Meine Laufanfänge oder Joggen als Anfänger

Ich laufe weiterhin, aber es fällt mir nach wie vor nicht wirklich leicht. Es fängt bei Kilometer 1 an. Mein Hals wird trocken, ich kann kaum noch schlucken. Ich weiß, es liegt daran, dass ich so viel durch den Mund atme, aber ich brauche Sauerstoff!! Bin außer Atem, aber langsamer laufen geht nicht, dann würde ich spazieren gehen. Also versuche ich zu schlucken und auf meine Atmung zu achten. Dann kommt Kilometer 2. Oft bekomme ich jetzt leichtes Seitenstechen. Versuche weiter regelmäßig zu atmen. Dann beginnt die Hüfte zu zwicken. Mal links, mal rechts. Damit es nicht langweilig wird bei jedem Lauf woanders. Laufe weiter. Mein Körper passt sich langsam an, gewöhnt sich an die Bewegung, die Abläufe werden automatischer. Aber jetzt kommt auch mein Darm in Schwung. Der Bauch grummelt und vorsichtshalber halte ich schon mal Ausschau nach einem guten Gebüsch. Versuche an was anderes zu denken und kann nicht anders als die Umgebung nach stillen Örtchen abzusuchen. Jetzt Kilometer 3. Schwitze. Seitenstechen und Hüfte haben aufgegeben, auch das Atmen klappt nun besser, aber die Waden und Schienbeine brennen wie Feuer. Möchte anhalten. Bauch sagt zu Kopf ja, doch Kopf sagt zu Bauch nein. Je nachdem wer gewinnt, gehe ich ein paar Meter in Schrittgeschwindigkeit, schüttele meine Beine aus und schnaufe durch. Dann geht es weiter. Der Darm meldet sich immer noch. Ich appelliere an seine Vernunft und sage ihm, dass wir ja nun bald zuhause sind. Wir haben Kilometer 4 erreicht. Aber nun schlafen meine Füße ein. Sie werden langsam so taub, als ob ich auf Holzstümpfen laufen würde. Oder als ob es tiefster Winter wäre und meine Füße taub vor Kälte. Das kann doch nicht sein. Warum schlafen die, obwohl ich mich bewege? Und zu guter Letzt dann noch mal ein Anstieg. Laufe an meinen Nachbarn vorbei und grüße völlig im Tran. Die wundern sich über meine kurz angebundene Förmlichkeit. Nur konzentriert darauf, mit diesen Klumpen von Füßen nicht noch umzuknicken geht es in den Endspurt. Haustür auf, auf den Küchenstuhl fallen. Die Füße summen, ich schütte mir ein Glas Wasser in die trockene Kehle und freue mich. 4,5 Kilometer geschafft. Schön war´s.
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4 Kommentare
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 16.06.2016 | 20:30  
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Rabea Bender aus Ebsdorfergrund | 17.06.2016 | 12:11  
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Marcell Büttner aus Ebsdorfergrund | 21.06.2016 | 05:58  
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Ben Seefeld aus Grünberg | 21.07.2016 | 14:43  
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