Verlängerung: Gebietsbetreuung Nördlinger Ries bis 2018 gesichert: Artenschutz auf Großen Brachvogel ausgeweitet

Landrat Stefan Rößle und der Vorsitzende der Vereine Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried/Rieser Naturschutzverein Johannes Ruf nach Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für die Fortsetzung der Gebietsbetreuung Nördlinger Ries bis 2018. Von links: Werner Reissler (Koordinator Naturschutzprojekte beim Landkreis Donau-Ries), Gebietsbetreuerin Judith Kronberg, Johannes Ruf (Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried/ Rieser Naturschutzverein), Landrat Stefan Rößle.
Das Projekt „Gebietsbetreuung Nördlinger Ries“ wird um weitere drei Jahre bis März 2018 verlängert. Der Bayerische Naturschutzfonds (BNF) fördert die Gebietsbetreuerprojekte in Bayern künftig zu 85%. Die Trägerschaft im Nördlinger Ries übernehmen weiterhin der Rieser Naturschutzverein e.V., die Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e.V. sowie der Landkreis Donau-Ries. Den Eigenanteil tragen die genannten Verbände.

Im Zuge der Verlängerung des Projektes wird die Gebietsbetreuerin Judith Kronberg zusätzlich eine neue Aufgabe übernehmen: sie wird Schutzmaßnahmen für den vom Aussterben bedrohten Großen Brachvogel umsetzen. Dieser Wiesenbrüter hat durch Veränderungen in der Landbewirtschaftung und durch den Einfluss von Beutegreifern Schwierigkeiten, seinen Nachwuchs groß zu ziehen. Daher wird die Gebietsbetreuerin in den Wiesenbrütergebieten bei Deiningen/Alerheim, Munningen und Heuberg/Nittingen die genauen Gelegestandorte ermitteln. In Zusammenarbeit mit den Landwirten sollen bei der Mahd um die Neststandorte herum Restflächen stehen bleiben. Den Landwirten sollen Mehraufwand und Ernteverlust vergütet werden. „Ich hoffe auf eine ebenso hervorragende Zusammenarbeit wie im Wiesenweihenschutz“, so Kronberg. Auch gegen den Zugriff von Raubsäugern sollen Maßnahmen ergriffen werden. Um das Gelege herum soll eine Fläche von circa 50x50 m mit Elektrozaun eingezäunt werden. So sollen potentielle Beutegreifer wie beispielsweise der Fuchs daran gehindert werden, die Gelege aufzusuchen. „Durch diesen Einzelgelegeschutz wollen wir die Populationen so lange stabilisieren, bis der Bruterfolg wieder ohne Schutzmaßnahmen bestandserhaltend ist“, erklärt die Gebietsbetreuerin. Konrad Bauer, seit vielen Jahren ehrenamtlicher Artenschützer im Ries, wird beim Brachvogelschutz unterstützend tätig sein.

Die übrigen Aufgaben der Gebietsbetreuung Nördlinger Ries bestehen wie in den Vorjahren aus Schutzmaßnahmen für die im Ries brütenden Wiesenweihen sowie Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Wiesenbrüter. Seit dem Brutbeginn der Wiesenbrüter im März achtet die Gebietsbetreuerin darauf, dass die Vögel möglichst ungestört ihrem Brutgeschäft nachkommen können. Eine Besucherlenkung um die Kernzonen der Wiesenbrütergebiete herum soll zur Gebietsberuhigung und damit zu einer Verbesserung des Bruterfolges führen. Ab der Ankunft der Wiesenweihen Mitte April wird Kronberg wieder zusammen mit dem ehrenamtlichen Wiesenweihenschützer Konrad Bauer die Wiesenweihenvorkommen im Ries erfassen und Schutzmaßnahmen umsetzen.
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