100köpfiger Chor unter Leitung von David Thomas im Notenkessel

  Donauwörth: Evang. Christuskirche Donauwörth | Das Rot knallt von über 100 strahlenden Gesichtern und 200 leuchtenden Augen – von den Hemden mal ganz abgesehen – als das zweite Konzert der Reihe „Donauwörther Notenkessel“ startet.

David Thomas, der Gospelsänger, der Musicalstar, „die Stimme“ der deutschen Gospelwelt ist zum siebenten Mal in Donauwörth zu Gast und lässt sein Publikum garnicht erst zum Zuhören kommen. Er stimmt gleich am zweiter Position ein Gospelmedley an mit „Amen“, „Down by the riverside“ und vielen mehr. Ein schwermütig hoffnungsvoller Song folgt: „What more can Jesus do“. Er starb für uns. Er hilft uns. Chorfans freuen sich, mal die Chor-Bass-Stimme so richtig rauszuhören. Thomas lässt Menschen aus dem Chor ans Solo-Mikrofon. Hier Beate Zandt.

Oder Birgit Zinner bei „Stay with me“ und „Deep river of love“, zwei Songs von Helmut Jost und zwei Songs, die bereits vor 15 Jahren hier in der evangelischen Christuskirche gesungen wurden. Dieses Konzert ist das Abschlusskonzert eines dreitägigen Seminars und es ist das Fünfzehnte in Reihe. Beim ersten erklangen bereits diese Lieder und auch damals einstudiert von David Thomas. Dieses Wiedersehen zum Jubiläum war vom Organisator und Kirchenmusiker Hans-Georg Stapff bewusst so eingefädelt worden.

Die neuen Songs wurden geschrieben von David Thomas oder von seinem Bruder Tyndale Thomas aus Manchester, der ebenfalls schon in Donauwörth zu Gast war. „Where you are is heaven“ - Wo du bist ist der Himmel – mit Solo von Andrea von Mackensen – ist so ein Song. „Tickin' away“ hingegen klingt afrikanisch, dazu passend die leicht tanzende Choreografie des Chores.

Der zweite Konzertteil lässt uns nochmal „alte“ Songs hören. „This Train“ von Tyndale, schon oft hier gehört, weil einfach gut und plastisch. Solo hier Michael Fischer und Ronja Sensche. Dazu mit Sonja Fischer „Light a candle in the dark“ - Zünde ein Licht in der Dunkelheit an. Ein ruhiger Song, der durch die dezente Reggae-Begleitung am Klavier jedoch abfährt wie d'Sau, sorry.

Dirk Benner, wohnortmäßig ein Nachbar von Thomas in Bochum, ist ein sehr einfühlsamer Pianist an diesem Abend. Er gibt jedem Song seinen eigenen Groove, bettet ihn, trägt ihn und lässt doch immer und nur dem Chor den Vortritt. Mehrere Soloteile in den Songs zeigen jedoch sein pianistisches Können und seine Treffsicherheit. Grade auch bei den Solo-Liedern, die David Thomas präsentiert hört man das einfühlsame Zusammenspiel der beiden Profimusiker.

In zwei großen Solo-Liedern aus eigener Feder zeigt Thomas seine große Gospelstimme, seinen Stimmumfang, sein einzigartiges Timbre, seine Power und seine Zärtlichkeit. Herausragend ist „The Message is love“. Kinder sterben, Eltern weinen. Sie brauchen Liebe. Eine ergreifende Thematik liebevoll ergreifend dargebotenmit Kolloraturen in den höchsten Tönen.

In zwei Songs darf nochmal das Publikum mittun und tut es nur zu gerne. Einmal der Gospelklassiker „O happy day“ und vorher „Friends of God“. Von wem ist dieser Song? So einfach und doch so groß! Zu erwähnen bleibt noch „Brighter Day“. Ein ruhiger Chorsong, der Alt hat das Thema, der zum Schluss dann groß aufbaut und prächtig endet. Zauberhaft auch die Zugabe mit einer Vertonung des Vaterunser-Gebetes mit einer gregorianisch anmutenden Einleitung, bevor es zu tanzen beginnt und in ein „Gloria“ mündet.

Applaus und Standing Ovations für einen brillianten David Thomas als Leiter und großer Sänger, für einen einfühlsamen lebendigen Dirk Benner am E-Piano, für die Solisten aus dem Chor heraus und natürlich für diese Begeisterung der über 100 Sängerinnen und Sänger, allesamt Teilnehmer dieses dreitägigen Gospelseminars im „Donauwörther Notenkessel“.
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