Tipps zum Umgang mit Zecken

Die Zeckenzeit steht wieder vor der Tür (Foto: Jan Dommel, Die Johanniter)
Die Zecken-Saison hat begonnen. Die manchmal infektiösen Spinnentiere halten sich vor allem in Wäldern, im hohen Gras, Gebüsch oder im feuchten Laub auf. Zum Schutz gegen einen Zeckenstich (Zecken besitzen einen Stech- und Saugapparat – daher handelt es sich eher um einen Stich als um einen Biss) helfen am besten lange Hosen und langärmelige Kleidung. „Wer sich in der freien Natur aufgehalten hat, sollte danach unbedingt seinen Körper nach Zecken absuchen. Zecken lieben vor allem warme Körperregionen wie Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals oder den Kopf“, rät Martin Wolff, Landesverbandsarzt der Johanniter in Bayern.

Zeckenstiche können zwei Krankheiten auslösen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Gelenk- und Muskelentzündung Lyme-Borreliose. FSME ist eine fieberhafte Erkrankung. Bei den Patienten kommt es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Symptome sind Erbrechen, Kopfschmerzen und auch Lähmungen. Die Lyme-Borreliose kann unbehandelt zu Nervenlähmungen, Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen führen.

Ein Zeckenbiss ist aber kein Grund zur Panik. „Vor Borreliose schützt man sich am besten, indem man die Zecke zügig entfernt", so Wolff. „Die Erreger sitzen im Magen-Darm-Trakt der Spinnentiere und gelangen 12 bis 24 Stunden nach dem ersten Saugen in die Wunde."
Idealerweise entfernt man die ungebetenen Gäste mit einer Zeckenkarte. Dazu setzt man diese direkt über der Haut an und hebelt die Zecke vorsichtig heraus. In keinem Fall sollten Klebstoff, Öl oder andere Mittel eingesetzt zu werden, um die Zecke zu ersticken, da das Tier im Todeskampf vermehrt Flüssigkeit aussondert und sich dadurch die Gefahr einer Infektion erhöht.

Haben es die Borreliose-Erreger doch in den menschlichen Körper geschafft, rötet sich meist die Haut an der Einstichstelle. Dann sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Häufig tritt die Rötung erst ein paar Tage nach dem Stichzeitpunkt auf. Die Rötung muss allerdings nicht direkt an der Einstichstelle sein und kann irgendwo am Körper auftreten. Typisch für diese „Wanderröte“ (Erythema migrans) ist die zentrale Abblassung. Auch bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder geschwollenen Lymphknoten sollte man einen Arzt konsultieren. Doch Vorsicht: Das zügige Entfernen der Zecke schützt leider nicht vor den Erregern für FSME. Diese tragen Zecken in einigen Regionen Deutschlands in den Speicheldrüsen. Daher werden die Viren bei einem Stich sofort übertragen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) trägt deutschlandweit jede dritte bis fünfte Zecke Borreliose-Erreger in sich. Jedoch besteht laut RKI nur in bestimmten Risikogebieten die Gefahr, sich bei einem Zeckenstich mit FSME-Viren anzustecken. Diese befinden sich in Deutschland im Süden und Osten Thüringens, in großen Teilen Bayerns und Baden-Württembergs sowie in einzelnen Regionen in Hessen und in Rheinland-Pfalz. In solchen Risikogebieten empfehlen die Johanniter dringend für Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten, und für Kinder, die viel im Freien spielen, eine vorsorgliche Impfung mit dem Hausarzt zu beraten.

Eine Zeckenkarte kann man ab dem 15. April kostenlos in den Dienststellen der Johanniter in Schwaben abholen (solange der Vorrat reicht).

Quelle: Medieninformation Johanniter
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