36. Jahrestagung des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen (VDF) in Donauwörth
Wolfgang Schiffelholz vom Theater Donauwörth e.V. einstimmig zum neuen Verbandsvorsitzenden gewählt
Die 36. Jahres- und Arbeitstagung des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen (VDF) Region Süd wurde in diesem Jahr vom 16. – 17.09.2010 vom Theater Donauwörth e.V. ausgerichtet. Dazu kamen 110 Mitglieder und Vorstände von 52 nichtprofessionellen Freilichtbühnen aus ganz Süddeutschland. Am Tagungsort, dem Blumenhotel in Rain/Lech, konnten die Teilnehmer eine umfangreiche Fotoausstellung der Donauwörther Freilichtbühne bewundern.
Die Ziele des VDF, der in die Region Nord (39 Bühnen ) und Süd (52 Bühnen) untergliedert ist, sind das Freilichtspiel durch gemeinsame Interessenvertretung, Spiel- und Stückberatung, überrregionale Öffentlichkeitsarbeit, Kontaktpflege, Organisation von Aus- und Weiterbildung und qualifizierte Jugendarbeit zu fördern – und das alles auf ehrenamtlicher Basis.
Durch die ehrenamtliche Arbeit konnten die Bühnen des VDF 2009 insgesamt 900.000 Zuschauer unter freiem Himmel mit ihren Darbietungen unterhalten.
Umfangreiches Fortbildungsangebot geboten
Den 110 Teilnehmern an der Arbeitstagung wurde ein umfangreiches Fortbildungsangebot zur Verfügung gestellt. In 5 Workshops wurden den Maskenbildnern der Vereine die Herstellung von Glatzen beigebracht, für Schauspieler ein Kurs über Status und Beziehungen von Charakteren auf der Bühne angeboten, Kostümbildner über die Geschichte der Leibwäsche aufgeklärt und Bühnenbauer über Arbeits- und Veranstaltungssicherheit informiert. Außerdem wurde im Lehrgang Bühnentechnik über die Auswirkungen der neuen Frequenzzuweisungsverordnung für die Amateurbühnen mit Funk(mikrofon)betrieb aufgeklärt. Die bisher für Amateurveranstaltungen freigegebenen Frequenzen wurden vom Bund an Internetanbieter verkauft und dürfen ab sofort von diesen genutzt werden. Zusätzlich sind die Frequenzen ab 2015 für Amateurveranstaltungen gesperrt, was dazu führt, dass die betroffenen Amateurbühnen komplett neue Funkanlagen anschaffen oder, wo möglich, diese umrüsten müssen.
Den Abschluss des ersten Tages bildete nach dem Abendessen ein gemütliches Beisammensein zum Austausch unter den Mitgliedern der einzelnen Bühnen. Für Unterhaltung sorgte Jürgen Lechner zusammen mit Bernd Zoels und Stephan Geist die ein humoristisches Programm zum Besten gaben, sowie die Truppe des „Schwarzen Theaters“ um Melanie Dötsch, alle vom Theater Donauwörth e.V.
Jahrestagung mit Neuwahlen
Neben der Arbeitstagung fand am Sonntag satzungsgemäß die Jahrestagung des VDF Süd statt.
In seiner Eröffnung lobte der aus Altersgründen scheidende 1. Vorsitzende des VDF Süd, Ludwig Hoffmann, die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen dem Theater Donauwörth und der Stadt Donauwörth selbst, sowie das Engagement, mit dem die Stadt Donauwörth hinter „ihrer“ Amateurbühne steht und diese unterstützt.
Die Grußworte von Donauwörths OB Armin Neudert an die Teilnehmer der Jahrestagung, bei denen er auf die herausragende ehrenamtliche Leistung der Amateurbühnen einging, leiteten dann den offiziellen Teil der Sitzung ein.
Bei den anstehenden Neuwahlen stellten sich zwei der bisherigen Mitglieder des Vorstands nicht mehr für ihr Amt zur Verfügung. Ludwig Hoffmann schied auf eigenen Wunsch nach 6 Jahren als 1. Vorsitzender aus dem Vorstand aus, ebenso die bisherige Kassenführerin.
Der neue Vorstand wurde für 3 Jahre gewählt und setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Wolfgang Schiffelholz ist neuer 1. Vorsitzender, 2. Vorsitzender bleibt Lars Sörös-Helfert von der Freilichtbühne Heidenheim. Jürgen Krämer von der Freilichtbühne Neuenstadt ist Schriftführer und Bärbel Mauch vom Naturtheater Reutlingen hat die Kassenführung inne. Sascha Diener, ebenfalls vom Naturtheater Reutlingen, zeichnet auch weiterhin für die Jugendarbeit im Verband verantwortlich.
"Ein Verband ist wie eine große Familie"
In seiner Antrittsrede bedankte sich Wolfgang Schiffelholz für das Engagement des scheidenden Vorsitzenden Hoffmann während der vergangenen Jahre und betonte, dass er sich für seine Amtszeit eine ebenso familiär-freundschaftliches Verhältnis bei den Freilichtbühnen im VDF wünsche, wie es bisher der Fall war. Er wies darauf hin, dass nur in einem Verband umfangreich Wissen zum Vorteil aller gebündelt, ausgetauscht und eingebracht werden könne. Auch der Austausch von Requisiten und Kostümen unter den einzelnen Bühnen sei eine Folge guter Verbandsarbeit. Er kündigte an, ein starkes Augenmerk auf die Jugendarbeit im Verband zu legen. Nur die Nachwuchsförderung und der Aufbau einer aktiven Theaterjugend kann die Zukunft der einzelnen Bühnen sichern.
Die 36. Jahres- und Arbeitstagung des VDF Süd war eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der die Teilnehmer ihr Wissen ausbauen und die guten Beziehungen unter den Mitgliedsbühnen gefestigt werden konnten.



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