Handlungsbedarf im Handwerk

Donauwörth (pm). Bei der zweiten Regionalkonferenz des Regionalmanagements im Landkreis Donau-Ries wurde das Thema Fachkräftesicherung intensiv behandelt. Ergebnis der Veranstaltung: Besonders Handwerksbetriebe in der Region finden nur schwer Mitarbeiter.


Landrat Stefan Rößle begrüßte die über 100 Teilnehmer der Regionalkonferenz. Die große Zahl würde klar zeigen, welch hohe Bedeutung das Thema Fachkräftesicherung im Landkreis Donau-Ries habe. Er führte aus, dass der demographische Wandel die wirtschaftliche Stärke der Region gefährde. Im Jahr 2028 werde es beispielsweise etwa 10.500 Personen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren weniger im Landkreis geben. Fachkräftesicherung sei „die Zukunftsaufgabe für Betriebe und somit auch für uns als Landkreis. Denn ohne funktionierendes Handwerk gibt es auch keine funktionierende Gesellschaft“, so Rößle.

Regionalmanager Klemens Heininger stellte im Anschluss exemplarisch vier bestehende Initiativen des Landkreises vor, die zur Fachkräftesicherung beitragen: Die Erweiterung des Technologie Centrums Westbayern zu einem Hochschulzentrum, der Wirtschaftsförderverband Donau-Ries e.V. mit seinen Initiativen im Bereich Rückkehrmanagement und Unternehmenskultur, das Regionalmanagement mit Marketing- und Bildungsprojekten und zuletzt das Bündnis für Familie, das sich für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzt.

Der Landkreis habe schon viele Maßnahmen zur Fachkräftesicherung angeregt, jetzt gehe es darum, die Betriebe weiter zu unterstützen. „Wir möchten die Betriebe zur Fachkräftesituation und zu Unterstützungsmöglichkeiten durch den Landkreis befragen und dann mit unseren Partnern zusammensetzen, Projekte abstimmen und geeignete Maßnahmen initiieren, um den Standort zukunftsfähig zu halten“, betonte Heininger.

Den Fachvortrag der Regionalkonferenz mit dem Titel „Arbeitgeberattraktivität – Erwartungen und Reaktionsmöglichkeiten“ hielten Professorin Erika Regnet und Professor Christian Lebrenz von der Fakultät für Wirtschaft der Hochschule Augsburg. Durch Befragungen bei Studenten könne man zwar sagen, dass sich Regionen im ländlichen Raum bei der Fachkräftesicherung schwer tun, dennoch würde die endgültige Entscheidung, eine Stelle an einem anderen Standort anzutreten, auch vom Betriebsklima in der Firma, dem Gehalt, den Karrierechancen und Flexibilität beeinflusst. An mehreren Beispielen zeigten die Dozenten auf, wie gutes Personalmarketing funktioniere: schnelles Reagieren auf Bewerbungen, eigene Ausbildung, teambildende Maßnahmen oder auch der Einsatz von neuen Medien.

Auch kleinere Betriebe könnten beispielsweise mit unbefristeten Arbeitsverhältnissen, guten Weiterentwicklungs- und Fortbildungsmöglichkeiten und einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie insbesondere für Frauen punkten.

Die angeregte Diskussion im Anschluss an die Vorträge zeigte klar, dass das Thema Fachkräftesicherung das Zukunftsthema der Region ist. In verschiedenen Wortmeldungen stellten einige Teilnehmer dar, dass es besonders im Handwerk schwierig sei, Fachkräfte zu finden.

Landrat Rößle sagte in seinem Schlusswort, dass der Landkreis mit seinen Initiativen auf einem guten Weg sei, es aber noch viel zu tun gebe: „Wir müssen ganz klar die Handwerksbetriebe bei der Fachkräftesicherung unterstützen.“
Die Regionalkonferenz ist eine Veranstaltung des Regionalmanagements im Landkreis Donau-Ries. Seit 2012 findet sie jährlich statt und behandelt aktuelle Themen der Regionalentwicklung.
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