Familienbewusst führen

Referentin Ricarda Bayer frägt nach:“Woran ist Ihre familienbewusste Führung erkennbar?“
 
Referentin Ricarda Bayer (links): „Wo stehen Sie in puncto ‚Familienfreundlichkeit‘“?

Familienbewusste Personalpolitik als Erfolgsfaktor für Unternehmen: Lokales Bündnis für Familie freut sich über gut besuchte Veranstaltung


Ein paar Interessierte mussten leider kurzfristig absagen, ansonsten hätte es wieder einmal geheißen: Ausgebucht! Denn alle Plätze waren vorab vergeben bei einem Informationsworkshop zum Thema „Familienbewusst führen“, der vor kurzem in den Räumen der VHS Donauwörth stattfand. Eingeladen hatten das Lokale Bündnis für Familie und der Landkreis Donau-Ries. „Das große Interesse freut mich natürlich“, meinte die Referentin Ricarda Bayer zum Auftakt. „Aber es zeigt auch, dass eine familienbewusste Personalpolitik in Unternehmen noch keine Selbstverständlichkeit ist.“

„Eine familienbewusste Personalführung ist für Unternehmen eine wichtige Stellschraube, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Führungskräfte nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein!“ Mit dieser Ankündigung wurden Unternehmer, Führungskräfte und Personalverantwortliche aus der Region zu der Veranstaltung eingeladen.
Die, die kamen, waren zum Start aufgerufen, die Familienfreundlichkeit ihres eigenen Unternehmens zu reflektieren. „Woran erkennen zum Beispiel Bewerber Ihre familienbewusste Unternehmenskultur“, regte Ricarda Bayer die Teilnehmer zum Nachdenken an. Sie ist Unternehmensberaterin und u.a. Trainerin des IHK-Bildungshaus Schwaben, mit dem zusammen der Workshop organisiert wurde. „Kommt darauf an!“, war sich die Runde schnell einig, „denn es gibt keine pauschalen Lösungen, die für alle Unternehmen passen“. Wenig bringe es jedenfalls, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur in Hochglanzbroschüren zu beschreiben. Vielmehr sei es wichtig, dass Unternehmen und Beschäftigte miteinander nach Lösungen suchen, die für beide Seiten passen.
Gemeinsam mit den Teilnehmern trug die Referentin anschließend Merkmale zusammen, die eine familienbewusste Führungskraft auszeichnen. Genannt wurden u.a. gegenseitiges Vertrauen, Familienbewusstheit vorleben, die Mitarbeiter als Menschen ernst nehmen und nicht nur als Arbeitskräfte sehen. Vor diesem Hintergrund ging es am Ende des Workshops um das eigene Führungsverhalten und um die Frage „Was machen Sie konkret, damit Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Beruf und Familie gut vereinbaren können?“ Es wurde deutlich, dass von den Anwesenden bereits einiges dafür getan wird, damit Familienbewusstheit in ihrem Unternehmen mehr ist als nur ein Papiertiger.

„Aber manchmal ist es auch ganz schön schwierig, die vielen verschiedenen Interessen von Kunden, Beschäftigten und Unternehmen unter einen Hut zu bekommen“, meinte eine Teilnehmerin zum Abschluss und erhielt dafür viel Zustimmung.
Wie familienbewusste Führung gelingen kann und welche Praxiserfahrungen es dazu schon gibt, u.a. darum wird es beim nächsten Workshop am Dienstag 8. Juli 2014 gehen. „Denn die Zeit war wieder mal zu knapp, um alle Facetten des Themas ausreichend zu beleuchten“, resümierte Bündniskoordinator Günter Katheder-Göllner am Ende der Veranstaltung. Er versprach den Teilnehmern, das Bündnis für Familie und der Landkreis Donau-Ries werden am Ball bleiben und die Unternehmen in der Region weiterhin unterstützen. Denn mit Landrat Stefan Rößle sei er sich einig: „Eine familienbewusste Unternehmenskultur, durch die alle Beschäftigten Arbeit und Leben in Einklang bringen können, gewinnt zunehmend an Bedeutung und trägt dazu bei, Fachkräfte zu binden und zu gewinnen. Und davon profitieren Arbeitgeber genauso wie die Arbeitnehmer.“

Hintergrund

Das Lokale Bündnis für Familie Donau-Ries ist ein Zusammenschluss von derzeit 138 Organisationen, Einrichtungen und Einzelpersonen aus dem Landkreis. Es hat das Ziel, die Bedingungen für Familien im Lebens- und Arbeitsalltag spürbar zu verbessern.
Mit dem Lokalen Bündnis für Familie hat sich der Landkreis Donau-Ries einem bundesweiten Erfolgsmodell angeschlossen, das inzwischen in über 700 deutschen Kreisen, Städten und Gemeinden lebendig und kreativ für mehr Familienfreundlichkeit sorgt.
Das Bündnis wurde 2008 gegründet, im Juni 2011 zum Bündnis des Monats ausgewählt und war 2012 Standort für das Pilotprojekt „Kommunale Familienzeitpolitik“ des Familienministeriums. In verschiedenen Arbeitsgruppen entwickeln die Bündnisakteure Projekte und Angebote für mehr Familienfreundlichkeit (z.B. Projekt Lesepaten, Workshops für Bürgermeister, Ferienbetreuung). Mehr dazu unter www.familie-im-donau-ries.de.
Unterstützt wird das Donau-Rieser Bündnis vom Servicebüro der Initiative Lokale Bündnisse für Familie, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2004 gestartet wurde. Informationen über die bundesweite Initiative sind im Internet unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de abrufbar.
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