Neues von Absurdistan - hier in Donauwörth?

Und wieder soll im Wohnpark Riedlingen/Donauwörth ein schöner kerngesunder Baum völlig grundlos, lediglich "auf Antrag" eines Anliegers gefällt werden, obwohl dieser Baum weder die Straße, noch den Gehweg, noch das danebenstehende Trafohäuschen schädigt.

Die Berichterstattung der Donauwörther Zeitung (DZ) über die Bauausschusssitzung vom 14. Dezember 2015 dazu ist unvollständig.

Auf der Bausschusssitzung vom 14.12.2015 glaubten die zahlreichen Zuhörer ihren Ohren nicht trauen zu können:

1. Herr Lodermeier liest die vom Stadtrat beschlossenen Prinzipien im Umgang mit Bäumen vor:
(sinngemäß)
- Auf Antrag von Anliegern werden keine Bäume gefällt.
- Gesunde Bäume werden nicht gefällt.
- Für Ausnahmen müssen Kriterien festgelegt werden.

2. Analyse der Situation in der Corvinusstraße.
Dort steht ein 35-jähriger Ahorn.
Alle Mitglieder sind sich einig,
- der Baum ist kerngesund
- er schädigt nicht die Straße, nicht den Gehweg, nicht das Trafohäuschen, sein Schatten beeinträchtigt das angrenzende Grundstück nicht, denn der Baum steht im Nordwesten des Grundstücks.

3. Dieser Anlieger wünscht nun die Beseitigung des Baumes.

4. Eigentlich eine klare Sache?!

Dann aber kommt Beschluss des Bauausschusses: Der Baum wird gefällt.
Als Ersatz wird ein Obstbäumchen gepflanzt.

Geht’s noch? Was ist mit den oben genannten Grundsätzen? Was hier als „Kompromiss“ verkauft wurde, ist in Wirklichkeit reiner Populismus – man gibt den lauten Schreiern nach, damit man seine Ruhe hat!

Die ganze Veranstaltung hatte etwas von einem absurden Theater.
Leider war davon im DZ-Bericht nichts zu lesen.
Leider erfuhr man auch nicht
- dass kein einziger Baum im Tiroler Ring gefällt werden muss – zwei unabhängige Gutachten bestätigen dies.
- dass der Referent für Umwelt und Naturschutz, Herr Gustav Dinger, zum Ortstermin im Tiroler Ring nicht eingeladen war.
- dass entgegen geltendem Recht seine Wortmeldung zum Tiroler Ring vom OB ignoriert wurde.
- dass im Schmuzer Ring die Ersatzpflanzung von gefällten Bestandsbäumen entgegen einem Stadtratsbeschluss abgelehnt wurde – „Ist rausgeschmissenes Geld, ist eh alles schon grün!“
- dass eine Baumschutzverordnung ohne Diskussion erneut abgelehnt wurde, wie schon 2006, obwohl das CSU-Mitglied Frau Rößle für die neuen Stadträte eine Diskussion forderte.

Insgesamt eine schockierende Erfahrung.
Sachlich und fachlich qualifizierte politische Arbeit sieht anders aus – eine rundherum peinliche Veranstaltung.
(Rolf Leye, Donauwörth, 1.1.2016)
Nachtrag vom 2.2.2016: heute früh wurde der Baum trotz aller Proteste gefällt.
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4 Kommentare
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 01.01.2016 | 18:14  
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Eric Gründel aus Donauwörth | 01.01.2016 | 18:48  
6
Gustav Dinger aus Donauwörth | 02.01.2016 | 15:52  
19.333
Kurt Battermann aus Burgdorf | 02.01.2016 | 17:03  
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