Medienkonsum bei Jugendlichen ist bedenklich

Lehrer, Suchtbeauftragte und Jugendsozialarbeiter an Schulen im Landkreis Donau-Ries informieren sich



Im Landratsamt Donau-Ries fand kürzlich eine Fortbildung zum Thema „Neue Medien – Neue Trends. Präventions- und Hilfsmöglichkeiten“ statt. Eingeladen zur Fortbildung waren suchtbeauftragte Lehrkräfte aus den Mittel- und weiterführenden Schulen, Berufsfachschulen im Landkreis Donau-Ries sowie Jugendsozialarbeiter an Schulen. Initiator der Fortbildung ist der Arbeitskreis Suchtprävention Donau-Ries, der sich aus unterschiedlichen Fachleuten aus dem Bereich Sucht zusammensetzt. Im Einzelnen sind dies das Cafe Connection der Suchtfachambulanz Donauwörth, die Polizeiinspektionen des Landkreises Donau-Ries, die Präventionsfachstelle und die Kommunale Jugendarbeit des Landratsamtes Donau-Ries sowie eine Notärztin aus Donauwörth.

Stefan Graßl, Leitung vom Arbeitskreis Suchtprävention und Präventionsfachkraft am Landratsamt Donau-Ries begrüßte die Anwesenden und bedankte sich für das große Interesse. Barbara Rembold, die Kommunale Jugendpflegerin beim Landkreis Donau-Ries, präsentierte zu Beginn ein paar themenspezifische Ergebnisse der Befragung, die im Rahmen der Jugendhilfeplanung im vergangenen Jahr bei Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren im Landkreis durchgeführt wurde. „Es ist sehr interessant, dass der Medienkonsum sogar von 29 % der Befragten selbst, als eines der größten Probleme gesehen wird“, stellt die Jugendpflegerin fest. Das Problem „Medienkonsum“ steht im Ranking zu dieser Frage damit an fünfter Stelle.

Michael Deisenhofer, Präventionsbeamter von der Polizeiinspektion Donauwörth erläuterte die Entwicklung mit neuen Medien bei Jugendlichen aus seiner Sicht. „Es ist schon sehr bedenklich, wenn sich Jugendliche bereits in der fünften Klasse Pornos oder Videos mit gewaltverherrlichendem Inhalt aufs Handy schicken“ so Deisenhofer. Hier sind Eltern und Erziehungsberechtigte gefragt, Regeln mit Jugendlichen zu vereinbaren und zu kontrollieren.

Niels Pruin von der Caritas Suchtfachambulanz Donauwörth behandelte die Faszination des Mediums Internet. Mit sehr anschaulichen Videos und kurzweiligen Vorträgen konnte man deutlich nachvollziehen, warum manche Jugendliche hierbei ein Problem entwickeln können. „Soziale Netzwerke mit einem großen Freundeskreis sind für Schüler interessant, weil sich immer etwas ereignet, ständig neue Informationen gepostet werden und man sich darstellen kann. Das Negative dabei ist die Angst etwas zu verpassen“ erläutert Pruin. Bei Computer- oder Online-Spielen sind häufig die Glücksgefühle und der Belohnungseffekt der Hauptgrund, warum hier Probleme entstehen können. Wie abhängiges Verhalten in diesem Zusammenhang konkret behandelt wird, erläuterte Pruin aus seiner Beratungstätigkeit.

Graßl machte in einer praktischen Übung deutlich, wie Pädagogen das Thema mit Schülern bearbeiten können. Dabei sind die Interesse seitens des Pädagogen und die Beleuchtung der positiven Aspekte neuer Medien ein wichtiger Punkt, um mit Schülern ins Gespräch zu kommen. „Wer nur die negativen Aspekte anspricht, wird von den Jugendlichen nicht ernst genommen“ so Graßl.

Zum Ende der Fortbildung wurde auf die Hilfsmöglichkeiten und Beratungsstellen im Landkreis Donau-Ries hingewiesen. Die Teilnehmer erhielten Infomaterial und Broschüren ausgeteilt, die sie in der Arbeit mit den Schülern einsetzen können.

Für weitere Informationen können Sie sich gerne an folgende Stelle wenden: Arbeitskreis Suchtprävention, Stefan Graßl, Präventionsfachstelle am Landratsamt Donau-Ries, 0906/74 534 oder stefan.grassl@lra-donau-ries.de
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