Ries bleibt Nationaler Geopark Re-Evaluierung erfolgreich abgeschlossen

Bereits im Sommer war die Expertengruppe unterwegs und überzeugte sich vor Ort von erfolgreichen Maßnahmen des Geopark Ries: Hans-Dieter Niederprümm (links) und Dr. Ulrike Mattig (Mitte) von der Expertengruppe Nationale Geoparks in Deutschland, die von der stellvertretenden Geopark-Geschäftsführerin Heike Burkhardt (2. von links), Gisela Pösges vom Rieskratermuseum (2. von rechts) und Geschäftsführer Günther Zwerger (rechts) begleitet wurden. (Foto: LRA)

Donauwörth (pm). Man hatte bei der Geschäftsstelle des Geoparks Ries zwar damit gerechnet, doch als das Ergebnis nun bekannt wurde, herrschte dennoch große Freude: Der Geopark Ries darf für weitere fünf Jahre mit dem Zertifikat "Nationaler Geopark" werben. Die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung bestätigte damit die erfolgreiche Re-Evaluierung des Geoparks Ries.
„Die Expertengruppe hat in ihrer Überprüfung festgestellt, dass die Qualität des Geoparks außerordentlich hoch ist. Der Geopark Ries präsentiert sich in vieler Hinsicht als beispielgebend“, heißt es in dem Schreiben wörtlich. Der Präsident der GeoUnion, Prof. Rolf Emmermann, attestiert dem Geopark Ries, sämtliche Kriterien für einen Nationalen Geopark zu erfüllen, die interdisziplinäre Verknüpfung sei vorhanden. „Der Geopark Ries strahlt weit aus in die Nachbarregionen“, lobte Emmermann.

Sehr stolz über die erneute Auszeichnung und das Lob der GeoUnion ist Landrat Stefan Rößle, Vorsitzender des Geoparks Ries. Die erneute Zertifizierung sieht er auch als Anerkennung und Würdigung der Arbeit aller für den Geopark Verantwortlichen. „Ich möchte dem Kreistag danken, der über alle Parteigrenzen hinweg hinter dem Projekt steht, meinen Mitarbeitern in der Geschäftsführung und natürlich den Ehrenamtlichen im Geopark-Management“, so Rößle. Mit den Erfolgen des Geoparks wächst auch die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger des Landkreises mit ihrer schönen Heimat, ist er sich sicher.

Als im Mai 2006 die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung den Geopark Ries als „Nationalen Geopark“ zertifizierte, begann eine Erfolgsgeschichte. Rund 300.000 Besucher zählen die drei Geopark-Informationszentren jedes Jahr, es wurden neue Wander- und Radwege ausgewiesen, speziell ausgebildete Geopark Ries-Führer und -Führerinnen erläutern Besuchergruppen die Besonderheiten des Rieses, seiner Geologie wie auch seiner Besiedelungsgeschichte. Doch der Geopark Ries kann sich auf dem bisher Erreichten nicht ausruhen. Alle fünf Jahre wird jeder Nationale Geopark in Deutschland einer Überprüfung zur Qualitätssicherung unterzogen und es werden neue Ziele vereinbart.

In einem umfangreichen Bericht hatte die Geschäftsstelle des Geoparks Ries, institutionell beim Landkreis Donau-Ries in der Stabsstelle Kreisentwicklung angesiedelt, die bisher umgesetzten Maßnahmen, den aktuellen Stand der Entwicklung und die Ziele für die nächsten fünf Jahre dargestellt. "Der Entwicklungsschwerpunkt bis 2013 wird auf dem Ausbau und der Entwicklung von Geotopen liegen", erläutert Heike Burkhardt, stellvertretende Geschäftsführerin des Geoparks Ries. Auch die Finanzierung, die personelle Ausstattung sowie der Managementplan mussten dokumentiert werden. Nachdem ein Schwerpunkt der Arbeit des Geoparks die Förderung des Geotourismus ist, werden in einer ersten Ausbaustufe sechs ausgewählte Geotope mit Informationstafeln und Rundwegen für Besucher erschlossen. Des Weiteren werden weitere Wanderwege errichtet sowie der Radweg "von Krater zu Krater" mit Infotafeln aufgewertet.

Dieser Bericht ging an die Mitglieder der Expertengruppe Nationale Geoparks in Deutschland, die zwei Vertreter mit der Befahrung des Geoparks Ries beauftragte. Dr. Ulrike Mattig vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und Hans-Dieter Niederprünn vom Tourismusverband Fränkisches Seenland waren mit Heike Burkhardt, Geopark-Geschäftsführer Günther Zwerger und Dr. Gisela Pösges, stellvertr. Leiterin des Rieskratermuseums in Nördlingen, einen Tag unterwegs und überzeugten sich vor Ort von den Erfolgen des Geoparks Ries. Die Expertengruppe unterzieht die Geoparks dabei einer harten Prüfung und es gab auch schon einzelne Fälle, in den die Zertifizierung entzogen oder eine „gelbe Karte“ gezeigt wurde.

"Wir sind im Vergleich zu den anderen Geoparks sehr gut aufgestellt, was die Verknüpfung mit Tourismus und Marketing betrifft", sieht Günther Zwerger als ein wichtiges Kriterium und führt darauf auch den hohen Bekanntheitsgrad des Geoparks Ries zurück: „Ohne Marketing kann sich ein Geopark wissenschaftlich und infrastrukturelle natürlich auch gut entwickeln, aber leider erfährt dies dann niemand mit dem Ergebnis, dass sich nur wenige Insider für den Geopark interessieren“. Außerdem sei die wissenschaftliche Begleitung sehr gut, sei es nun durch das Rieskratermuseum oder die langjährigen Forschungen im Ries aus unterschiedlichen Fachbereichen, geologisch wie archäologisch.

Ein Vorzeigeprojekt deutschlandweit für die Geoparks ist außerdem Geopark Ries kulinarisch. "Die nachhaltige Regionalentwicklung ist ein wichtiges Ziel der Geoparks", so Zwerger. In Zusammenarbeit mit mehreren Gastronomen und Erzeugern vermarktet Geopark Ries kulinarisch „einschlagende Geschmackserlebnisse aus dem Krater“ und so ließ es sich Günter Zwerger auch nicht nehmen, den beiden Experten bei verschiedenen Zwischenstopps einige Kostproben anzubieten. Daneben besichtigten Mattig und Niederprünn Infozentren und Infostellen in Nördlingen, Oettingen und Deiningen, waren kurz auf den Wanderwegen "Schäferweg" und "7-Hügel-Weg" unterwegs und ließen sich am Lindle über die beabsichtigte Geotopentwicklung informieren.
Das Nördlinger Ries ist der am besten erhaltene Meteoritenkrater Mitteleuropas. Das flache, weitgehend unbewaldete Kraterbecken mit seinen 25 km Durchmesser und der bis zu 150 m hohen Kraterrand sind gut in der Landschaft sichtbar. Diese in ihrer Ausprägung einzigartige und wissenschaftlich bedeutsame Landschaft ist die Grundlage des Nationalen Geopark Ries, dessen Gebietskulisse sowohl den eigentlichen Impaktkrater als auch die umliegenden Auswurfmassen einschließt. Insgesamt 53 Gemeinen aus fünf Landkreisen und zwei Bundesländern (Bayern und Baden-Württemberg) gehören dem Geopark Ries an.

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