Die Angst junger Menschen vor den finanziellen Folgen des Alterns

Mittlerweile entwickelt sich die Angst vor Altersarmut zur Nr. 1 der Sorgen und Nöte der jungen Generation.

Vielen wird es immer mehr bewusst, dass die ältere Generation sich egoistisch und eigennützig verhält.

Der politische Einfluss der jungen Generation ist immer noch zu gering, der der verantwortungstragenden Generation immer noch zu stark.

Die Erhöhung der Mütterrenten und das Zurückdrehen der Rente mit 67 sind Weichenstellungen in die völlig falsche Richtung.
Nicht dass es den betroffenen Personen missgönnt sei, aber es müsste aus Steuergeldern bezahlt werden.

Dies ist jedoch nicht der Fall, es wurden zwar bisher die Renten aus Gerechtigkeitsgründen , wie z.B. Kriegs-oder Witwenrenten , nicht aus Beiträgen, sondern aus Steuermitteln bezahlt.
Aktuell weicht man hiervon jedoch ab und bürdet der jungen Generation die gesamte Last über die Beiträge zur Rentenversicherung auf.

Zur Erinnerung: Die Rentenversicherung funktioniert nach dem Umlagesystem.
Die Rentner leben nicht vom eigenen Ersparten, sondern von den Beiträgen der arbeitenden Bevölkerung.

Diese werden jeden Monat sofort als Renten wieder ausgegeben.

Der jetzige Beitragszahler muss darauf vertrauen können, dass er nicht mehr als nötige Beiträge zahlen muss.
Ist also, wie aktuell, Geld in der Rentenkasse übrig, darf es nicht dazu verwandt werden andere Dinge zu finanzieren.

Zusätzlich ist es explizit erforderlich, dass der heutige Beitragszahler sich darauf verlassen können muss, dass seine spätere eigene Rente von der dann nachfolgenden Generation bezahlt werden kann.

Diese jahrzehntealte Regelung wirft der zuständige Minister Sigmar Gabriel bei der Mütterrente komplett über den Haufen.
Da das Geld in die Rentenkasse momentan sprudelt, konnte man den unberechtigten Griff in dieselbe wohl politisch nicht widerstehen.

Die eigentlich aus Steuergeldern aufzuwendenden jährlichen 6,7 Milliarden €
für die Mütterrente werden nun über die Höhe des Beitragssatzes gegen finanziert.

Eigentlich hätte der Beitragssatz von 18,9 % auf 18,3 % sinken müssen.
In vier bis fünf Jahren , wenn die Rücklagen verfrühstückt sind, steigt er stattdessen auf 19,7 % und bis 2030 auf 22 %.

Die Finanzierung der „ Wahlgeschenke „ wird komplett den nachfolgenden Generationen überlassen.
Hier kann man sich sicher sein, dass es in deren Köpfen noch nicht angekommen ist, auch selbst einmal Rentner zu sein.
1998 gelangte der Generationenvertrag bereits an seine Grenzen, obwohl die demografische Entwicklung, im Gegensatz zu heute, noch nicht in vollem Umfang eingesetzt hatte.
Da der Beitragssatz zu dieser Zeit bereits bei 20,3 % lag und immer weniger Beschäftigte immer mehr Renten bezahlen durften, musste man reagieren.
Das Rentenniveau wurde abgesenkt und den Frühverrentungen ein Riegel vorgeschoben.
Um das System stabil zu halten, wurde später das Renteneintrittsalter stufenweise auf 67 Jahre angehoben.

Diese Reformen waren unpopulär, aber wirksam.

Nun jedoch macht die Politik auf dem Absatz kehrt und plant die abschlagfreie Rente mit 63 Jahren und nach 45 Beitragsjahren.
Anders als ursprünglich angedacht, sollen nun auch Zeiten der Arbeitslosigkeit angerechnet werden.
Damit kommt man den Arbeitgebern entgegen, die nun ihre „ Hochlöhner „ mit 61 Jahren entlassen können, so dass diese nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit abschlagsfrei in Rente gehen können.
Gleichzeitig können Arbeitnehmer, die für niedrigere Löhne bei geringeren Sozialleistungen arbeiten, angeworben werden.
Industrie und Politik „ schreien „ heute schon gemeinsam in diese Richtung.

Fazit: Weil der Beitragssatz nicht sinkt und die Ausgaben steigen, greift die Rentenformel dämpfend ein.
Das Rentenniveau kann dadurch erfolgreich schneller gesenkt werden als ursprünglich geplant.
Eine stabile Konjunktur und Beschäftigung vorausgesetzt, bei jeder Krise geht es weiter runter.

Damit vergrößert man das Problem, was man eigentlich bekämpfen wollte : die Altersarmut, so zumindest die hochmundigen Wahlversprechungen.

Um die ca. 2,5 Mio. SPD – Wähler deren Wahlstimmen für die Weichenstellung zur Bildung einer großen Koalition mehr als kontraproduktiv zu bewerten waren, zu ignorieren, griff man zu einem bewährten Taschenspielertrick.

Man ließ einfach die Mitglieder, unter voller Missachtung des Wählerwillens, über das politische Handeln der nächsten vier Jahre entscheiden.
Denn die weitaus geringere Mitgliederzahl davon zu überzeugen, dass es besser sei die Altersarmut rascher als vorgesehen einzuführen, ging sicherlich problemloser vonstatten.

Dennoch sollte man als Geringverdiener, als Selbstständiger, KMU usw. nicht verzweifeln.
Es gibt in der Tat Möglichkeiten mit wirklich geringem Aufwand eine maximale und sichere Altersvorsorge ausserhalb des gesetzlichen Systems aufzubauen.

Hier wird derzeit eine Vortragsreihe mit rein informellem Charakter für verschiedene Bundesländer, beginnend in Sachsen, vorbereitet.
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2 Kommentare
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Dirk Becker aus Aichstetten | 03.02.2014 | 08:47  
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Klaus Rietz aus Duisburg | 03.02.2014 | 10:57  
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