Die „Pille danach“

(Foto: DIE LINKE, Kathrin Vogler)

Kathrin Vogler: Die „Pille danach“ muss endlich rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sein



DIE LINKE. im Bundestag fordert, schnellstmöglich unnötige Hürden abzubauen und zu erlauben, dass die „Pille danach“ direkt in der Apotheke abgeholt werden kann, ohne vorher einen Arzt aufsuchen zu müssen. Zudem wollen wir, dass Frauen bis 20 Jahre die Kosten dafür von der Krankenkasse erstattet bekommen, damit sie nicht schlechter gestellt sind als bisher, wo bei Verschreibungspflicht die „Pille danach“ für Frauen bis zum Alter von 20 Jahren Kassenleistung ist.

Kathrin Vogler möchte über die Debatte zur "Pille danach" informieren und Argumente für die Freigabe der „PiDaNa“ aus der Rezeptpflicht an die Hand geben.

In einem ausführlichen Kommentar in der jungen Welt vom 14. Februar (siehe http://www.jungewelt.de/2014/02-14/050.php) spricht sich Kathrin Vogler für eine Stärkung der reproduktiven Selbstbestimmung, also der Entscheidung über die eigene Fortpflanzung, als mühsam und immer wieder neu umkämpftes Frauenrecht aus, wozu auch moderne Verhütungsmethoden, die Aufklärung über ihre Anwendung und die »Pille danach« zählen.

Unbedingt weiterverbreitet und beworben werden sollte eine Petition auf change.org, die innerhalb von 48 Stunden bereits von über 20.000 Menschen unterzeichnet wurde:

http://www.change.org/de/Petitionen/gesundheitsmin...

Am 13. Februar wurde über den Antrag der LINKEN zur Rezeptfreiheit (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/003/1800303...) und einen der Grünen im Bundestag debattiert. Diese 1. Lesung im Bundestag kann hier: (http://suche.bundestag.de/plenarprotokolle/search....; Protokoll der 14. Sitzung, ab Seite 1084 [124 von 148]) nachgelesen werden. Die Regierung ist in dieser Frage tief gespalten. Die RednerInnen der SPD agierten hierbei wie Oppositionsabgeordnete, applaudierten fleißig bei uns und den Grünen. Die Union schickte die zweite Garde in die Debatte. Wir haben daraufhin unseren Antrag auf Sofortabstimmung zurückgezogen, weil wir die Hoffnung haben, dass es mit ein bisschen Zeit noch gelingen kann, eine parlamentarische Mehrheit für die Rezeptfreiheit zu erreichen. Dazu benötigen wir aber außerparlamentarischen Druck!

Die wesentlichen Argumente und Gegenargumente:
• Es heißt: "Nur beim Arzt können Frauen ausführlich beraten werden. Nur dort können weitergehende Fragen wie das Risiko von Geschlechtskrankheiten, die grundsätzliche Verhütung oder mögliche Gewalt thematisiert werden."
Richtig ist: Das hat mit der Frage "rezeptfrei oder nicht" gar nichts zu tun. DIE LINKE will Frauen nicht daran hindern, sich zu diesen Fragen ärztlich beraten zu lassen. Es ist aber ihre eigene Entscheidung, ob sie sich untersuchen oder beraten lassen wollen, denn in den allermeisten Fällen handelt es sich um simple Verhütungspannen, z.B. geplatzte Kondome, und dabei benötigen Frauen keine Zwangsberatung. Und über Einnahme, Wirkung und Nebenwirkung kann die Apothekerin sicher besser informieren als die HNO-Ärztin im Notdienst.
• Es heißt: "Wenn die Pille danach rezeptfrei erhältlich ist, verändert sich das Verhütungs- und/oder Sexualverhalten."
Richtig ist: Dafür gibt es keinen Beleg aus den vielen Ländern, in denen die Pille danach verschreibungsfrei ist.
• Es heißt: "Die Rezeptpflicht stellt angesichts des guten Netzes von ärztlichen Notdiensten und Krankenhausambulanzen in Deutschland kein wirkliches Hindernis für die betroffenen Frauen dar." Richtig ist: Verhütungspannen passieren meist am Wochenende. 50% der Verordnungen erfolgen am Montag oder Dienstag. Das Medikament wirkt maximal binnen 72, am besten binnen 24 Stunden nach dem ungeschützten Sexualkontakt. Gerade in ländlichen Regionen sind Notfallpraxis oder -ambulanz und Notdienstapotheke nicht am selben Ort. Und 25% der Kliniken gehören der katholischen Kirche, welche die Verordnung der Pille danach nur bei Vergewaltigung toleriert.
• Es heißt: "Es gibt ein neueres Mittel, "EllaOne" mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat, das der "PiDaNa" mit dem Wirkstoff Levonorgestrel von der Wirkung her überlegen ist. Wenn Frauen nicht mehr zum Arzt gehen, kann der nicht prüfen, ob dieses neue Mittel vielleicht das bessere wäre".
Richtig ist: "EllaOne" ist ein Mittel zweiter Wahl, "PiDaNa" ist seit 40 Jahren bewährt, einfach und sicher einzunehmen. Es verursacht keine Schädigungen des Embryos bei evtl. bestehender Schwangerschaft. Es ist auch deutlich preiswerter. "EllaOne" hat eine längere Wirkungszeit, ob es auch besser (!) wirkt, ist keinesfalls belegt.
Wir bleiben jedenfalls dran!

Quelle: http://www.kathrin-vogler.de/start/aktuell/details...
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 04.03.2014 | 00:47  
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