Handball Donauwörth: Die letzte Chance ist wohl vertan
Ihre voraussichtlich letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt haben die Donauwörther Handball-Männer am Wochenende wohl endgültig verspielt, als sie im Keller-Derby dem hoch motivierten Team des TV Lauingen deutlich mit 23:28 unterlagen. Zu glauben, dass bei den drei noch ausstehenden Spielen – ausnahmslos gegen Spitzenmannschaften der Liga – die erforderlichen Punkte zu holen sind, ist utopisch. Damit dürfte der BOL-Zug für die Nordschwaben endgültig abgefahren sein.
Die ohne ihre beiden Stammspieler Ansgar Loitzsch und Tobias Fieger (Studium/Abi) angetretenen Gastgeber hatten von Beginn an einen sehr schweren Stand. Sie trafen auf einen bis in die Haarwurzeln motivierten Gast, dem sofort anzumerken war, dass er mit vollem Einsatz um den Klassenverbleib kämpfen würde. Das bekam in der fünften Minute Gottfried Hornung hautnah zu spüren als er von einem Lauinger rustikal und schmerzhaft zu Boden geschickt wurde. Hornung, der sich im Affekt revanchierte, musste disqualifiziert werden, während der TVler mit einer Zeitstrafe davonkam.
Der Schock im VSC-Lager saß tief und führte zu einer deutlichen Dominanz der Gäste, die auf 8:3 enteilten. Immerhin rappelten sich die Donauwörther in der Folge wieder auf, besannen sich auf ihre Möglichkeiten und hielten gekonnt dagegen. Sie eroberten Spielanteile zurück, holten Tor um Tor auf und erzwangen nach zwanzig Minuten den 10:10-Ausgleich. Nun beherrschte die Urban-Truppe das Geschehen deutlich und stellte die Gäste vor große Probleme. Dass es bis zur Pause in etwa ausgeglichen blieb war allein das Verdienst des Lauinger Keepers, der die VSC-Angreifer zur Verzweiflung brachte als er reihenweise Großchancen vereitelte (Halbzeit 13:14).
Während der ersten Minuten des zweiten Durchgangs wogte das Spiel ausgeglichen hin und her, stand deutlich im Zeichen beider Abwehrreihen. Nachdem es die Gäste gut verstanden, den sonst so torgefährlichen VSC-Rückraum auf Distanz zu halten, sprangen insbesondere die gut aufgelegten Andreas Biehle und Stefan Buse als Torjäger in die Bresche und steuerten zusammen neun Treffer bei. Eine Viertelstunde vor Schluss, als das Spiel beim Stande von 19:20 voll auf der Kippe stand, trafen die beiden bis dahin gut leitenden Unparteiischen doch einige sehr umstrittene Entscheidungen.
Insbesondere ihre Zeitstrafen sorgten für einigen Unmut bei den Gastgebern und ihren Fans. Während nämlich in diesen wenigen Minuten sage und schreibe fünf zum Teil äußerst verdutzte VSCler auf die Strafbank geschickt wurden, blieben die nicht minder zupackenden Gäste völlig straffrei. Die Lauinger ließen sich nicht zweimal bitten, nutzten ihre Überzahl konsequent, markierten gegen die desillusionierten Hausherren Treffer um Treffer bis beim Stande von 23:28 der Schlusspfiff ertönte.
VSC-Tainer Lubos Urban trug die Niederlage mit Fassung. Er gratulierte den Gästen, die sich mit ihrem Sieg noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen können – im Gegensatz zu den Donauwörthern, die der BOL wohl bald ade sagen müssen.
Für Donauwörth spielten:
Richard Fischer und Werner Richter (im Tor), Andreas Biehle (5/1), Thomas Riesner, Claus Pauler, Rico Braun (1), Stefan Buse (4), Anton Espach (4/1), Edwin Ewinger (2), Dirk Hoppe (2/2), Gottfried Hornung, Tobias Marx (2) und Sebastian Triebel (3)
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