Immer mehr Strom aus erneuerbaren Energieträgern: Energie-Allianz hilft, Landkreis-Ziele umzusetzen - Zahl der Partner wächst

Unterzeichnung der Energie Allianz, 2. Erweiterung, am 1. Oktober 2011 im Rahmen der 14. Donau-Ries-Ausstellung: v. l. Landrat Stefan Rößle, Erhard Michel, 1. Bürgermeister Gemeinde Ehingen, Heike Burkhart, Energiebeauftragte, Klemens Heininger, Regionalmanager, beide Landkreis Donau-Ries, Karlheinz Stippler, 1. Bürgermeister Gemeinde Deiningen, Joseph Mayer, 1. Bürgermeister Mark Wallerstein, Hermann Schmidt, 1. Bürgermeister Gemeinde Amerdingen

Im Landkreis Donau-Ries wurde die Energiewende schon lange vor den Ereignissen im japanischen Fukushima eingeläutet: Angefangen von der Agenda 21 im Jahr 2000 über die Einführung der Energieberatung 2003, die Verabschiedung des Landkreis-Leitbildes Ende 2004 und die Einrichtung des Energieforums Ende 2007, den Beschluss des Energieleitzieles 2009 bis hin zur Energie-Allianz, die im Sommer 2010 gegründet wurde. Ziel der Energie-Allianz ist die Umsetzung des Energieleitzieles des Landkreises unter der griffigen Formel "20/20/20": Bis zum Jahr 2020 soll der Gesamtenergieverbrauch im Landkreis um 20 Prozent niedriger sein als im Jahr 2007. Der Anteil der erneuerbaren und nachwachsenden Energieträger soll bis 2020 gegenüber 2007 noch einmal zusätzlich um 20 Prozent gesteigert werden.

"Dass der Landkreis dieses ehrgeizige Ziel nicht alleine erreichen kann, war allen Verantwortlichen von Beginn an klar", erinnert sich Landrat Stefan Rößle. Um mit genau diesen ein Netzwerk aufzubauen, wurde die „Energie Allianz“, seinerzeit bestehenden aus den Partnern des Energieforums, ins Leben gerufen. So kam es, dass die Allianz bei ihrer Gründung 15 Partner umfasste, aktuell sind es 22. Bei der 2. Erweiterung am 1. Oktober 2011 im Rahmen der 14. Donau-Ries-Ausstellung schlossen sich die ersten Kommunen der Allianz an: Die Marktgemeinde Wallerstein, die Gemeinden Amerdingen, Deiningen und Ehingen. Doch schon liegen weitere Bewerbungen seitens der Kommunen vor und so wird es voraussichtlich im Januar 2012 eine dritte Erweiterung geben - sehr zur Freude von Landrat Rößle und Heike Burkhardt, Energiebeauftragte des Landkreises. "Die Allianz ist ein offenes Bündnis, dem möglichst viele kompetente Partner aus dem Energiebereich beitreten sollen", betont Burkhardt: "Zusammen erreichen wir mehr Gewicht, mehr Dynamik und Zugkraft". Schließlich wollen alle Partner dazu beitragen, durch mehr Energieeffizienz und -einsparung, Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energieträger und durch eine bessere Vernetzung in Energiefragen die Ziele für den Landkreis gemeinsam zu verwirklichen.

Dank der vielfältigen Bemühungen der vergangenen Jahre ist der Landkreis Donau-Ries derzeit mit führend in Bayern beim Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung: 90 Prozent des im Landkreis erzeugten Stroms kommen bereits aus erneuerbaren Energieträgern und 73 Prozent des Stromverbrauchs im Landkreis wird derzeit schon vor Ort erzeugt. "Damit haben wir bereits eine relativ hohe Quote der Selbstversorgung erreicht", freut sich Landrat Stefan Rößle. Besonders erfreulich auch eine weitere Zahl: 67 Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Landkreis kamen 2009 bereits aus erneuerbaren Energieträgern, 2007 waren es 53 Prozent.

Allerdings - und das ist vielleicht der einzige Wehmutstropfen in der Erfolgsbilanz - macht der Strom nur rund ein Viertel der Gesamtenergiebilanz aus. 75 Prozent entfallen auf Heizung und Warmwasser. Diese Zahlen lassen sich nur sehr schwer bilanzieren. "Strom wird jedes Jahr bilanziert, beim Wärmebereich ist das auf Grund der Datenlage bei den nicht leitungsgebundenen Energieträgern wie Öl und Holz sehr aufwändig und erfolgt daher nur alle 5 Jahre", bedauert Energiebeauftragte Heike Burkhardt.

Dennoch ist der Landkreis Donau-Ries auch in Sachen Wärme nicht untätig. "In der Sanierung von Altbauten steckt das größte Potential zur Energieeinsparung", betont Landrat Stefan Rößle und verweist auf die seit 2003 angebotene kostenlose Energieberatung, die zwei Mal monatlich in Donauwörth und Nördlingen stattfindet. Der Landkreis selbst plant z.B. umfangreiche Sanierungsmaßnahmen für die weiterführenden Schulen im Bereich Fassadensanierung und Dachsanierung. In Nördlingen wird 2011 an der Berufs- und Wirtschaftsschule sowie am THG investiert.

Auch die 84 Biogasanlagen, die jetzt schon viel Strom aus erneuerbaren Energieträgern produzieren, sollen künftig verstärkt einen weiteren Beitrag zur Energiebilanz liefern. Über den Ausbau von Wärmenetzen soll die bei der Stromgewinnung entstehende Wärme zusätzlich für die Heizung von Gebäuden verwendet werden. Bereits jetzt wird bei 27 Anlagen die Wärme genutzt, weitere sollen folgen. Dazu leistet das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit ihrer Beratungsstelle einen maßgeblichen Beitrag.

Doch nicht nur dem Landkreis bringt die Energie-Allianz Vorteile. Neben der festen Vereinbarung bietet die Allianz den Unternehmen auch eine Plattform, auf der sie eigene Ziele und Projekte im Bereich Klimaschutz und Energie einbringen und ihre Erfahrungen und Pläne aktiv mit anderen Partnern der Allianz austauschen und kommunizieren können. Außerdem bekunden die Energie-Allianz-Partner mit ihrer Unterschrift auch die Bereitschaft zur Teilnahme an Kooperationsprojekten. Aktuell sollen im Landkreis etwa Vorzeigeprojekte aus Gewerbe, Kommunen und privaten Haushalten gesammelt und vorgestellt werden.

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