Kunst um Käthe Kruse

Dr. Benno Lehmann übergibt den Bronzeabguss des Siegesboten an Museumsleiter Thomas Heitele (Foto: Kirsten Göbner)
 
Dr. Sigrun Paas übergibt das Aquarell „Landschaft im Odenwald“ von Annemarie Jakimow-Kruse an die Museen der Stadt Donauwörth (Foto: Kirsten Göbner)
Am vergangenen Wochenende trafen sich in Donauwörth rund 40 Patinnen und Paten aus den Niederlanden, der Schweiz und vielen Teilen Deutschlands, die den Ankauf der Puppensammlung Riemersma unterstützen. Im Zentrum standen im diesem Jahr vier Vorträge zu Detailaspekten der neuen Sonderausstellungen im Käthe-Kruse-Puppen-Museum. Am Freitagabend eröffnete Frau Dr. Constanze Neuendorf aus Wertheim mit Ausführungen zum Leben und Werk des jüngsten Krusesohnes Max, dessen größte Erfolge die Verfilmungen der Urmelgeschichten mit der Augsburger Puppenkiste wurden. In einem sehr gut nachvollziehbaren Überblick beschrieb am Samstag Dr. Benno Lehmann die persönliche und künstlerische Entwicklung des Bildhauers Max Kruse sen. In vergleichenden Betrachtungen beschrieb er den späteren Ehemann von Käthe Kruse und dessen Verbindungen zur Künstlervereinigung der sog. Berliner Secession, die sich zum ausgehenden 19. Jahrhundert von den überkommenen Traditionen der Akademischen Kunst lossagte und neue Wege des künstlerischen Ausdrucks realisierte. Das wohl bekannteste Werk von Max Kruse ist der Siegesbote von Marathon, der den Giebel des Theater des Westens in Berlin bekrönt, in Blickweite zum Künstlerhaus in der Fasanenstraße 13, wo Max Kruse viele Jahre lebte und arbeitete und wo Käthe Kruse ihre erste Puppenwerkstätte betrieb. Als besondere Überraschung hatte Dr. Benno Lehmann einen verkleinerten Abguss des Siegesboten im Gepäck, den er dem Käthe-Kruse-Puppen-Museum als Geschenk überließ. Er verwies auch auf Oskar Kruse, den Bruder von Max. Er war ein begabter Maler, von dem in der Ausstellung einige Gemälde und Aquarelle gezeigt werden. Der darauf folgende Vortrag des Wertheimer Museumsleiters Dr. Jörg Pazckowski beschäftigte sich mit Annemarie Jakimow-Kruse, spätere Annemarie Kirchner-Kruse. Schon als 18-jährige konnte die Tochter aus der ersten Ehe von Max Kruse mit Anna Pavel der Malereischule von Henry Matisse in Paris beitreten und erhielt dort eine fundierte Ausbildung. Dort fand sie im Café du Dome Anschluss an andere Malerinnen wie Ida Gerhardi oder Mathilde Vollmöller-Purrmann, von denen ebenfalls Gemälde und Zeichnungen in der Sonderausstellung zu sehen sind. Ihren ersten Ehemann, den Bildhauer Igor von Jakimow, lernte Annemarie bereits in den Pariser Jahren kennen. Von ihm stammen zwei Entwürfe für Puppenköpfe, die heute noch in den Käthe-Kruse-Werkstätten angeboten werden, die Puppe IX und die Puppe XII. Den letzten Vortrag hielt Frau Dr. Sigrun Paas, die ihr ganzes berufliches Leben in bekannten Kunstmuseen verbrachte und für ihre Wissenschaftliche Arbeit mit der Max-Slevogt-Medaille ausgezeichnet wurde. In spannenden Vergleichen mit Arbeiten Gabriele Münters, Paula Modersohn-Beckers, Carl Schmidt-Rottluffs und nicht zuletzt mit Werken von Henry Matisse erläuterte sie Aquarelle oder Stickbilder von Käthe Kruse als durchaus gleichwertig in ihrer künstlerischen Gestaltung. Dieser bislang unbekannte und unbearbeitete Aspekt stellt die Inhaberin der weltbekannten Puppenmanufaktur in ein ganz neues Licht und ist ein herausragendes Ergebnis der seitens der Museen der Stadt Donauwörth organisierten Vortragsreihe in der Volkshochschule. Auch Dr. Sigrun Paas überraschte mit einem Geschenk. Sie entdeckte im Kunsthandel das Aquarell von Annemarie Jakimow-Kruse „Landschaft im Odenwald“, das sie erwarb und nun dem Käthe-Kruse-Puppen-Museum als Geschenk überreichte. Beide Kunstwerke bereichern die bestehende Sammlung
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