Biomasse- Energie für Westafrika?

Getreide - Nahrungsmittel oder Energiequelle?

Südniedersachsen ist führend bei der sogenannten „Biomasse“- Energie. Das gilt nicht nur für die Produktion – sondern auch für deren Technik und Vermarktung.

So besuchten zuletzt 3 Vertreter eines Westafrikanischen Landes ein hiesiges Bioenergiedorf. Man zeigte sich interessiert und denkt daran Ingenieure aus Afrika nach Südniedersachsen zu schicken, um das Know how kennen zu lernen.

Das mag auf den ersten wie auf den zweiten Blick doch verwundern. Bioenergiepflanzen in Westafrika? In einem Land mit ganz eigenen Umweltproblemen? So ich den Angaben im Internet folge, sind Umweltkatastrophen wie Buschfeuer, Dürren, Sandstürme und Heuschreckenplagen dort keine Seltenheit. Das Land leidet massiv unter den Folgen der Klimaerwärmung und liegt in der Nähe der Sahelzone, die wegen ihrer stetig wiederkehrenden Dürren und den daraus resultierenden Hungersnöten traurige Berühmtheit erlangt hat. Die Waldgebiete dieses Landes sind innerhalb von 50 Jahren von 70 % der Landesfläche auf 9 % zurück gegangen – weil sich u.a. die Landwirtschaft immer weiter ausdehnte. Der großflächige Anbau von Erdnüssen auch für den Export macht heute schon Nahrungsmittelimporte nötig. Dazu wächst die Bevölkerung stetig; der Bedarf an Nahrungsmitteln steigt somit ständig.

Wir haben hier in Südniedersachsen ca. 20% der Ackerflächen schon zu Gunsten der Bioenergie der Nahrungsmittelproduktion entzogen. Übertrage ich das auf ein Land, das seine Bevölkerung bereits heute nicht mehr mit der landeseigenen Produktion ernähren kann – dann steht auf der Soll- Seite ein fettes Minus. Überspitzt formuliert heißt das dann: Der Bewohner des Westafrikanischen Landes hat zwar endlich Strom für seinen Herd ( so er sich den leisten kann) - aber leider nichts um die darauf stehenden Kochtöpfe zu füllen.

Nahrungsmittelimporte werden immer teurer. Was nicht zuletzt an der Verknappung der Anbauflächen zu Gunsten der Bioenergieproduktion liegt. Das trifft beileibe nicht nur unsere heimischen Bioenergieflächen, sondern z.B. auch die Produktion von Palmöl in ausgedehnten Plantagen. Letztere gibt es bereits auch in dem westafrikanischen Land…

Wie die Energielösung für dieses Land aussieht, ist mir freilich nicht bekannt. Wie stabil z.B. Windkrafträder nach einem dreitägigem Sandsturm laufen oder ob sich nicht eher Solarstrom anbieten würde… mögen die Fachleute beantworten. Aber die Biomasseproduktion als den Stein der Weisen für dieses von unberechenbaren Dürren und Überschwemmungen, Erosion und Sandstürmen heimgesuchten Land zu sehen… erscheint zumindest mir geradezu zynisch.

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3 Kommentare zum Beitrag
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 14.02.2011 um 21:07 Uhr  
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Sabine G. Schumacher aus Dransfeld am 15.02.2011 um 19:55 Uhr  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 15.02.2011 um 20:19 Uhr  
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