Hasenbrote

Vom Aussterben bedroht: Hasenbrote
Was ist ein "Hasenbrot"?
Ein Brot mit Hasen oder Hasenfleisch, bestrichen oder belegt?
Ist es das Brot der Hasen?
Fragen über Fragen.

In meiner Jugend, lang ist es her, waren "Hasenbrote", die belegten Brote, die meine Mutter meinen Vater mit auf die Arbeit am frühen Morgen mitgab, die er aber nicht alle an diesem Tag essen konnte, weil meine Mutter immer reichlich einpackte.
Wenn mein Vater dann abends nach Hause kam, fragten wir Kinder schon aufgeregt, ob er vielleicht doch noch ein "Hasenbrot" dabei hätte. Denn Hasenbrote waren für uns Kinder, etwas GANZ besonders. Weil mein Vater aber manchmal richtigen Hunger gehabt hatte und kein Hasenbrot mit nach Hause brachte, waren wir 4 Kinder, wirklich enttäuscht.
Nun war es ja nichts besonders. Ein Hasenbrot war beinahe einen Tag alt, war ein wenig hart, im Sommer war die Butter verschmiert und der Käse und die Wurst leicht wellig geworden in der Brotbüchse. Aber weil es etwas besonders war, war es von uns Kinder hoch geschätzt. Manchmal wurde das übriggebliebene "Hasenbrot", durch 4 geteilt, damit es keinen Streit gab. Oft machte meine Mutter eine Scheibe Brot mehr, wie mein Vater am Tag essen konnte, damit es dann am Abend das "Hasenbrot" für uns Kinder gab.
Das waren noch die Zeiten, wo die Frau, dem Mann, oder der Mann selbst, die Stullen für die Arbeit schmierte, die Thermoskanne mit Tee oder Kaffe füllte, denn es gab noch nicht an jeder Bäckerei, Baguettes, Coffey to go ect. schon ab 5.30 Uhr oder früher und an jeder Tanke rund um die Uhr, frische Brötchen.
Ja die Zeiten gab es einmal!
Heute ein halbes Baguette, als "Hasenbrot", am Ende eines arbeitreichen Tages, an seine Kinder übergeben zu wollen, klappt wohl nicht mehr. Die Kinder würden einem , die Haltbarkeitsdaten leicht verderblicher Waren, die Schimmelpilzgefahr und deren Folgen, die unkorrekte Lagerung, des "Corpus Delicti " und die Folgen für ihren jungen Organismus, im speziellen, die Darreichungsform mit der Verschönigungsfloskel " Hasen-Baguette", als die letzten Futterverwerter, in der Nahrungskette der Familie, gezielt dem Überbringer um die Ohren hauen.
Kurz: Das "Hasenbrot" ist im Aussterben begriffen.

Man könnte jetzt sagen, dass meine Mutter, beim Bäcker im Dorf, meist, ein Brot kaufte, das einen Tag alt war. Wie bitte würde man heute sagen: ein Tag alt?
Frisches Brot kam selten bei uns auf den Tisch. Aus drei Gründen, die mir meine Mutter verraten hat.
1. Frische Brot, evtl. noch warm, verleitet dazu, mehr zu essen, wie man vorhatte. Das bedeutete, das ein 3 Pfund Brot für 6 Familienmitglieder, nicht reichte, weil jeder schneller gegessen hat wie es Ihm gut tat, um noch eine Schiebe abzubekommen.
Das Brot war an einem Tag aufgebraucht.
2. Frisches Brot lässt sich nicht in dünne Scheiben schneiden. Die Verteilung fällt schwerer.
3. Frisches Brot verklumpt im Magen und man bekommt Magenbeschwerden.
Man bekommt es heutzutage nur sehr selten. Selbst in den Supermärkten an Selbstbedienungstheke, sind die Brote wohl min 1,5 Stunden gelagert. Zwar noch warm, aber nicht wie vom Bäcker.
Heute muss alles "frisch sein", außer Wein...je älter desto besser...denkt der Kunde.
Man, was werden die neuen Kunden verarscht, nur weil sie keine "Hasenbrote" kennen.

Henning 14.11.13
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8 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.11.2013 | 23:42  
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 15.11.2013 | 13:40  
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Silke M. aus Burgwedel | 16.11.2013 | 18:53  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 16.11.2013 | 19:19  
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Tannilein E. aus Edemissen | 21.11.2013 | 22:10  
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Ingrid Seffers aus Edemissen | 03.12.2013 | 09:51  
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Henning Lahmann aus Edemissen | 14.12.2013 | 01:16  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.12.2013 | 04:35  
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