Tafel Donauwörth stellt Statistik vor

von links: Caritasmitarbeiterin Andrea Strobl, Fachberater Martin R. Gropp und Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner bei der Vorstellung des Tafelberichtes

Caritas Betroffene leiden unter Situation und finanzieller Isolation

Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner und Martin Gropp, Fachberater in der Allgemeinen Sozialen Beratung und Tafel-Ansprechpartnerin im Caritasbüro, Andrea Strobl stellen 15seitige Kundenbefragung über die Donauwörther Tafel vor. „Mit dem Bericht wird klar, dass die Donauwörther Tafel eine wichtige soziale Einrichtung für Donauwörth geworden ist.“ Das Ziel sei erreicht, „besonders Menschen mit Kindern profitieren von der Tafel.“ so Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner. „Die vielen Ehrenamtlichen leisten jede Woche hervorragende Arbeit. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar!“ lobt Oberbürgermeister Armin Neudert die Tafel.

Unkenrufen zum Trotz: Bedürftige sind auch bedürftig!

74 % der Befragten geben an, ohne die Tafel nicht zurechtzukommen. Das Einkommen beweist diese Aussage: Das Durchschnittseinkommen pro Haushalt beträgt 901 €, das pro Person 418 €. Davon müssen a l l e Kosten incl. Miete, Strom, Heizung, Nebenkosten, Kühlschrank etc., Essen, Kleidung, Schuhe, auch für die Kinder, Freizeitaktivitäten und jeder einzelne Bedarf bestritten werden. Das reicht bei den gestiegenen Preisen leider nicht, zieht Gaertner Bilanz. 38 % der Bedürftigen würden noch mit Kohle-, Strom- oder Öl-Einzelöfen heizen, was besonders teuer sei. Diese Wohnungen nenne man im Fachjargon „Low-Budget-Wohnungen“. Die Betroffenen antworteten auf die Frage, was sie als ihr größtes persönliches Problem ansehen würden: Arbeitslosigkeit und Krankheit. Tenor war auch die „finanzielle Isolation“, denn wer kein Geld habe, würde von vielen Dingen des Lebens ausgeschlossen, so Gaertner und Gropp.

Bedürftigkeit geprüft

Kürzlich wurde nun auch wieder die Bedürftigkeit durch Martin Gropp geprüft und wer die Kriterien erfüllt, hat einen der 126 Sozialausweise erhalten. 77 % der Tafelkundinnen, die die Lebensmittel selbst abholen, sind Frauen. Die Berechtigung, in der Tafel einkaufe zu dürfen, erhielten über 60 % auf Grund Arbeitslosengeld II nach Sozialgesetzbuch II (SGB II), gefolgt von 20 %, bei denen eine individuelle Prüfung durch unseren Sozialdienst notwendig war, so Gropp. Diese haben z. B. eine sehr geringe Rente. 11 % erhalten Sozialhilfe nach SGB XII oder Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz und erhielten deshalb den Tafelausweis. Es wird genau und nach Nachweis geprüft, so die Verantwortlichen. 60 % der Kunden kämen aus Donauwörth, alle anderen aus den umliegenden Gemeinden. Damit sei klar, die Tafel hat eine Flächenwirkung. In Donauwörth selbst kommen 47 % aus der Parkstadt, 34 % aus der Kernstadt, der Rest aus den anderen Stadteilen.

Beratung als Teil-Ziel der Tafel

Eines unserer wichtigsten Ziele, sei, dass wir die Tafelkunden auch durch soziale und wirtschaftliche Beratung durch unseren ASB – Fachdienst Allgemeine Sozialberatung incl. der Schuldnerberatung – erreichen möchten. Dieses Ziel wurde teilweise erreicht. Ca. 60 % der Kunden würden in der Allgemeinen Sozialberatung, gefolgt von Suchtberatung, Familienberatung und Sozialpsychiatrischem Dienst beraten.

Qualität wird weiter verbessert

Mit der immer größer werdenden Organisation kommen auch viele Herausforderungen hinzu, so Gaertner. So müssten die seit 01.01.2009 geltenden neuen Vorschriften im Hygienebereich umgesetzt werden. Dafür wurde nun, so Bürgermeisterin und 1. Vorsitzende Maria Bauer, ein Hygienebeauftragter für beide Tafeln im Landkreis geschult und eingesetzt. Vor Ort werden wir, auch auf Grund von Verbesserungsvorschlägen unserer Kunden/innen und Ehrenamtlichen, die Warenendkontrolle verbessern, um die Qualität der ausgegebenen Lebensmittel zu gewährleisten. Besonders schön ist es, dass auch unsere Kunden/innen mitdenken und Hinweise geben. Viele wissen, dass es ohne die Ehrenamlichen keine Tafel gäbe. Deshalb muss jeder mithelfen! Besonders wichtig sei ein höflicher Umgang. Beruhigend sei, dass sich die Kunden selbst positiv über die Tafel geäußert hätten, was uns in unserem Tun bestärkt.

Prüfung durch Stadt und Lebensmittelkontrolle erfolgt

Auf Grund dieser Bemühungen, so die Tafelgesamtleitung Maria Bauer, wurde auch eine Prüfung durch die Lebensmittelkontrolle des Landratsamtes im Beisein der Stadt Donauwörth durchgeführt. Dabei wurden keine Mängel festgestellt. Auch die Tafelkunden werden wie jeder andere Kunde im Sinne der Hygiene und der Bedienung bei anderen Lebensmittelläden behandelt, stellt deshalb Gaertner fest.


Hintergrund: Alle zwei Jahre werden die Tafelausweise neu ausgestellt und die Bedürftigkeit geprüft. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Befragung durchgeführt, um über die Kundenstruktur und die Qualität und Zufriedenheit Informationen zu bekommen.

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