Teilzeit ist mehr als halbtags
Unternehmen informierten sich bei Workshop des Familienbündnisses – Reger Austausch
Beim Stichwort „Teilzeitarbeit“ denken die meisten Menschen sofort an den klassischen Halbtagsjob am Vormittag. „Aber Teilzeit kann wesentlich flexibler und vielfältiger gestaltet werden“, stellte Angela Fauth-Herkner, Leiterin des Workshops zum Start des Workshops „Teilzeit – effizient und familienfreundlich gestalten“ fest.
Anhand von praxisnahen Modellen veranschaulichte die Referentin die große Bandbreite, die Teilzeitarbeit zu bieten hat. Da schwirrten Begriffe wie Classic Vario, Flexizeit und Job-Sharing durch den Raum. Ziel der unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle sei immer das Schaffen einer win-win-Situation, sodass die Bedürfnisse der Beschäftigten ebenso berücksichtigt werden wie auch die betrieblichen Belange im Blick bleiben.
Reger Austausch und gute Praxis
Eingeladen zum Workshop hatte das Lokale Bündnis für Familie Donau-Ries. In den Räumen der AOK Donauwörth begrüßte Günter Katheder-Göllner, Bündniskoordinator und Familienbeauftragter, Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen aus der Region. „Bringen Sie Ihre Erfahrungen ein und nutzen Sie die Gelegenheit zum Austausch“, appellierte er an die Teilnehmer. Das ließen sich diese nicht zweimal sagen und so entsponnen sich von Anfang an interessante Diskussionen und ein reger Erfahrungsaustausch.
„Verantwortung übertragen; offen und regelmäßig miteinander reden“, benannte Carmen Havlin als Erfolgsfaktoren, damit Teilzeit effizient und familienbewusst gestaltet werden kann. Havlin, Personalleiterin bei Eisen-Fischer in Nördlingen, erklärte anhand von drei konkreten Beispielen, wie Teilzeitmodelle in dem mittelständischen Handelsunternehmen umgesetzt werden.
Über Teilzeit bei der AOK Donauwörth, bei der etwa 2/3 der Belegschaft weiblich sind, berichtete Werner Heinrich. Für ihn stelle Teilzeitarbeit einen wichtigen Baustein dar, um den Wunsch der Beschäftigten nach einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie erfüllen zu können. „Davon profitieren wir auch wirtschaftlich, denn so können Wissen und Erfahrungen unserer hochqualifizierten Mitarbeiterinnen im Unternehmen gehalten werden“, ist Heinrich überzeugt.
Familienfreundlichkeit gewinnt an Bedeutung
„Lösungen von der Stange gibt es nicht!“ fasste Angela Fauth-Herkner zum Abschluss der Veranstaltung zusammen. Jedes Unternehmen müsse die für seine Situation bedarfsgerechten Modelle entwickeln. Wichtig sei es, vorausschauend zu planen aber bei der Umsetzung flexibel zu bleiben.
„Es lohnt sich, Teilzeitarbeit weiterzuentwickeln und auf eine familienfreundliche Personalpolitik zu setzen“ gab Günter Katheder-Göllner den Teilnehmern noch mit auf den Nachhauseweg, denn für neun von zehn Eltern sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie genauso wichtig bzw. wichtiger als das Gehalt. „Bleiben Sie dran, wir werden Sie auch weiterhin auf Ihrem Weg zu noch mehr Familienfreundlichkeit unterstützen.“
Die nächste Gelegenheit bietet sich dafür am 9. Juni 2011 beim Informationsworkshop „Herausforderung alternde Belegschaft – Gesundheitsmanagement, Qualifikation und Arbeitsorganisation“. Weitere Informationen beim Familienbeauftragten des Landkreises und Bündniskoordinator, Günter Katheder-Göllner, Telefon 0906 74 198 oder per E-Mail familienbeauftragter@lra-donau-ries.de.


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