Schlussspurt für Schwalbenfreunde

Rauchschwalben im Nest (Foto: Foto NABU / Pozun)
Bis Ende September können noch Bewerbung für die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ beim NABU NRW eingereicht werden - Diesjährige Schwalbensaison klingt langsam aus

Düsseldorf – Noch sind Rauch- und Mehlschwalben vielerorts in Nordrhein-Westfalen mit der zweiten Brut beschäftigt. Doch ein Blick auf den Kalender macht deutlich, dass die diesjährige Schwalbensaison langsam ausklingt. Damit läuft für dieses Jahr auch die Zeit der Auszeichnungen zum „Schwalbenfreundlichen Haus“ aus, die der NABU an schwalbenfreundliche Haus- und Hofbesitzer in ganz Nordrhein-Westfalen vergibt. Bis Ende September besteht noch die Möglichkeit, sich beim NABU NRW für die begehrte Plakette zu bewerben.

Bis jetzt wurden in dieser Schwalbensaison 533 Plaketten für die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ an die NABU-Gruppen in den Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens ausgegeben. Durch die Schulferien bedingt haben noch längst nicht alle ihre Plakette erhalten, so dass viele Hausbesuche durch NABU-Schwalbenbetreuer in den kommenden Wochen auf dem Plan stehen. Neben Ein- und Mehrfamilien-Wohnhäusern, Ferienbungalows, Gaststätten, Betrieben oder Geschäften sind in diesem Jahr auch wieder Bauern- und Reiterhöfe unter den ausgezeichneten Immobilien, deren Viehställe für die in Gebäuden nistenden Rauchschwalben so wichtig sind.

Im Rahmen der Aktion berichtete Hermann Nagel vom NABU Minden-Lübbecke beispielsweise, dass es trotz der Wohnungsnot der Rauchschwalben im Kreisgebiet sehr schwalbenfreundliche und -kundige Landwirte gebe. Diese wüssten das sprichwörtliche „Glück, das die Schwalben ins Haus bringen“ noch zu schätzen. Sie gewährten den Schwalben wie eh und je ab ihrer Rückkehr im April den ganzen Sommer über Zugang zu Diele und Stall, damit sie dort ihre Nester bauen und die Brut aufziehen können. „Es ist wichtig und auch aufschlussreich, mit diesen Landwirten ins Gespräch zu kommen und zu sehen, dass das Zusammenleben von Mensch und Schwalbe auch heutzutage möglich ist“, so Nagel. Es erfordere nicht mehr als ein paar Grundkenntnisse über die Gewohnheiten der Schwalben und natürlich Toleranz gegenüber zusätzlichem Schmutz während des Brutgeschäfts.

„Wir freuen uns, auch in diesem Jahr wieder solche Positivbeispiele mit der Plakette auszeichnen zu können“, erklärt NABU-Mann Nagel. Doch nicht nur im nordöstlichsten Winkel Westfalens werden schwalbenfreundliche Häuser ausgezeichnet. Am Niederrhein, im Bergischen Land und Sauerland bis in die Eifel sind die NABU-Schwalbenbetreuer unterwegs und beraten Hausbesitzer, helfen bei Problemen und Fragen und honorieren das Engagement für die in ihrem Bestand gefährdeten Schwalben mit besonderen Plaketten.

Gefördert wird das Projekt in diesem Jahr durch Stiftung Umwelt & Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Außerdem wird das Projekt unterstützt durch die LBS West und den NABU-Kooperationspartner VIVARA: Für diese Aktion können Schwalbenfreunde zu Sonderkonditionen verschiedene Schwalbennisthilfen erwerben, um die Vögel am Haus bei ihrem Brutgeschäft zu fördern.

Nähere Informationen rund um das Thema Schwalben und das Bewerbungsformular für die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ gibt es unter www.nabu-nrw.de/projekte/schwalbenschutz/schwalbenhaus/index.html oder direkt beim NABU NRW, Merowingerstraße 88, 40225 Düsseldorf, Tel. 0211-15 92 51 0, Schwalben@NABU-NRW.de.
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