Notenkessel - Liedermacher Klaus-André Eickhoff
In der Reihe der Notenkessel-Konzerte war der Abend mit Klaus-André Eickhoff sicher der ruhigste. Nur ein Mensch (statt einhundertzwanzig wie letzte Woche) auf der Bühne, der am leise eingestellten Klavier sitzt, damit auch wirklich alle Worte versteht. Witzige und nachdenkliche Songpoesie vom Liedermacher.
Fußball kam oft vor, mal als Liedthema, mal nur als Randbemerkung. „Der Ball ist und macht mein Leben rund.“ Hier kann ich meine Gefühle rauslassen. „Ich habe fertig.“ Und wenn „mein Verein“ ausgerechnet gegen Rot-Weiß-Aalen 0:2 verliert, dann interessieren mich die sonstigen Krisen der Welt (Erdbeben, Arbeitslosigkeit, Terror, Armut und Krieg) überhaupt nicht.
Selten zeigt sich der wortgewandte Eickhoff wort- und sprachlos: „Frag mich nicht, warum ich glaube, bete, hoffe!“ Ich bin nur ein kleiner Mensch und wundere mich, dass der große Gott ein Interesse an mir hat. Kindlich naiv und zweifelnd ist mein Glaube, aber er gibt mir „Raum zum Atmen und Mut zum Leben“. „Erklären kann ich das aber nicht.“ Auch der Oldie, das Lied von der „Achterbahn“ singt vom Bewältigen des Lebens und ist ein Gebet: „Begleite mich, wenn die Fliehkräfte“ mich aus der Bahn drücken wollen!
Politisch wird Eickhoff auch mal, wenn er davon singt, dass „im Himmel lauter Kommunisten“ wohnen. Doch er arbeitet alle parteilichen Farben durch, die sich auf Erden leider nur in „mausgrau“ zeigen und uns - „zwar politisch korrekt – doch nur das Blaue vom Himmel versprechen“.
Verzweifelt ist er, weil er als Einziger auf der Welt noch immer nicht „gecastet“ ist. Erschrocken ist er, weil schon wieder „die Weihnacht vor der Tür steht“, wenn auch mit „flauschigen Ohren“. Zornig ist er, weil es „mitten im Frühling“ plötzlich zu schneien anfängt. Dankbar ist er, für all die „kleinen Dinge“ im Alltag. Froh ist er, weil er im „Mittelstreifenschleicher“ endlich den global Schuldigen gefunden hat.
Dies ist Eickhoffs vierter Besuch in Donauwörth, darunter war auch sein Adventsprogramm „Ach, du fröhliche“. Hier ein O-Ton des Notenkessel-Veranstalters Hans-Georg Stapff: „Kennengelernt hab ich Eickhoff auf der Promikon-Musikmesse, als ich den Saal betrat, wo er grade „Ich hab alle Zeit der Welt“ sang und ich sofort eine Gänsehaut hatte.“
Auf sein Klavierspiel muss man schon bewusst horchen. Seine Popmusik ist verziert mit 3-über-4-Kaskaden, Nonakkorden und pulsierendem Rhythmus, aber auch mal pathetisch nach Beethoven klingend, aber immer – wie Filmmusik – perfekt zur Handlung seiner Lieder passend.
„Das Leben kann auch mal leicht sein.“ Ein Trennungslied. Ein Lied über sein Kind („Du hast mich auserkoren und zum Kapitän erwählt.“). „Dein kleines Licht scheint nicht zu schwach, um doch ein Licht zu sein.“ „Ich wär gern schon weiter, als ich's bin.“ Und als Zugaben noch den „Musikantenstall“ und endlich „Ich hab alle Zeit der Welt“, die Zeit, die Eickhoff uns Zuhörer für einen Moment („Der perfekte Augenblick“) vergessen lies (oder „lasste“???).



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