Die Friedrichstadt kommt: Wie Dresden versucht das Viertel zu sanieren

Zu den Altlasten der jahrzehntelangen Vernachlässigung der Baustruktur zu DDR-Zeiten gehört auch die Friedrichstadt in Dresden. Aktuell (2004 bis 2017) hat die Dresdner Stadtentwicklung sich diesem Stadtteil zugewandt, um Abhilfe zu schaffen. Die Wohnattraktivität soll gesteigert und die Verbindungsfunktion zu Ostragehege und Innenstadt gestärkt werden. Das Sanierungsgebiet ist 77,5 Hektar groß und besaß zu Anfang 2014 4619 Einwohner.

Rückblick: was ist die Friedrichstadt eigentlich?


Dabei handelt es sich um einen links von der Elb liegenden Stadtteil der Landeshauptstadt Sachsens, zugehörig zum Ortsamtsbereich Altstadt, westlich des Stadtzentrums. Das an dieser Stelle liegende Dorf Oztrov wird zeitgleich zum ersten Mal genannt wie Dresden selbst, nämlich in einer Urkunde von 1206. Dieses Dorf wurde 1568 zugunsten von Versorgungseinrichtungen der Festung und Hofhaltung Dresden entfernt; es entstand an der Stelle das Ostravorwerk. Neuere Ansiedlungen von Handwerkern führten zur Vorstadt Ostra, die 1730 zu Ehren des sächsischen Kurprinzen gleichen Namens in Friedrichstadt umbenannt wurde. Heute gibt es nur noch wenige erhaltene Gebäude des Vorwerks, dafür aber das Krankenhaus Friedrichstadt im Palais Brühl-Marcolini (1728), gegenüber dem alten Katholischen Friedhof, und das technische Rathaus am Bahnhof Dresden-Friedrichstadt. Das Viertel enthält zahlreiche Bauwerke aus der Barock Epoche wie auch eine Kirche aus dieser Zeit. Die ehemalige Zigarettenfabrik Ynidze hat der Stadt ein sehr eigenartiges Industriegebäude (1909) hinterlassen, das mit seiner Kuppel und Minarett wie eine Moschee aussieht.

Vorhaben des Stadtplanungsamtes


Man stößt sich an den zahlreichen ungenutzten, brachliegenden Grundstücken im Sanierungsgebiet Friedrichstadt, die aufgeräumt und neubebaut werden sollen. Die historische Bausubstanz mit vielen barocken Baudenkmälern und Bauten der Biedermeierzeit soll gesichert, neue Grünflächen geschaffen, ein Stadtteilzentrum im Breich Weißeritzstraße und Friedrichsstraße begründet und die kulturellen Angebote gestärkt werden. Nebenbei will man mehr für die Nahversorgung und Ansiedlung von Dienstleistungen sorgen und auch der Hochwasserschutz ist im Projekt involviert. All dies wurde ausformuliert in einem städtebaulichen Rahmenplan, dem Teilpläne zu den Themen ‚Nutzung‘, ‚Verkehr‘, ‚Grün- und Freiräume‘ beigesellt wurden. Auf diesen Grundlagen sind die Regelungsbedürfnisse aufgebaut und sollen Fördermittel auf Antrag an private Sanierungsmaßnahmen in der Friedrichstadt ausgezahlt werden. Im Nutzungsplan werden künftige Nutzungen ausgewiesener Gebäude und Grundstücke als zulässig oder unzulässig eingestuft, mit dem Ziel, das Viertel insgesamt aufzuwerten.

Durchführung durch STESAD


Die von der Stadt Dresden 1992 gegründete Firma STESAD GmbH ist mit der Stadtentwicklung, der Projektentwicklung und dem Immobilienmanagement in Dresden betraut. Zu Anfang lag ihr Arbeitsschwerpunkt in der Äußeren Neustadt Dresdens, und andere Einsatzgebiete schlossen sich an. Mit der Sanierung von rund 60 eigenen Häusern in der Äußeren Neustadt begann STESAD auch zunehmend als Wohnungsgesellschaft und Vermieter aufzutreten und verstärkte durch Fusionierung mit zwei großen Wohnungsgesellschaften 2004 diesen Sektor ihrer Tätigkeiten. Im Jahr darauf fasste die Stadt Dresden jedoch den Beschluss, dass sich die STESAD wieder verstärkt um Stadtentwicklungsaufgaben kümmern sollte unabhängige Portale wie www.immovista.de sollten hier einspringen. Die STESAD ist in der Friedrichstadt also an anderer Stelle aktiv: Rückbau soll den Leerstand reduzieren helfen, das städtische Erscheinungsbild entlang der Hauptstraßen optisch verbessert, Wege und Fahrradrouten sollen stadtteilübergreifend angelegt werden. Ein neues zentrales Angebot im Stadtteil für Kultur- und Freizeitaktivitäten soll mit dem Riesa efau geboten werden. Der Hohenthalplatz wird hervorgehoben als Objekt einer Aufwertung.

So richtig voran geht es noch nicht

Wer heute die Friedrichstadt betritt, befindet sich noch immer in eienr rieseigen Baustelle. Obwohl das Sanierungsprojekt schon 11 Jahre läuft sind Stadtteile wie Plauen oder gar Löbtau um einiges atraktiver. Hinzu kommt ein großes Industriegebiet und das ehemalige Reichsbahnausbesserungwerk (RAW), die rund ein Drittel des Stadtteils ausmachen und ihn für potentielle Bewohner unatraktiv machen. Hier und da gibt es schon eine Tanzschule oder Diskothek, aber der wirkliche Boom lässt noch auf sich warten. Also warten wir ab.

Schöne Grüße aus der Friedrichstadt
Tom
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