Neues Haustier in deutschen Familien
Caritas. Projekt Schuldenprävention der Öffentlichkeit präsentiert.
Nördlingen/Donauwörth.
Dass Präventionsarbeit geleistet werden muss, liegt daran, dass immer mehr Haushalte sich ein Haustier halten: den Pleitegeier, so Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner und Projektleiter der Schuldenpräventionsabteilung der Caritas, Wolfgang Schindele. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass es ca. drei Millionen oder. 8% überschuldete Haushalte in Deutschland gibt. Und die Zukunftsprognosen deuten auf einen Anstieg dieser Quote hin. Junge Erwachsene zählen zu den Hauptrisikogruppen für Überschuldung, denn bei ihnen ist die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben besonders groß, die Bereitschaft zur Verschuldung ist bei den unerfahrenen Jugendlichen immens und es fehlt an Kenntnissen zur Haushaltsplanung und zum Kreditwesen. Aber auch so mancher Erwachsener überschätzt seine finanzielle Mittel. Dieses und andere Projekte wurden im Rahmen des Tages der offenen Tür vorgestellt.
„Unsere Arbeit“ so die Caritasverantwortlichen, „soll die Jugendlichen anregen, ihr Konsumverhalten zu hinterfragen, die Notwendigkeit eines vorausschauenden Handelns bewusst machen, in die Lage versetzen einen Haushaltsplan zu erstellen und Angebote zu vergleichen. Aber auch die Fähigkeit Risiken abzuschätzen und Folgen von Kreditentscheidungen zu erkennen wird den Jugendlichen nahe gebracht“. Der Start ins Leben, so Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner, kann durch Schulden schon am Anfang gehemmt werden. Das möchten wir gerne verhindern!
Angebot vielfältig
Wir bieten verschiede Unterrichtseinheiten und Workshops mit kreativen Ansätzen als Angebot für Schulen, Jugendgruppen und sonstige Interessierte an. Das Spektrum der Fragen, die in den einzelnen Unterrichtseinheiten bisher angesprochen wurden, ist sehr vielfältig, so Schindele. Wie und warum sollte ich mir einen Überblick über meine Finanzen verschaffen? Welche Gefahren lauern beim Umgang mit Handy oder Internet? Wie werde ich durch Werbung in meinem Konsumverhalten beeinflusst? Was sollte ich bei größeren Anschaffungen, wie z.B. eines Autos, berücksichtigen? Welche Kosten und Konsequenzen kommen auf mich beim Abschluss eines Mietvertrages zu und was ist alles für meine Altersversorgung notwendig?
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen verfügen hier nur über sehr geringe Kenntnisse und Lebenserfahrung, bestätigt Wolfgang Böswald, Schuldenberater der Caritas. Ihnen fehlt der Blick fürs Wesentliche und teilweise beantworten sie die Fragen mit kindlicher Naivität. „Das Handy, das Auto und die Wohnung kann ich mir schon leisten, weil ich nichts frühstücke und mir zwei Leberkässemmeln am Tag reichen“, war die Antwort eines Schülers einer 11. Klasse berichtet Schindele.
In den Schulen wird den Jugendlichen auch vermittelt, wie schwierig es ist den Überblick über die Finanzen zu behalten, mit Schulden umzugehen und welche Konsequenzen erdrückende Schulden für einen selbst, die Familie oder den Gläubigern haben.
Oberbürgermeister Faul, stellvertretender Landrat Oppel und Sparkassendirektor Winter würdigen kreative Arbeit
In einem Rollenspiel, in dem die verschiedenen Schuldenbeziehungen zwischen Mieter und Vermieter, Stromlieferant und Verbraucher, Autohaus und Leasingnehmer, Versandhaus und Käufer und Freund und Freundin mit Seilen dargestellt werden, die die Abhängigkeiten repräsentieren sollen, musste Oberbürgermeister Hermann Faul erkennen, wie schwer es ist nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen, wenn alle an einem zerren. Herrmann Faul würdigte in seiner Ansprache die kreative Arbeit der Caritas, insbesondere in der Schuldenprävention. Diese Investition in die Zukunft ist unabdingbar notwendig und sinnvoll. Die Stiftung der Sparkasse Nördlingen, vertreten durch Sparkassendirektor Wolfgang Winter, erkannte die Notwendigkeit der Präventionsarbeit ebenfalls an und würdigte das Engagement der Caritas im Bereich der Schuldenprävention durch eine Spende in Höhe von 400.- €. Die Schule vermittelt viel theoretisches Wissen, bereitet aber nicht in jedem Fall auf den Alltag nach der Schule vor. Die Caritas schließt hier mit ihrer Schuldenprävention eine Lücke, so Sparkassendirektor Winter. Maria Bauer, 1. Vorsitzende, und Martin Gaertner, Caritas-Geschäftsführer, sowie der gesamt Vorstand bedankte sich für die Unterstützung durch Sparkasse, Landkreis und Stadt Nördlingen. Stellvertretender Landrat Franz Oppel bedankte sich bei den Initiatoren und unterstrich, dass die Förderung hier gut eingesetzt wäre und schloss die Veranstaltung mit Dank an die Mitarbeiter/innen.
Hintergrund und Infos:
Schuldenprävention der Caritas bieten Schulen, Jugendgruppen und anderen interessierten Gruppen für Jung und Alt Vorträge, Unterricht und Workshops an, um seine eigene Schuldensituation zu überdenken und Stolperfallen aufzuzeigen, um sie zu vermeiden.
Anfragen interessierter Schulen, Gemeinden, Kirchen und Jugendverbänden können telefonisch unter 09081/3915 erfolgen.




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