3. Donau-Rieser Schaftag: Regen bringt Segen – und zahlreiche Besucher zum Schaftag nach Maihingen

Farbige Taschen und bunte Kopfbedeckungen machen auch trübe Tage schöner …. (Foto: Heide-Allianz)
 
Gut wenn man ein dickes Fell hat. Zahlreiche Schaf- und Ziegenrassen waren am Sonntag in Maihingen zu sehen: Auch seltene, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen (Foto: Heide-Allianz)
Donau-Ries: Maihinger Klosterkirche | Bereits beim 1. Donau-Rieser Schaftag 2011 in Maihingen, der auch in Kooperation von Rieser Bauernmuseum und Heide-Allianz Donau-Ries durchgeführt wurde, regnete es Bindfäden. So war man beim 3. Schaftag gut vorbereitet. Mit Zelten, Pavillons, Schirmen und Allwetterkleidung trotzten Aussteller und Besucher dem Regen. Einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung leistete das attraktive Gelände um das Museum mit den Ausstellungen und Gebäuden sowie das interessante und sehr umfangreiche Programm. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Schäfer, Schafe, Filz & Wolle“ statt.

Die Leiterin des Bauernmuseums Dr. Ruth Kilian, der stellvertretende Landrat Hermann Rupprecht und Bezirksrat Peter Schiele begrüßten die zahlreichen Gäste. Die beiden Politiker betonten die Bedeutung der gemeinsamen Veranstaltung sowie die Wichtigkeit des Zusammenwirkens zahlreicher Akteure.

Den Auftakt bildete der Erntedankgottesdienst in der Maihinger Klosterkirche, an dem die Vereinigung Schwäbischer Schafhalter teilnahm. Von weither kamen die Besucher: Schäfer aus Tirol, Familien aus Nachbarlandkreisen, Tierliebhaber und Interessierte an der Natur. Kein Wunder, denn es war einiges geboten. Bei der Hütevorführung, die von Klaus Maier kommentiert wurde, zeigte Schäfer Drexler, was Hütehunde in verschiedenen Situationen, wie weites Gehüt, Brückenquerung und Eintreiben in den Pferch, leisten können. Schäfer Bosch aus Maihingen zeigte das Schafscheren, humorig kommentiert von Herrn Schuster. Mehrere historische Schäferwagen und eine reich ausgestattete Rasseausstellung zeigten die Vielfalt der Schaftradition. Aber nicht nur Schafe und Ziegen sondern auch Esel und die Robustrinderrasse Galloway waren zu sehen. Der enge Blickkontakt zu den Tieren war insbesondere für die Kinder ein Erlebnis, für die auch viele andere Angebote, wie Basteln, Filzen, Geschichten rund ums Schaf und ein anspruchsvolles Quiz bereitstanden.

Im Museum wurden verschiedene Wollverarbeitungstechniken vorgeführt. Mit dabei waren engagierte Frauen aus dem Landkreis und die „Handspinngilde“. Wie gut Wacholderholz duftet, konnte beim „Zielsägen“ festgestellt werden. Bei den umfangreichen Heidepflegeaktionen fiel unter anderem Wacholderholz an, die schönsten und dicksten Stämme wurden beim Schaftag 100g-weise zum Mitnehmen abgesägt.

Der kulinarische Genuss war ein weiterer Wohlfühl-Baustein. Das besondere Angebot umfasste Rollbraten vom Lamm, Lamm am Spieß, Galloway-Gulasch eine vegetarische Pfanne und Lammwürste. Für die umsichtige Bewirtung sorgten der Musikverein und der Tennisclub Maihingen.

Im Vortragsraum informierte das Ehepaar Adler über die Flora der Magerrasen, das LIFE-Projekt „Heide-Allianz“ wurde von Projektmanagerin K. Weiß vorgestellt, Herr Dobrick hielt einen Vortrag zur Erhaltungszucht historischer Schaf- und Ziegenrassen. Der Aspekt der Schlafgesundheit durch Schafwolle wurde von Frau Meßmer (Möbel Meßmer) beleuchtet. Regisseur Frank D. Müller war aus München angereist um den Film zum LIFE-Projekt vorzustellen, der ab sofort über die Internetseite des Projektes angesehen werden kann (www.life-heide-allianz.de). Was wäre ein Schaftag ohne ansprechende Verkaufsstände? Im Angebot waren Felle, Schaf- und Ziegenwurst, Ziegenkäse, verschiedene Filzprodukte, Kräuterprodukte aber auch ein Dünger, der aus Schafwolle hergestellt wird.

In drei geführten Exkursionen, die am Gelände des Bauernmuseums starteten, konnten die Besucher die Magerrasen in der Umgebung erkunden. E. Wenninger, M. Sittner und K. Kroepelin leiteten die Touren.
Geoparkführerinnen und Vertreter der Heide-Allianz informierten an ihren Ständen über die Vielfalt ihrer Aktivitäten. Hier waren zahlreiche Ehrenamtliche der Naturschutzverbände (Rieser Naturschutzverein, Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und Bund Naturschutz) aktiv.

Sehr zufrieden zeigte sich am Ende der Veranstaltung der Geschäftsführer der Heide-Allianz, W. Reissler: „Die umfangreichen Vorarbeiten haben sich gelohnt. Die Besucherzahl war, trotz des regnerischen Wetters, sehr gut. Das Zusammenwirken zahlreicher Akteure insbesondere auch der ehrenamtlich Tätigen war beeindruckend. Diesen gilt besonderer Dank.“

Biologische Vielfalt, kulturhistorische Tradition, Landschaft und Nutzung wurden am 3. Donau-Rieser Schaftag in allen Facetten dargestellt. Das LIFE+ Projekt „Heide-Allianz: Biologische Vielfalt und Biotopverbund im Nördlinger Ries und Wörnitztal“, dauert noch bis 2018. Ein weiterer Schaftag im Rahmen dieses Projektes ist für 2017 geplant.


Text: Karin Weiß, Werner Reissler (Heide-Allianz)
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.