Fachforum „Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder“ – darüber reden ist Gold.
Sich informieren, Tabuisierung ablehnen, darüber sprechen, sich selbst und seine Organisation vorbe-reiten und Hilfepläne erarbeiten – so könnte in knappen Zügen ein Fahrplan zur Schaffung präventiver Strukturen in einer Organisation aussehen. Welche konkreten Überlegungen und Schritte hierfür notwendig sind erfuhren insgesamt 30 TeilnehmerInnen am 18. Mai beim bereits 4. Fachforum für außerschulische Jugendbildung im Landkreis Donau-Ries.
Die Kommunale Jugendarbeit beim Landkreis und der Kreisjugendring Donau-Ries informierten über den richtigen Umgang und die Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder in den Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit. Die systemische Familientherapeutin und Expertin für sexualisierte Gewalt gegen Kinder, Michaela Hillebrand, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema und ist Mitglied des Expertenpools des Bayerischen Jugendrings. Beim Fachforum informierte Hillebrand den breit gestreuten Teilnehmerkreis im Rahmen eines Impulsreferats über aktuelle Zahlen, typische Täter- und Opfersymptome und die hohe Attraktivität der Kinder- und Jugendarbeit für potenzielle Täter. „Gerade in dieser Struktur ist es wichtig zu thematisieren und offen darüber zu sprechen“, so Hillebrand. Täter müssen erkennen, dass es hier nichts zu „holen“ gibt - wir verschweigen, verdrängen und bagatellisieren nichts.
Im Rollenspiel an einem Fallbeispiel konnten die Teilnehmer ausprobieren, wo sich eigene Unsicherheiten verbergen und wie heikel und beklemmend der persönliche Umgang mit einem solchen Thema ist. Die Dozentin erläuterte wesentliche Eckpunkte der Verdachtsklärung und der Interventionsplanung. Man kann nicht immer alles wissen, aber man muss wissen, wo man Hilfe bekommt. Hilfe und Unterstützung bei der Schaffung präventiver Strukturen oder im Umgang mit einem konkreten Fall bekommt man beispielsweise beim Jugendamt, der Polizei, beim Bayerischen Jugendring oder den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände. Ferner liegt es an jeder einzelnen Organisation, entsprechende, auf die Institution zugeschnittene, Handlungsleitfäden zu erarbeiten. Es muss im Vorfeld geklärt sein, wer im Bedarfsfall welche Schritte unternimmt.
Interessant gestaltete sich der diesjährige Teilnehmerkreis beim Fachforum für außerschulische Jugendbildung, welcher nahezu das gesamte Spektrum der Akteure in der Kinder- und Jugendarbeit und den zugehörigen Schnittstellen abbildete. Besonders freute dies die Organisatoren Stefan Wanner und Monika Seiler, die das Netzwerk wieder einmal erweitern und wichtige Informationen in das Netzwerk transportieren konnten.



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