenswerten Zustand zu bringen und die Patenschaft über diese Quelle zu übernehmen. Dies wurde leider aus wasserrechtlichen Gründen abgelehnt. 2003 hat dann die Gemeinde das Gelände selbst gepachtet und die Renaturierung beschlossen. Zuvor musste aber erst noch ein Imker das Gelände verlassen und sein Bienenhaus entfernen. Danach wurde das Gelände dann auch bald gereinigt und Gestrüpp entfernt, so dass man hoffen konnte, dass Eichenau bald um einen schönen Anblick reicher werden würde.
Doch weit gefehlt, anscheinend war mit Renaturierung nur gemeint, dass man die weitere Entwicklung der Natur überlassen könnte.
Sicher, eine Sickerquelle kann man nicht zum Sprudeln bringen, aber man könnte ihre Sammelbecken mit geringem Aufwand jährlich einmal reinigen und die Ränder ohne große Kosten so bepflanzen, wie man es in anderen Gemeinden an Bächen oder Dorfteichen oft sieht. Eine Bank, die bisher in der Nähe am Weg in der Sonne steht, würde im Schatten an der Quelle allen Spaziergängern, besonders natürlich den Älteren unter uns, einen erholsamen Rastplatz mit schönem Anblick bieten. Mit schattigen Rastplätzen für Senioren ist unser Gemeindegebiet ohnehin nicht gerade üppig ausgestattet.
So könnte dann Eichenau ohne großen Aufwand und Kosten wieder um ein schönes Fleckchen reicher werden. Man müsste es nur wollen.

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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Stadtmagazin eichenauer | Erschienen am 12.04.2010
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2 Kommentare zum Beitrag
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Michael Gumtau aus Eichenau am 23.03.2010 um 18:06 Uhr  
7
Thomas Hennemann aus Germering am 23.03.2010 um 18:44 Uhr  
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