Generationenwechsel bei Heun-Bau

Christina Heun und Karl-Heinz Heun vor dem Foto des Firmengründers Christian Heun.
 
Christina Heun (mit Sohn Bastian) und Karl-Heinz Heun zeigen stolz die Ehrenurkunde, die Kreishandwerksmeister Kai Buschmann (l.) und Johannes Debusmann (Obermeister der Bauinnung, r.). überbrachten.

Gleich zweimal Grund zu feiern hat die Firma Heun in Solingen: Das 100-jährige Firmenjubiläum und die Stabübergabe an die vierte Generation. Kreishandwerksmeister Maurermeister Kai Buschhaus und der Obermeister der Solinger Baugewerbe-Innung, Johannes Debusmann, überbrachten die Glückwünsche der Kreishandwerkerschaft und die Ehrenurkunde der Handwerkskammer.

Kreishandwerksmeister Kai Buschhaus fand es außerordentlich bemerkenswert, dass die Firma Heun in dieser nicht einfachen Branche 100. Geburtstag feiert. Außerordentlich sei es auch, dass eine Tochter den Betrieb fortführt. Im Kammerbezirk sei sie seines Wissens die einzige Meisterin in diesem Gewerk. Er wünschte viel Glück für die Zukunft. „Unser Handwerk lebt auch von Traditionen“, sagte Buschhaus. Obermeister Johannes Debusmann ergänzte dies noch: „Das Handwerk lebt durch Wissen, das weitergegeben wird. Und dieses Wissen an die eigenen Kinder weiterzugeben, macht auch Glück aus.“

Zum 1. Oktober 2013 hat Christina Heun den väterlichen Betrieb übernommen. Im Jahre 2000 schloss die 36-Jährige ihre Maurerlehre ab, 2005 machte sie die Prüfung als Maurer- und Betonbaumeisterin und legte dann aber ab 2009 eine Babypause ein. Ursprünglich wollte sie Erzieherin werden, aber als ihr Vater einmal sagte, „wie schön es doch gewesen sei, im väterlichen Betrieb in die Lehre zu gehen“, besann auch sie sich auf die Familientradition und bekam selbst Spaß am Handwerk. Als Kind war sie natürlich schon mit ihrem Vater zu den Baustellen mit gefahren, aber so richtig war der Funke da noch nicht übergesprungen. Da es in der Familie nur zwei Mädchen gibt, war ein Nachfolger so nicht unbedingt in Sicht. Ihre Lehre machte sie allerdings in einem anderen Betrieb, 2002 wechselte sie dann zum Vater. Bei der Betriebsübernahme half die Betriebsberatung der Handwerkskammer. Betriebsberater Kai Hambüchen begleitete Christina Heun bei ihren Schritten in die Selbstständigkeit mit fachlichem Rat.

Firmengründer kam aus dem Westerwald

Der Firmengründer, der Urgroßvater Christian Heun kam ursprünglich aus dem Westerwald nach Solingen und setzte hier den Grundstein für das Unternehmen. Christina Heuns Vater Karl-Heinz Heun hat mit 13 Jahren eine Lehre bei seinem Vater Josef Heun gemacht, mit 21 Jahren die Meisterprüfung abgelegt und 1976 das Geschäft übernommen. Das seit 1986 am Breidbach 6 ansässige Unternehmen führt in Solingen und in den Nachbarstädten Wuppertal und Remscheid bis hin nach Düsseldorf, Köln, Leverkusen, Erkelenz Um- und Anbauten sowie Bruchsteinarbeiten aus, macht Altbausanierungen und beseitigt Feuchtigkeitsschäden. Zu den Objekten gehören unter anderem schöne alte bergische Gaststätten und Gasthäuser, aber auch auf Schloss Burg, im Stadtteil Oberburg und Unterburg hat das Handwerksunternehmen an alten Fachwerkhäusern schon Aufträge ausgeführt oder im denkmalgeschützten alten Hauptbahnhof Solingen, in dem heute das Design-Centrum untergebracht ist.

Die Firma Heun hat nach dem Krieg viele Neubauten in Solingen errichtet. „Als ich bei der Betriebsübernahme 1976 das Neubaugeschäft aufgab und mich nur noch auf Sanierungen konzentrierte, schüttelte so mancher Kollege aus dem Baugewerbe den Kopf“, erinnert sich Karl-Heinz Heun. Im Nachhinein hat sich dieser Weg aber als richtig und damals schon als vorausschauend erwiesen. Der 63-Jährige wird seiner Tochter auch jetzt noch in den nächsten zwei Jahren mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die neue Chefin möchte in Zukunft auch ausbilden. Vielleicht macht Söhnchen Bastian ja auch mal eine Maurerlehre und tritt in fünfter Generation das Erbe an?
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