Jeder passionierte Fotograf kennt Zeiten, in denen er einfach zur Kamera greifen muss, da eine unvergleichliche Lichtsituation - meist unverhofft und spontan - gegenwärtig da ist: Gewiss, am Morgen und am Abend erwarten wir am ehesten ein Licht, das so am ganzen Tag nicht wiederkehrt. Manchmal ist in einem ganzen Jahreslauf eine abendliche Stimmung ein einziges Mal gegenwärtig, die z. B. den heimischen Garten in ein einmaliges und an sich schon tief beeindruckendes Licht taucht.
Impressionen eines solchen Abends suchte ich mit den folgenden Fotos einzufangen.
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Erst allmählich begriff ich gestern, als ich im Garten noch fotografierte, welches unvergleichliche, eindrucksvolle Licht durch den Garten flutete. Hier versuchte ich, jene besondere Stimmung des Abends fotografisch zu präsentieren.-
Sehr beeindruckende und stimmungsvolle Bilder! Hatte gestern auch kurz daran gedacht den rötlichen Abendhimmel ins Bild zu holen. Wenn ich diese tollen Fotos jetzt sehe, bereue ich, dass ich die Kamera nicht doch ausgepackt habe...
Wolfgang nicht nur dass du ein guter Literat ist, auch die Fotografien von dir sind unübertrefflich. Das sind Eindrücke von einem Abendhimmel wie Sie schöner nicht sein können. Sie strahlen eine Wärme aus die sich auch in meinem Herzen festsetzt. Gruß Max
Danke! An diesem gestrigen Abend fühlte ich mich auch wirklich reich beschenkt, wie es ja auch bei diesem Licht gar nicht anders sein kann.
Ich schaue mir noch weitere meiner gestrigen Fotos an, da auch der Garten selbst, wie Ihr wohl inzwischen wisst, an einem Hang liegt und ganz und gar durchtränkt von diesem Sonnenglühen schien, insbesondere in der letzten Viertelstunde, ehe die Sonne ganz verschwand.
Diese besondere Inklination des Gartens, in Terassen sanft aufgeteilt, schien das Licht der scheidenden Sonne in einer Weise zu "atmen" und zu bewahren, wie ich es so noch nie erlebt habe.
Jeder Garten hat sein Geheimnis und besondere Eigenschaften, bei diesem ist es die Abendsonne ...
Eine ähnlich intensive Stimmung habe ich vor etwa einem Jahr erlebt: der Sonnenuntergang goß auch da eine Abendröte in den Garten, wie sie dieser glich; allerdings blieb mein Betrachten damals auf einen Rosenstrauch beschränkt.
Wieviele Sonnenuntergänge erleben wir in unseren Breiten? Aber ein solcher wie hier kommt wohl nur ein Mal pro Jahr vor, vielleicht.
Wenn solche Farben und Stimmungen vorliegen, dann ist es wirklich ein Glück, als Fotograf zu arbeiten, denn während der Aufnahmen steckt man ja wirklich g a n z in d e m Erleben drinnen, was man später in den Fotos v o r sich sieht.
Darin liegt vielleicht auch der Grund, warum durchaus mancher eine vergleichbare Situation erlebt, sie aber fotografisch nicht erfasst: er merkt es gar nicht!
Denn diese Stimmung ist trotz ihrer gewaltigen Ausdrucksstärke a n s i c h subtil, dezent, ja im höchsten Maß eine Stille ...
Ps: Ich weiß nicht, wie es Euch ergeht: aber gerade solche Bilder zeigen, warum man überhaupt fotografiert, denn durch die Fotografie gewinnt man erst (künstlerisch-technisch) Mittel, sich b e w u s s t e r solchem Naturerleben zu nähern.
Es ist wie ein zarter, roter Faden, den ich unscheinbar im Gras liegen sehe oder zwischen den mannigfaltigen Blütenstauden, in der noch regengestättigten Luft, die z u g l e i c h die Abendröte, dieses unbeschreibliche Sonnenglühen, das in der Luft zu schweben scheint ... .
Eigentlich merkte ich erst allmählich - im Fotografieren und indem ich mich einzelnen Motiven und Perspektiven zuwandte - wie groß und erhaben dieser Abend war.
Nicht ein Jota wird dieser bezaubernden Stimmung geraubt, wenn man erwägt, unter welchen meteorologischen Bedingungen sie möglich war: dunkle, horizontnahe Bewölkung, die quasi das Abendglühen in die Vegetation zurückwarf; hohe Luftfeuchtigkeit, in der sich die Sonnenstrahlen zu fangen schienen; eine flache (eben abendliche) Inklination des Sonnenlichts.
Ja, darin dürfte (bei mir) die Motivation liegen, zu fotografieren: ich gewinne Mittel, Naturerleben, aber auch jegliches sonstige Erleben (z. B. sozialer Natur) bewusster zu betrachten.
Damit verlässt die Fotografie die engen Grenzen bloß realistischer Dokumentation, da jedes Fotografieren m e h r aus dem Erleben gestaltet, als vorläge, wenn ich "nur" dieses erlebt hätte, und zugleich wird Fotografie ein Mittel der Kommunikation, da durch die Fotos ein Kommunizieren mit anderen möglich wird.-
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