Militärtrails Dolomiten mit dem Mountainbike
Dieses Jahr sollte uns die Gemeinschaftstour mit der Sektion Oy in die Dolomiten führen. Da ich schon seit Jahren die Dolomiten durchqueren wollte, kam der Bericht in der Zeitschriff BIKE genau richtig. Die schönsten Wege innerhalb von drei Tagen – optimal.
In St. Vigil trafen wir uns mit den Allgäuern. Die Räder wurden montiert und zum Einrollen ging es in das Fanes-Tal. Hinauf zur Faneshütte bekamen wir gleich einen Vorgeschmack, was uns auf den kommenden 170 Kilometer und 5500 Höhenmeter erwarten sollte. Steile Rampen und loser Schotter – ziemlich anspruchsvoll. Entschädigt wurde dies mit einer traumhaften Landschaft. Auch die Abfahrt vom Limojoch verlangte unsere vollste Konzentration. Alle paar Meter hätte man anhalten und die Aussicht genießen können. Und immer wieder diese Rampen. Dieser Weg soll richtig sein - vor uns stellt sich eine geröllübersäte Rampe auf, also das Bike schieben – nur wie lange? Wir wollten das Gasthaus an der Forcella Staulanza erreichen. Wir gehen aber auf Nummer sicher und fahren nach Cortina d’Ampezzo ab. Morgen ist auch noch ein Tag!
Zum Glück haben wir gestern abgebrochen, der Aufstieg zum Rifugio Croda da Lago erweist sich als ziemlich beschwerlich. Direkt hinter der Hütte beginnt der Trail hinauf zur Forcella Ambrizzola – eine der schönsten Auffahrten der Dolomiten. Mit Blick auf den Monte Pelmo geht es hinab zur Forcella Staulanza. Ein Höhepunkt jagt den Nächsten. Auf Waldboden geht es anspruchsvoll nach Alleghe bergab. Wieso ist denn da die Bergwacht, und ein netter Herr zeigt uns den Weg? Da kapieren es auch wir. Gerade heute findet das Rennen Civetta Superbike statt – und wir sind mittendrin. Aber die Streckenposten lassen uns den Trail fast komplett fahren, und feuern uns auch noch an.
Aber der Höhepunkt der Tour steht uns noch bevor. Wir wollen den Bindelweg gegenüber der Marmolada noch fahren. Dazu müssen wir aber bis 17 Uhr an der Bergstation in Arabba sein, und die Zeit drängt! Um 16:57 Uhr stehen wir an der Bergstation und lösen unsere Tickets. Der Getränke- und Süßigkeitenapparat wird geplündert und in der Seilbahn vernichtet. Was uns dort oben erwartet ist ein Traum! Tagsüber gehört der Weg den Wanderern, biken würde keinen Spaß machen, aber jetzt gehört der Weg uns ganz allein. Auf 5 km Länge fahren wir ohne große Höhenunterschiede dem Sonnenuntergang entgegen. Den Tag lassen wir auf dem Rifugio Viel del Pan mit Prachtblicke auf die Marmolada ausklingen.
Heute haben wir noch einmal 60 km und 1600 hm vor uns. Zuerst geht es über das Pordoijoch hinauf zum Campolongopaß am Fuße des Sellastocks. Über den Incisapaß erreichen wir das Gadertal, wo wir über St. Kassian, La Villa und Wengen auf einsamen Wegen Richtung St. Vigil fahren. Zum Ritjoch werden die letzten Kräfte mobilisiert und über Almwiesen erreichen wir unseren Ausgangspunkt.
Ob diese Tour noch zu steigern ist wird sich zeigen. Der Termin und das Gebiet für 2010 stehen schon fest – Anfang September im Tessin. Dort warten der Lago Maggiore, der Comer und Luganer See auf uns. Landschaftlich nicht weniger beeindruckend und mit einer hohen Singletraildichte, dank der Schmugglerwege zwischen Italien und der Schweiz. Wir sehen uns!
Ergänzend könnt Ihr den begeisternden Tourenbericht der Alpenvereinssektion DAV Oy/Allgäu nachlesen, und viele weitere schöne Fotos zu den Militärtrails der Dolomiten betrachten. Viel Vergnügen beim virtuellen trailen am Bindelweg, Fanesjoch, Limojoch, Pordoijoch und Ritjoch:
DAV Sektion Oy/Allgäu: Dolomiten Militärtrails MTB
http://www.dav-oy.de/berichte/mtb/dolomiten-milita...



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