Bissendorfer Radoldies wieder unterwegs

 

Eibau: Spreeradweg:: | Die Bissendorfer Rad-Oldies, hervorgegangen aus der alten Männerturnriege, hatten sich in diesem Jahr, dem 27.Jahr der gemeinsamen Fuß-bzw.Radwanderungen, den „Spree-Radweg“ auf das Programm geschrieben und so starteten die 7 Oldies am 11.8. morgens bei Rainer Gerth, nachdem am Abend vorher bereits die Räder verladen worden waren. Es war kaum zu glauben, aber ohne jeglichen Stau kam man bis ins Drei-Länder-Eck Oberlausitz (Tschechien-Polen-Deutschland) bei Neugersdorf (Kreis Görlitz), wo man ab Spreequelle noch 33 km unter die Räder nahm und in Schirgiswalde die erste Übernachtung hatte. Als erstes fielen die Doppel-Beschriftungen allerorten auf, bis uns einfiel, dass wir uns ja im Gebiet der Sorben befanden und daher alles zweisprachig ausgezeichnet war. Von Schirgiswalde ging es am nächsten Tag über Bautzen mit seiner hübschen Altstadt durch das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide bis nach Uhyst. Zahlreiche Seen, die passiert wurden, waren ehemalige Braunkohle-Tagebaustätten gewesen, die sich nun als Naherholungsgebiete zeigten. Ein Besuch am Bärwalder See, der ca. 17 x so groß wie der Maschsee ist und etwa den 100-fachen Wasserinhalt hat, zeigt die gewaltigen Ausmaße dieses ehemaligen Tagebaues. Die Kraftwerks-Türme und der letzte verbliebene Schornstein (von fünf) beim Kaftwerk Boxberg (Oberlausitz) zeigen aber unübersehbar, dass Vattenfall den Braunkohletagebau wieder reanimiert (z.B. Welzow-Süd), um den Ausstieg aus der Kernenergie zu kompensieren. Der nächste Tag führte uns nach Spremberg, wo wir sogar anläßlich des Heimatfestes vom Radioteam des RBB interviewt wurden. Das Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ ließ aus der Ferne grüßen und die Nachmittagsetappe führte uns bis nach Cottbus. Am nächsten Tag stießen wir in den Spreewald bis nach Lübbenau vor. Leider waren gerade dort wieder viele Radwege auf alten Panzerstraßen angelegt, die man getrost als „Fahrrad-Teststrecken“ einordnen konnte. Aber natürlich ist der Spreewald ein herrliches Ausflugsgebiet, das man per Kanu oder „gestakt“ auf seinen unendlichen Wasserwegen erobern kann. Hinter Lübben führten uns lange Strecken der fast nur aus Windungen bestehenden Spree durch das Biospährenreservat in die Märkische Heide. Über Trebatsch (alte Spree-Zugbrücke) führte der Weg langsam aber sicher in Richtung Berlin. Eine längere Pause machten wir in Beeskow, einem sehenswerten Städtchen auf der Strecke nach Fürstenwalde. Bevor wir aber diese Stadt erreichten, kamen wir zwischen Kersdorfer Schleuse und Berkenbrück fernab im Walde an einer ehemaligen NVA-Ausbildungsstelle (wo auch die RAF-Leute ausgebildet worden waren) vorbei, die heute als „Forsthaus an der Spree“ dem „Spree-Wanderer“ -egal, ob zu Fuß, per Wasserfahrzeug oder Rad- eine willkommene Rast bietet. Von Fürstenwalde fährt man weiter entlang der unendlichen Schleifen der Spree bis Erkner als Vorort von Berlin und dann an den „Großen Müggelsee“. Hier endete die „Spreetour“ der „Bissendorf-Oldies“ und wir verluden unsere Räder wieder auf den Hänger. Letzte Anmerkung: Die Autobahn von Königs-Wusterhausen bis Hannover war so frei, wie es der Erzähler noch nie erlebt hat !
(Anmerkung: Die Flutung und Renaturierung der ehemaligen Braunkohleabbau-Löcher obliegt der LMBV. Vom Senftenberger See bis zum Bärwalder See entsteht z.Z. aus 23 Seen eine Seen-Kette mit 12800ha Wasserfläche, verbunden durch Kanäle und Schleusen. Wenn Welzow-Süd 2032 ausgekohlt ist, kommen noch einmal 1600ha dazu. Dadurch entsteht hier ein großartiges Erholungsgebiet, wo man statt Auto wahrscheinlich ein Boot in der Garage hat)


(Rainer Gerth)

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