Geschichten aus der Geschichte

Nach der trockenen 1. Tour am 1. Mai trotzten am vergangenen Himmelfahrtstag wieder Hachborner WanderInnen dem Dauerregen. und begaben sich auf einem 7 km langen Teilstück der Gemarkungsgrenze zu denSchauplätzen der Geschichte.

Die Tour 2 startete am alten Grenzstein an der Kreisstraße 47 nahe der Wüstung Michelbach. Für viele war es neu, zu wissen daß der Stein heute auf Ilschhäuser Gemarkung steht. Im Zuge zur Schaffung eines eigenen Jagdbezirkes für Ilschhausen schenkte Hachborn diese kleine Flur.
Bis dahin wurde die Ilschhäuser Gemarkung als sogenannte Schutzjagd bejagt.

Mit Vorträgen zu Geschichte, Natur und Kultur wurden mehrere Infopunkte angelaufen. Die 1. Station (NP9) war bei der Wüstung Michelbach. Hier lag einst die Siedlung Michelbach, die urkundlich von 1130 bis vor 1400 erwähnt ist. Bei der Strassenbegradigung wurden Mitte der 1960er Jahre Grundmauern eines Gebäudes freigelegt.
Die Lage: im Kurvenbogen, 150 meter nördlich vom Grenzstein.
Aus der Geschichte bekannt ist auch eine Mühle in Michelbach.
Der Wüstung Michelbach wird auch eine weitere nachbarliche Schwester-Siedlung,
wohl Ibinrade zugeordnet. Laut Hessischem Orts Lexikon (HOL)in westlicher Lage von Hachborn.

Eine andere Wüstung, Guntershausen wird an den Pfaffäckern nahe der Straßmühle vermutet.


Von der ersten Station ging es weiter über die Burg/Friedrich.(NP 10) Auf dem Weg hierhin ging es an den Burgäckern, den Äckern an / bei / von einer Burg entlang.
Links davon lag die Ilschhausen vorgelagerte große Kuppe" Am Großen Friedrich" genannt.
Friedrich leitet sich vom althochdeutschen Namen fridu = der Friede, der Schutz, die Sicherheit und rihhi = reich, mächtig, die Macht, die Herrschaft, der Herrscher und auch von Berg-Fried ab.
Von Burgenforschern ist hier ein vermuteter Standort einer befestigten Anlage oder eines Bergfriedes / Wartturms gewesen.
Verstärkt wird dies durch den alten Hachborner Flurnamen "Die Burg" der im Mittelhessischen Flurnamenbuch bei HOL registriert ist.
Die Warttürme wurden ab 1430 zur Überwachung entlang der Fernstraße "Lange Hessen" von der Landgrafschaft Hessen zum Schutz gegen Mainz errichtet und fanden sich von Roßdorf, Wittelsberg, Heskem, Leidenhofen, Hachborn, Ilschhausen und Kuhmark bis nach Staufenberg.

Nach der Burg folgte die Station "Fortbächer Schwimmbad". (NP 11) Das Schwimmbad wurde nach 1924 vom damaligen Besitzer der Fortbach, dem Diakoniverband als Versorgungseinrichtung für das Kinder- und Mütterheim "Betesda" im Zuge eines Wasserleitungsbaus errichtet. Die Becken dienten auch als Löschwasserreserve.
Lore Siebert-Weibezahn, Hachborner Lehrertochter beschreibt in ihren Erinnerungen "Geschichten aus Nieder- und Oberhessen" diverse Abenteuer mit Ilschhäuser Jugendlichen, die mittels Buschtrommel von Lores Anwesenheit im Bad erfuhren.
Laut junger Freiheit vom 25.2.2011 wurde hier am 15.2.1976 von Jesuitenpater Hönisch gegen den 1968er Ungeist in den katholischen Jugendverbänden die konservative Katholische Pfadfinderschaft Europas gegründet.

Der Weitermarsch führte zum, seit 1375 bestehenden, Hofgut Fortbach. (NP 12) Der Hof Fortbach wurde erstmals 1375 als Hof am "Ford-Beschirr-Weg" genannt. Er war Vorwerk des Klosters Hachborn und unterstand damit der kirchlichen Mainzer Herrschaft und nicht der weltlichen landgrafschaftlichen Herrschaft.
Als Bestimmungswort findet sich Fortbach von einem Wort als Weg mit einer Furt durch den ehemals sumpfigen Waldbach.
Ein kurzer geschichtlicher Abriß zur Situation und Eigentümer / Besitzerfolge
152 Jahre Kloster Hachborn 1375 - 1527
1430 Miteigentümer: Ritter Lesch von Mühlheim, Rittergeschlecht von Herrmanstein, Burgmänner auf Kalmunt, Vasallen der Grafen von Nassau-Saarbrücken als Ganerben von Gleiberg
1512 Furpbach
1512 verpachtet an die Hofmänner Henchen und Hans von der Fortbach
1527 Klosterauflösung
1527 Pachtverlängerung an Henchen und Hanms von der Fortbach
32 Jahre Scheuernschloß Landgräflicher Lehenshof 1561 - 1593
10 Jahre Andreas Horl und Heinz Horl Unterverpachtung von Scheuernschloß 1557 - 1567
15 Jahre Nikolaus Hofmann 1568 - 1583
7 Jahre Hans Hofmann 1583 - 1591
10 Jahre Jakob Hofmann 1591 - 1601
1600 Einpfarrung zur Kirche in Hachborn
18 Jahre Hans Dörr Bellnhausen 1601 - 1619 als Unterpächter der von Baumbach
Dreißigjähriger Krieg 1618 - 1648
23 Jahre von Baumbach 1602 - 1625 als Pächter
17 Jahre Rückfall an den Landgrafen 1625 - 1642 wüst geworden

175 Jahre Sippe Keil 1642 - 1817
36 Jahre Heinrich Keil, 27 jährig der ab 16.8.1642 mit zwei Kühen die Fortbach aus dem wilden riß 1642 - 1678
49 Jahre Johannes Keil 1678 - 1727
1678 Heirat mit Christina Nebe Leidenhofen
1714 Neubau von Stallgebäude
1715 Neubau einer Schmiede
38 Jahre Konrad Keil 1727 - 1765
1728 Neubau von Scheune und Backhaus
1753 Neubau einer Destillerie mit Erwerb der Brenngerechtigkeit
30 Jahre Daniel Keil 1765 - 1795
1785 Umwandlung der Temporalleihe zur Erbleihe
1790 Belehnung durch Lesch von Mühlheim zu Nassau-Saarbrücken (Gleiberger Erbe)
19 Jahre Heinrich Keil 1795 - 1814
Kauf und Ruinierung der vom 30 jährigen Krieg verschonten Unterburg Staufenberg als Steinbruch von 1801-1809. Aufbau der Burg 1860 durch Hugo von Ritgen, der auch die zerfallene Wartburg wieder aufbaute.
3 Jahre Daniel Keil 1814 - 1817 als Vormund über die Kinder seines 1814 verstorbenen Sohnes Heinrich

87 Jahre Sippe Schweinebraden / Pauli 1817 - 1901
23 Jahre Karl-Heinrich Schweinbraden 1817 - 1840
Erbfolge an Nichte Karoline die 1831 Ernst Phillip Pauli heiratete.
1835 In der Kurhessischen Landwirtschaftszeitung als modernster Musterbetrieb ausgezeichnet.
40 Jahre Ernst Ludwig Pauli 1840 - 1880
1849 Kindsmord auf der Fortbach durch Christine E. aus Mölln an Neugeborenem
1867 Einverleibung des Landgräflichen Gutsbezirkes Fortbach in die Gemeinde Hachborn
1873 Bergwerk Fortbach 1 zur Ausbeutung von Eisenerz auf 100 ha.
21 Jahre Georg Pauli 1880 - 1901
1885 Bewohner: 23

6 Jahre Kaspar Klingelhöfer Hassenhausen 1901 - 1907
4 Jahre Martin Klös Bad Vilbel 1907 - 1911
13 Jahre Jakob Pfeiffer Liederbach / Ffm 1911 - 1924
Investitionen in Rindviehzucht und neue Brennerei

18 Jahre Diakonieverband Bethesda Marburg 1924 - 1942
Neubau von Wasserwerk, Schwimmbad Hofeinfahrt, Personalwohnung, Stallgebäude
1938 Blitzeinschlag-Großfeuer
1940 Kriegsgefangene / Unterbringung in Millesch Saal
1944 Kinder VerschickungsLager KVL unter Leitung der HJ-Gebietsführerschaft auf der Fortbach nach Luftangriffen mit 32 Schülern der Adolf Hitler Schule in Kassel bis 1945

71 Jahre Sippe Behlen 1942 - 2013
29 Jahre Heinrich Behlen. Stammte aus Lelbach bei Korbach.
1965 Sandgrube Verpachtung an Karl Schlitt
36 Jahre Jürgen Behlen 1971 - 2007
1971 Heirat mit Karin Tasch, Atzbach
1978 Blitzeinschlag-Großfeuer
2007 Wegzug von Jürgen Behlen und Brennereiverlagerung nach Niederwalgern aus organisatorischen Gründen


Bei einem Frühstück am "Kirschenbäumchen" (NP 13) stärkten sich die Wanderer. Das Gebiet "Kirschebeemche" gehörte einst zur Gemarkung Hachborn, wurde aber zur Schaffung eines Eigenjagdbezirkes abgetreten. Die begangene Flur trägt den Namen "Seiff". Seif ist ein Wort keltischen oder altdeutschen Ursprungs und bedeutet Scheiden im Bergbauwesen.
Zur napoleonischer Zeit, als Heereswege gebaut wurden, pflanzte man neben schnellwachsenden schattenspendenden Pappeln, Weiden und Birken auch für die Wegzehrung Kirschenbäume an den Heerstraßen.

Auch als geschichtsträchtiger Ort stellt sich die Napoleon-Brücke dar. (NP 14) Wie der verstorbene Heimatforscher Heinrich Lauer (Leppches) mitteilte, befand sich nahe des Steinbruchs die jahrhunderte alte Galgeneiche. Zum von der Brücke oben gelegenen Fortbacher Teich: Als Feuerteich konnte er bis Mitte des 19. jahrhunderts nicht genutzt werden, da keine Feuerlöschtechnik mit Schläuchen verfügbar war. Als Fischteich erfüllte er auch einen Zweck, jedoch war er wasserwirtschaftlich bedeudenter als Mühlteich für die Versorgung der Goldmühle bei Niedrigwasser der Zwester-Ohm. Die eigentliche Kuhmarkstrasse hatte auch schon in der Frühzeit eine Funktion als Fernstraße und wurde auch als uralter Völkerweg bezeichnet. Römer sollen auf ihr schon nach Nord-Ost in die germanischen Gebiete gezogen sein, wie ein schon vor 1939 im Gießener Museum ausgestellte Eichenpfahl beweisen sollte. Die römische Heereswegebreite betrug 14 Fuß a 29,6 cm, also 4,14 meter.

Als Ziegenhainer Straße erfüllte sie ihren Zweck durch die Langen Hessen als Verbindungsweg zwischen Ziegenhain und Staufenberg, dessen Burg von 1233 bis 1450 im Besitz der Grafen von Ziegenhain war. Ständig gab es zwischen den Grafen von Ziegenhain und den hessischen Landgrafen ständige Kämpfe um die Burg Staufenberg, da diese an der strategisch wichtigen Heerstrasse, der Kuhmarkstraße von Kassel nach Frankfurt lag.
Als paralell führender Weg zum Alten Weg erfüllte der direkt verlaufende gerade Abschnitt von der Kuhmark bis Hachborn eine Aufgabe als Nebenstrecke, z. B. wenn bei Hochwasser die Furt bei der Straßmühle nicht durchquert werden konnte. Später verlagerte sich immer mehr der Verkehr zunehmend auf diesen südlichen Strang, die Kuhmarkstraße.
Ihre Hochzeit erlebte die Kuhmarkstraße ab der napoleonischen Zeit als Fernweg durch die langen Hessen, der von Frankfurt nach Leipzig führte. Die Gemeinde Hachborn mußte diese Brücke neu bauen und die Straße nach französischen Vorgaben als Kaiserliche Heerstraße herrichten. Dazu gehörte auch das pflanzen von schattenspendenden Bäumen und Obstbäume entlang der Straße. Daher auch der geläufige Name Heerstraße. Unzählig viele Marschkolonnen gepresster Soldaten werden hier wohl auf dem Weg nach dem Osten vorbeigezogen sein. Vielleicht auch Napoleon, oder sein Bruder Jerome der auf seiner Flucht nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 in Kirchberg nächtigte.
Wegen ihrer Funktion als Fernweg bestand am Wegweiser eine Zollstation mit Schlagbaum, die nach dem Anschluß Kurhessens an die Zollunion 1834 aufgelöst wurde.
Der Büchner-Preisträger von 1924 Alfred Bock beschreibt 1923 in seinem ausgezeichneten Werk: "Tagebücher" seine Wanderung über die Kuhmarkstraße nach Hachborn, wo er bei einigen Familien, darunter beim Schäfer Braun einkehrte.
1932, also noch vor der NS-Zeit wurde von der Gemeinde Hachborn ein freiwilliger Arbeitsdienst gegründet, der Arbeitslosen eine Beschäftigung gab. Dieser FAD setzte die desolate Kuhmarkstraße wieder instand.

Nächste Station war auf der Grenzflur „Kuhmark“ (NP 15) deren Flurnamen sich nach Gemeinde unterscheiden.
Hachborn: Auf dem Kuhmarkt, Ilschhausen: Kuhmarkt, Hassenhausen: Auf der Kuhmark.
Hier wurden Geheimnisse der Geschichte gelüftet:
Das Räubernest auf der Kuhmark: Wie der 77 jährige, 1830 geborene Klosterhof-Wirt Konrad Lemmer, im Jahr 1907 einigen Geschichtsstudenten berichtete- die auf dem Weg vom Frauenberg nach Staufenberg im gasthaus Klosterhof zu Hachborn einkehrten- befand sich unweit von hier auf dem alten Feld auf der 300 meter hohen Anhöhe der Kuhmark ein Dorf, vermutlich Cappel.
Hier soll rechtsloser Ort gewesen sein, in dem sich Gesindel, Räuber und Verbrecher aufhielten und auf der Kuhmarkstraße vorbeireisenden Händlern manches Diebesgut angeboten haben. Es soll auch ein Marktflecken mit einem Kuhmarkt gewesen sein, der durch den hessischen Landgrafen geschleift , sowie durch einen Wolkenbruch weggespült wurde. Hier wird macher Kuhhandel betrieben worden sein.
Der alte Verlauf der Langen Hessen führte hier vorbei zum heutigen westlichen Teil des Maistrauchs und weiter zur Furt westlich der Straßmühle.

Der Mord an Konrad von Marburg: Wenige Stunden bevor der Beichtvater der heiligen Elisabeth, der Ketzerrichter und Inquisitor Konrad von Marburg, zusammen mit zwei Franziskanermönchen am 30. Juli 1233 bei Hof Capelle erschlagen wurde, führte ihr Weg von Mainz hier vorbei.

Der Mord an Ludwig Heywolff
Um den 11. November 1534 fand hier der Straßmüller den zerstückelten und nackten Leichnam des Frankfurter Kaufmanns Ludwig Heidolff / Heydwolff. Mit diesem Fund wird erstmals die Straßmühle urkundlich erwähnt.
Als Mörder wurde der Frankfurter Kaufmann, aber aus Marburg stammende, Herrmann Schwan verdächtigt. Schwan gehörte seinerzeit der reichsten Marburger Familie an.
Ab 1480 begann der gesellschaftliche Aufstieg der Familie Schwan in Marburg mit dem Betrieb eines Post-Gasthofs "Zum Schwan", den auch der Landgraf gern besuchte. Daneben betrieb man Handel, Transport- und Geldgeschäfte. Adeligen wurde Geld geliehen. Dies fruchtete im Erwerb von vielen Grundstücken in und rund um Marburg. Herrmann Schwans Vater, Daniel Schwan gründete dieses Imperium. Er wurde nicht nur reichster Bürger der Stadt, sondern auch Schöffe, Stadtbaumeister und 1. Bürgermeister. Unter seiner Regie als steuerbefreiter Oligarch wurde das Rathaus für die Stadt und sein eigenes, das Hochzeitshaus / Hinkelstein, erbaut. Er ging eine Ehe mit der Schwester des Kölner Weihbischofs ein. Zu seinen fünf Kindern gehörten u.a. auch Herrmann und Katharina zum Schwan. Katharina heiratete Johann Heydwolff zu Germershausen. Herrmann wuchs in Freundschaft mit dem späteren Landgrafen Phillip auf und übernahm das Geschäft von seinem Vater. Herrmann hatte ein Verhältnis mit der Geliebten von Landgraf Phillip. Dies zwang ihn, zur Flucht aus Hessen. Er heiratete in Torgau Katharina Hessler. Es folgten Festnahme, Flucht und Einigung mit dem Landgrafen, inklusive der Wiedererlangung von stornierten Steuerprivilegien. Nach Beschlagnahme seiner Scheunen in der Stadt wegen der Türkengefahr, baute er sich vor den Toren der Stadt den Schwanhof und lebte dort . Wegen unhaltbarem körperlichen Pflegemangel seiner Frau strebte er eine Scheidung an. Seit langem stellte er Agnes Heydwolff nach, die mit Ludwig Heydwolff einem Bruder seines Schwagers, verheiratet war.
Herrmann Schwan lag dauernd im Streit mit der Obrigkeit und verließ den hessischen Untertanenverband.
Er zog nach Frankfurt, wo er als Kaufmann in direkter Nachbarschaft mit Ludwig Heydwolff lebte. Gemeinsam waren sie oft auf Geschäftsreisen.
Nach dem Mord auf der Kuhmark verdächtigte man Herrmann Schwan als Mörder. Seine geliebte Agnes Heydwolff verurteilte man wegen Beihilfe. Während Ihrer Haft wurde sie zweimal schwanger. Sie starb 1543 im Gefängnis. Schwan kam ins Frankfurter Gefängnis, konnte aber 1536 mit Hilfe eines Geleitbriefes den seine Ehefrau bei König Ferdinand erwirkt hatte, fliehen. Bis 1542 war er auf der Flucht. Nun konnte er sich auch außerhalb des Schmalkandischen Bundes frei aufhalten. Von Kaiser Karl erhielt Hermann zudem Sympathie, da er sich gegen Landgraf Phillip als Widersacher stellte. Bei einer seiner Geschäftsreisen wurde Herrmann dennoch nach Verrat 1543 wegen Mordanschuldigung verhaftet und ins Nürnberger Gefängnis gesteckt. 1548 erwirkte seine Frau eine Freilassung gegen Kaution. 1552 starb Herrman vermutlich in Solms.

Der Überfall auf Asser Stern
Am 28. August 1810 wollten der Jüdische Händler Asser Stern und sein Sohn mit dem Ockershäuser Michel Drucker den Jahrmarkt in Gießen besuchen. Bei Tagesanbruch wurden sie auf der Kuhmark von der fünfköpfigen Bande des Jonas Hoos überfallen.
Die Bande des Jonas Hoos arbeitete auch mit der des Harbacher Hannes zusammen. Rund um die Kuhmark begingen sie in den umliegenden Dörfern Überfalle und Diebstähle, besonders von Braukesseln und Kupferkessel. So waren sie in Hassenhausen, Ebsdorf und Wermertshausen tätig. In Wolfshausen plünderten Sie einen Kaufmannszug.
Drucker wehrte sich und floh in den Wald. Stern und sein Sohn wurden brutal mißhandelt. Ihnen wurden Stiefel, eine silberne Uhr und Kleidungsstücke geraubt.. Der Sohn trug neue Stiefel, die sehr eng an den Füßen anlagen und daher nicht von den Füßen abgestreift werden konnten. Unter Messerschnitten drohten sie ihm die Füße abzuschneiden und sprangen mehrmals auf seine Brust. Sie brachen ihm alle Rippen.
Wenige Stunden nach der Tat, als Hoos eine Mütze des Stern in einer nahegelegenen Mühle verkaufen wollte wurde er mit seinen Kumpanen verhaftet. 1812 wurde er mit seinen Kumpanen in Marburg durch das Schwert geköpft.

Der weitere weg führte zur letzen Station am Maistrauch / Scheidbach. (NP 16) Wie auch beim Fortbacher Teich, hatte die von der Kuhmark kommende Bach eine wasserwirtschaftliche Funktion.
Die Goldmühle, eine Schlagmühle konnte mithilfe von Teich und Scheidbach mehr Mühlwasser bei niedrigem Wasserstand oder bei größerer Abnahme der Straßmühle, zuführen, da die Goldmühle keinen eigenen Mühlgraben besaß. Thesen zum Scheidgraben gibt es auch zum Thema Goldabbau, da der Graben direkt am Goldberg verläuft. Nördlich der Goldmühle sind die Flurnamen Lochäcker und Grubenäcker zu finden. Bekannt sind jedoch nur Bergrechte für den Eisenerzabbau für das 1873 genehmigte Bergwerk "Goldmühle" von 1873.
Als Synonym für Gold steht auch das mahlen von goldgelbem Öl mittels einem Schlaggang.

Die nächste, 3. Tour "Rotemark", von der Goldmühle über den Rotemark zum Wolfshäuser Eck und zurück über den Hegewald, folgt am Sonntag, den 15.Juni 2014.
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