Vorsicht, heiß – schon jetzt beginnt die Grillsaison - Die Johanniter geben Erste-Hilfe-Tipps für ein ungetrübtes Grillvergnügen
Ob Bratwurst, Steak oder Gemüsespieß – Grillen gehört für die meisten Menschen zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Für viele beginnt schon jetzt an den ersten warmen Tagen des Jahres die Grillsaison. Doch das Vergnügen ist nicht ganz ungefährlich: Jährlich verletzen sich mehrere tausend Menschen beim leichtsinnigen Umgang mit dem Feuer. Das fröhliche Essen findet dann ein jähes Ende. Stichflammen oder Verpuffungen entstehen zum Beispiel, wenn ungeduldige Grill-Meister Spiritus auf die glühenden Kohlen schütten. Schwere Brandblasen ziehen sich aber auch hungrige Esser zu, die das Fleisch statt mit der Grillzange mit den Händen vom Rost nehmen oder versehentlich in die Glut greifen. Die Johanniter-Unfall-Hilfe gibt Tipps für die Erste Hilfe bei Brandverletzungen, damit der Grillabend nicht auf der Intensivstation endet.
„Als Faustregel gilt: Bei Verbrennungen im Gesicht, an den Händen oder den Genitalien sofort den Rettungsdienst rufen“, sagt Joachim Keil, Erste-Hilfe-Experte der Johanniter im Regionalverband Schwaben. Auch bei Verletzungen, die größer sind als ein Handteller, sollte man auf jeden Fall professionelle Hilfe rufen. Seit vielen Jahren ist Joachim Keil bei den Johannitern im Rettungsdienst und in der Erste-Hilfe-Ausbildung tätig. Dass auch zum Start der Grillsaison viele Unfälle passieren, weiß er nur zu gut. „Bei Schmerzen durch Brandverletzungen können zur Linderung maximal zehn Minuten handwarme, feuchte Tücher verwendet werden. Der restliche Körper soll warm und trocken bleiben, damit eine Auskühlung verhindert wird“, betont Joachim Keil. „Offene Wunden sollten schnell steril abgedeckt werden, damit sie sich nicht entzünden – zum Beispiel mit sterilem Verbandtuch aus dem PKW-Verbandkasten.“ Besonders umstehende Kinder sind beim Grillen gefährdet, denn aufgrund ihrer Körpergröße befindet sich der Grillrost oft in Kopfhöhe, so dass Flammen sie im Gesicht schwer verletzen können – im Ernstfall sofort 112 anrufen.
Wenn die Kleidung einer Person durch Stichflammen Feuer gefangen hat, ist schnelles Handeln lebensrettend: Mit einer Decke können die Flammen erstickt werden, alternativ sollten die Helfer die betroffene Person auf dem Boden hin- und her wälzen und sie mit Wasser übergießen. Vorsicht beim Verwenden von Feuerlöschern: Die Düse darf auf keinen Fall auf das Gesicht des Verletzten gerichtet sein. Eine weitere Gefahr droht bei schweren, großflächigen Verbrennungen und bei Gesichtsverbrennungen: „Atem- und Kreislaufstörungen sind oft die Folge. Deshalb sollten Ersthelfer unbedingt Atmung und Kreislauf der verletzten Person beobachten, bis der Rettungsdienst eintrifft“, sagt Joachim Keil.



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