Landkreis als Energie-Kommune ausgezeichnet

Donauwörth: Landratsamt | Agentur würdigt Kreis für ambitionierten Einsatz für erneuerbare Energien

Die Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet jeden Monat eine Gemeinde bzw. Landkreis für ihr besonderes Engagement beim Ausbau der Erneuerbaren Energien als „Energie-Kommune“ aus. Für den Monat November hat sich die Jury für den Landkreis Donau-Ries entschieden. Der Landkreis habe sich für die Energiewende insbesondere mit dem ambitionierten Ausbau der Photovoltaik und im Bereich der Bioenergie hervorgetan, heißt es in der Begründung. Hinzu komme der in Juni 2014 veröffentlichte Energienutzungsplan, der die Maßnahmen der Gemeinden des Landkreises zu einer gemeinsamen Strategie bündle.


Die Auszeichnung „Energie-Kommune“ wurde vom Bundesumweltministerium ins Leben gerufen. Damit verbunden ist ein umfassender Beitrag auf der Internetseitewww.kommunal-erneuerbar.de, außerdem erhält der Landkreis eine Urkunde und ein eigenes Online-Banner. Dieses kann auf der Homepage des Kreises (www.donau-ries.de) angeklickt werden und führt dann direkt zur Präsentation des Landkreises Donau-Ries.

Landrat Stefan Rößle freut sich über die Auszeichnung: „Der Klimaschutz hat seit vielen Jahren eine große Bedeutung für Politik und Bevölkerung in Donau-Ries.“ Rößle verweist auf die Auftaktveranstaltung der Agenda 21-Arbeitsgruppen im Jahr 2000, welche die vielfältigen privaten und öffentlichen Aktivitäten angestoßen haben.“ Der Erfolg blieb nicht aus: Inzwischen kann der Landkreis 87 Prozent des verbrauchten Stroms mit Erneuerbaren Energien aus der Region decken.

Ein großer Teil des in Donau-Ries erzeugten Stroms stammt aus den knapp 11.000 Solarstromanlagen, die etwa ein Drittel des im Landkreis erzeugten regenerativen Stroms liefern. Mit dem Start der kostenlosen Energie-Beratung für Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2003 und einigen Leuchtturmprojekten wurde die Grundlage für den Bauboom der Solarstromanlagen im Landkreis gelegt. „Die Solarenergie bietet gerade Privathaushalten die Möglichkeit, die Stromversorgung in die eigene Hand zu nehmen“, erklärt Landrat Rößle. „Die Kommune kann ein solches Privatengagement fördern, indem Informationen zur Technik und zum Betrieb, aber auch zu den wichtigen Ansprechpartnern in der Region bei der Bevölkerung ankommen.“

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren in der Region ist gerade bei einem verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien in privater Hand wichtig, da die Energiewende auch mit einem Umbau des Energieversorgungssystems zusammenfällt. Während der Strom früher nur als Einbahnstraße von den großen Kraftwerken in die Haushalte geleitet wurde, fließt der Strom nun auch in die andere Richtung. Daher ist eine aktive Kommune, die den Austausch zwischen Hausbesitzern, Handwerkern und Netzbetreibern fördert, ein wichtiger Faktor für die Energiewende. Auch bei einem sehr großen Anteil an Solarstromanlagen, wie dies in Donau-Ries der Fall ist, soll das Stromnetz schließlich stabil bleiben. Im Rahmen des Energienutzungsplanes hat sich der Landkreis extra mit dem Einfluss des zusätzlichen Stroms aus erneuerbaren Energien auf die derzeit bestehenden Stromnetze beschäftigt. Dies war Landrat Rößle sehr wichtig. Der Kreis steht hier in gutem Kontakt mit den regionalen Energieversorgern um sicherzustellen, dass auch dem weiteren Ausbaus der Erneuerbaren im Kreis nichts im Wege steht.

Strategisch gut aufgestellt

Die Zielsetzung der kommunalen Politik ist im Landkreis-Leitbild formuliert worden und gibt den verschiedenen Bemühungen einen gemeinsamen Weg vor. Der im Juni 2014 veröffentlichte Energienutzungsplan zeichnet diesen Weg im Bereich der Energieversorgung vor. Das Konzept wurde von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft erstellt und zeigt neben einer Analyse des Energieverbrauchs auch die Potenziale im Bereich der Erneuerbaren Energien auf und stellt konkrete Umsetzungsmaßnahmen vor. Der Energienutzungsplan wurde in enger Zusammenarbeit mit allen wichtigen Akteuren im Landkreis, wie z. B. der Kaminkehrerinnung oder den Energieversorgern, erstellt. Eine stetige Mitwirkung der Mitglieder der Energie-Allianz, des Energie-Forums sowie der Gemeinden im Landkreis wurde durch Zwischenpräsentationen und Workshops ermöglicht.

Die Flexibilität in der Erzeugung ist ein wichtiger Baustein der Energieversorgung. Daher setzt Donau-Ries nicht nur auf Solarstrom, sondern auch auf Wasserkraft und Bioenergie, die nahezu keinerlei wetterbedingten Schwankungen unterliegen. Gerade die Bioenergie kann als bedarfsgerechte Energieform einspringen, wenn die Sonne mal nicht scheint. Durch die Nutzung der bei der Bioenergie-Verstromung anfallenden Abwärme werden Strom- und Wärmeversorgung miteinander verbunden. So laufen nicht nur die elektrischen Geräte ohne das Klima zu schädigen, sondern auch die Heizungen. „Wir sind auf dem Weg unserer regionalen Energiewende bereits ein entscheidendes Stück voran gekommen, aber wir sind noch lange nicht am Ziel“, resümiert Landrat Rößle. „Mit dem Energienutzungsplan liegt uns seit diesem Jahr ein Strategiepapier vor, welches für die nächsten großen Schritte sorgen wird.“
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