Für'n Groschen Kinderglück

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Süßigkeiten waren in meiner Kindheit in den fünfziger Jahren etwas Besonderes, das es normalerweise nicht alle Tage gab.

Aber mit drei oder vier Jahren hatte klein Barbara das Herz eines Mannes erobert.

Er hatte im Mietshaus ein Büro im Erdgeschoss.
Immer, wenn er klein Barbara begegnete, bekam sie von ihm einen Groschen geschenkt. Das war fast täglich, Klein Barbara tauschte den Groschen sofort im Büdchen an der Ecke in Süßigkeiten um.
Wenn klein Barbara mit ihrer Oma täglich zum Einkaufen ging, dann war sie im Treppenhaus besonders laut, damit er sie auch hörte. Er kam dann aus seinem Büro und gab ihr einen Groschen
Klein Barbara war schließlich nicht dumm. :-))))))))))

Und wenn er sie einen Tag nicht sah, dann bekam sie am nächsten Tag zwei Groschen.
Irgendwann war er nicht mehr da, er war ausgezogen, klein Barbara war sehr traurig.

Bonbons gab es lose in einem Tütchen verpackt. Ein Bonbon kostete ein Pfennig.
Klein Barbara kaufte dann mehrere Sorten für 10 Pfennig, Himbeerbonbons, Veilchenpastillen, Pfefferminzbonbons.

Dann gab es noch Silberfische, das waren Salmiakpastillen mit einem silbrigen Zuckerguss umhüllt. Da bekam sie dann zwei Stück für einen Pfennig. Manchmal kaufte sie auch einen Kirchlutscher für zwei Pfennig, das war ein größeres Bonbon in Form einer Kirsche auf einem Stiel.

Große Lutscher kosteten 10 Pfennig. Den kaufte sie selten, denn klein Barbara hat gemerkt, dass zehn Bonbons für 10 Pfennig mehr waren als ein Lutscher für 10 Pfennig.
Knuspermünzen in Form von Pfennigstücken kosteten zwei Pfennig das Stück.
Diese Bonbons kaufte sie selten, obwohl sie sehr lecker waren.
Klein Barbara konnte nämlich schon rechnen.
Zwei Bonbons für je einen Pfennig oder vier Silberfische für je einen halben Pfennig waren mehr als ein Bonbon für zwei Pfennig.

Dann gab es noch die Pez Bonbons mit dem passenden Spender, den man immer wieder nachfüllen konnte. Mohrenköpfe für 10 Pfennig das Stück gab es auch einzeln zu kaufen. Aber oft waren sie schon uralt und schmeckten zäh wie Gummi.

Im Winter, wenn es sehr kalt war, kaufte Klein Barbara auch Lakritz Zigaretten.
Die „rauchte“ sie dann gerne draußen, weil es beim Ausatmen in der Kälte aussah, wie richtiger Qualm. Oh, da fühlte sich klein Barbara schon sehr groß.

Brausepulver mochte sie auch sehr gern. Zu Hause dann in einem Glas mit Wasser wurde daraus eine leckere Limonade. Fanta, Sprite und Co oder auch Mineralwasser gab es zu Hause nicht. Das war Luxus. Zu trinken gab es vor allem Milch und Kakao oder Himbeersirup mit Wasser verdünnt.
Oma machte auch oft Popcorn im Topf.. Mit staunenden Augen bemerkte sie, wie sich der Topf auf wundersame Weise mit lauten Geräuschen bis zum Rand füllte, obwohl nur wenige Körner drin waren.
Das war wie der "süße Brei" aus Grimms Märchen, der sich auch auf wundersame Weise im Topf vermehrte.

Dann gab es noch diese Wundertüten für zehn Pfennig das Stück. Die roten Tüten waren für Mädchen und die blauen für Jungen. Da waren einige Puffreiskörner drin und eine kleine Überraschung, mal Bilder, kleine Figürchen und wenn sie ganz großes Glück hatte, auch mal einen Ring. Aber meistens war klein Barbara enttäuscht von dem Inhalt, Und trotzdem kaufte sie immer wieder eine Wundertüte, in der Hoffnung einmal etwas ganz Großes zu bekommen.

Einmal im Jahr war Kirmes in der Stadt. Da bekam sie schon mal eine Zuckerstange oder Zuckerwatte. Dann durfte sie auf dem Kinderkarussell fahren.
Am liebsten fuhr sie mit dem Feuerwehrauto und dem Polizeiauto. Das machte so großen Krach. Tatüütataaa, Tatüüütataaaa.

Die Autos waren heißbegehrt und man musste ganz schnell sein, um mit einem Feuerwehrauto zu fahren.
Manchmal wartete klein Barbara drei bis vier Runden lang, bis sie das Objekt ihrer Begierde fahren durfte.

Hier gibt es die Retro Süßigkeiten zu kaufen
http://www.worldofsweets.de/
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35 Kommentare
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Günter Kunze aus Uetze | 29.11.2014 | 15:41  
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Christel Löhle aus Wedemark | 29.11.2014 | 15:44  
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Helmut Seifert aus Mönchengladbach | 29.11.2014 | 16:11  
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Silke M. aus Burgwedel | 29.11.2014 | 16:45  
59.497
Elfie Haupt aus Einbeck | 29.11.2014 | 16:54  
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Helmut Seifert aus Mönchengladbach | 29.11.2014 | 17:18  
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Elke Matschek aus Ebsdorfergrund | 29.11.2014 | 17:38  
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 29.11.2014 | 17:44  
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Elfie Haupt aus Einbeck | 29.11.2014 | 17:54  
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Elke Matschek aus Ebsdorfergrund | 29.11.2014 | 18:09  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 29.11.2014 | 18:37  
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Silvia B. aus Neusäß | 29.11.2014 | 18:49  
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 29.11.2014 | 18:52  
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Elfie Haupt aus Einbeck | 29.11.2014 | 19:01  
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Andreas Köhler aus Greifswald | 29.11.2014 | 19:57  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 29.11.2014 | 21:08  
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 29.11.2014 | 22:13  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.11.2014 | 01:06  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 30.11.2014 | 01:20  
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Silke M. aus Burgwedel | 30.11.2014 | 01:35  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 30.11.2014 | 01:52  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.11.2014 | 02:32  
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Rita Schwarze aus Erfurt | 30.11.2014 | 07:43  
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Renate Croissier aus Lünen | 30.11.2014 | 08:12  
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 30.11.2014 | 13:18  
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Nicole Käse aus Wunstorf | 30.11.2014 | 14:59  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 30.11.2014 | 17:24  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 02.12.2014 | 17:32  
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 02.12.2014 | 17:41  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 02.12.2014 | 18:17  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 02.12.2014 | 18:36  
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 02.12.2014 | 19:05  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 03.12.2014 | 10:46  
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 03.12.2014 | 16:06  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 03.12.2014 | 16:09  
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