Lebendig lesen fördert Spaß am Lesen

Referentin Gudrun Wiedemann im Pausengespräch mit Vorleserinnen (Foto: H. Wildfeuer-Fick)
 
Die Schauspielerin und Bibliothekarin Gudrun Wiedemann beim Seminar ‚Lebendig lesen´ in Monheim (Foto: H. Wildfeuer-Fick)

Seminar für Vorleserinnen - Bündnis für Familie Donau-Ries und der Verein Soziales Miteinander (SoMit e.V.) hatten eingeladen
Das Vorlesen und das gemeinsame Lesen mit Erwachsenen motiviert Kinder, selbst zu Büchern zu greifen. Es fördert die sprachliche Entwicklung der Kinder und sie nehmen es mit Begeisterung auf. Doch es genügt nicht, einfach ein Buch aufzuschlagen und Satz um Satz vorzutragen: Auch das Vorlesen will gelernt sein. Gelegenheit dazu bot das Seminar „Lebendig lesen“. Es wurde vom Lokalen Bündnis für Familie Donau-Ries und dem Verein Soziales Miteinander (SoMit e.V.) organisiert. 15 Interessierte nahmen daran teil.
In unserem Landkreis sind bereits zahlreiche Lesepatinnen und Lesepaten an Schulen, Kindertagesstätten, in Bibliotheken und anderen Einrichtungen aktiv – und es werden immer mehr. Wer sich für ein solches Ehrenamt entschieden hat, liest in der Regel gerne selbst und gerne vor. Im Seminar "Lebendig lesen" mit der Schauspielerin und Bibliothekarin Gudrun Wiedemann konnten sie nun ihre Fertigkeiten als Vorleserinnen weiterentwickeln. Gudrun Wiedemann war lange Jahre Leseförderbeauftragte der Stadtbücherei Nürnberg. Für sie ist Vorlesen der wichtigste Schritt hin zum flüssigen und verständigen Lesen. Sie plädiert für das Vorlesen nicht nur im Kindergarten- und Vorschulalter, sondern auch für Schüler bis hin zur 10. Klasse.
Heike Wildfeuer-Fick (Somit e.V.) und Günter Katheder-Göllner (Familienbeauftragter und Bündniskoordinator) freuten sich über das Interesse der Teilnehmerinnen, von denen die meisten bereits als Lesepatinnen in Schulen, Kindergärten und Büchereien aktiv sind. "Ich lese selbst gern und möchte diese Freude am Lesen weitergeben", meinte eine Teilnehmerin, die auf der Suche nach neuen Aufgaben ist. "Meine Kinder sind aus dem Vorlesealter heraus", meinte eine andere. "Ich möchte damit aber gerne weitermachen."

Sie steht exemplarisch für alle Teilnehmer: In deren Familien wurde (vor)gelesen. Doch das ist längst nicht mehr üblich: Interaktion und Kommunikation findet immer weniger statt, statt miteinander zu sprechen läuft in vielen Haushalten der Fernseher. Mit fatalen Folgen für die Sprachentwicklung und damit auch fürs Lesen: "Sie springen in die Bresche für etwas, was in vielen Familien nicht mehr stattfindet", machte Gudrun Wiedemann den Seminarteilnehmern bewusst. Für sie ist Lesen nicht nur Grundvoraussetzung um etwas zu lernen und Wissen anzusammeln - im Gegenteil, ein zu vordergründiger pädagogischer Zeigefinger verdirbt die Lust am Lesen. Wichtig ist ihr, dass kein Druck ausgeübt wird, die Kinder eine eigene Meinung haben dürfen, vor allem, dass sie sich Wohlfühlen. "Wer Spaß daran hat, wird sein Leben lang gerne lesen - und gerne zuhören!"
Die Referentin sorgte für viele Aha-Erlebnisse oder frischte theoretisches Wissen wieder auf, sie gab unzählige praktische Tipps und forderte aber auch zum Mitdenken und praktischen Mitmachen auf. So lernten die Lesepatinnen an diesem Nachmittag etwas über den Zusammenhang zwischen Bewegung und Stimme, sowie zwischen Zuhören und Vorlesen. Sie haben Tipps bekommen, wie man eine Geschichte aussucht, sich diese Geschichte erarbeitet und sie gekonnt rüber bringt.
Am Ende waren alle geschafft aber zufrieden. Der Familienbeauftragte des Landkreises dankte zum Ende der Veranstaltung – auch im Namen von Landrat Stefan Rößle - den ehrenamtlichen Lesepatinnen für ihr Engagement: „Denn Lesen und Vorlesen kann man nie genug“. Bei leckeren Häppchen aus dem Dorfladen Daiting nutzten die Teilnehmerinnen am Ende noch die Gelegenheit zum Verweilen, tauschten sich untereinander aus und gaben ihre Erfahrungen und persönlichen Tricks und Lesetipps weiter.


Hintergrund
- Das Projekt „Leseland Donau-Ries“ wurde vom Lokalen Bündnis für Familie ins Leben gerufen. Mittlerweile gehören etwa 90 Lesepatinnen und Lesepaten zum Kreis, dazu Initiativen (z.B. RainLesen), die Bibliotheken im Landkreis und die Initiative SoMit e.V. (Soziales Miteinander auf der Monheimer Alb).
- Ziel ist es, Kinder für das Lesen zu interessieren, ihnen das Lesen „schmackhaft“ zu machen und so einen Beitrag zur aktiven Sprachentwicklung von Kindern zu leisten.
- Dazu kommen die ehrenamtlichen Lesepaten in Kindergärten und Grundschulen und lesen dort regelmäßig oder bei besonderen Anlässen einer Gruppe von Kindern oder einer Klasse vor.
- Interessierte können sich gerne an den Familienbeauftragten des Landratsamtes, Günter Katheder-Göllner wenden: Tel. 0906 / 74 198 oder per E-Mail: familienbeauftragter@lra-donau-ries.de.

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