Das Elterntaxi bleibt stehen - Aktionswoche „Ohne Auto zu Schule und KITA“

Zu Fuß unterwegs zur KITA Schneegarten bei der ersten Aktionswoche im Mai 2014 (Foto: KITA Schneegarten)
Viele gute Gründe sprechen dafür, den Weg zur Schule oder zur Kindertagesstätte zu Fuß zurückzulegen: Weniger Verkehrschaos und weniger Umweltbelastung, dafür mehr Sicherheit für die Kinder und mehr Zeit für Familien. In Donauwörth und Asbach-Bäumenheim ruft eine Aktionswoche vom 15.6. bis 19.6. dazu auf, das „Taxi Eltern“ öfter mal stehen zu lassen.

„Die Aktionswoche soll den Anstoß dazu liefern, dass unsere Kinder gemeinsam zu Fuß, mit Roller oder Fahrrad zur Schule oder zur Kindertagesstätte kommen“, meint Sieglinde Schönherr, Familienreferentin in Asbach-Bäumenheim. Mit vielfältigen Aktionen werden die Kinder auf die Aktionswoche eingestimmt. „Wir werden beispielsweise auf dem Verkehrsübungsplatz trainieren“, erzählt Gabi Finze, die Leiterin des Kindergartens Maria Immaculata, „als Lohn gibt es dann den Asbach-Bäumenheimer Laufradführerschein.“ In den gemeindlichen Kindergarten kommt die Verkehrswacht, es werden Verkehrslieder gesungen und Ampelbrote geschmiert. In der Schule unterstützt der Elternbeirat die Aktion, u.a. kommen zwei riesige Ampelmännchen zum Einsatz.

In Donauwörth beteiligen sich wieder die Mangold-Grundschule und die Mädchenrealschule St. Ursula. Sibylle Lutzkat und Peter Müller, den beiden Schulleitungen, ist es seit langem ein Anliegen, die gefährlichen Verkehrssituationen durch den Bring- und Holverkehr im Spindeltal zu vermeiden. Neben einem „Appell“ an die Eltern sind auch mehrere Aktionen mit den Schülerinnen und Schülern geplant.

Auch der städtische Kindergarten Schneegarten will das alltägliche Verkehrschaos reduzieren. „Unsere Kinder sollen aber auch frühzeitig lernen, Spaß am Laufen zu haben und dabei schonend mit der Umwelt umzugehen“, beschreibt Gabriele Vaas ein weiteres Ziel dieses Projekts.

Die Leiterin des Kindergartens ergänzt: „Bewegung und frische Luft sind positive Begleiterscheinungen - Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, tun also etwas für Ihre Gesundheit.“

Unterstützung erfährt die Aktion u.a. durch die Verkehrswacht und durch das Lokale Bündnis für Familie Donau-Ries. Zwar schlummerte die Idee „Autofrei zu Schule und Kindergarten“ schon seit einiger Zeit in den Köpfen der Beteiligten. „Aber den Kick für die Umsetzung lieferte letztendlich das Bündnisprojekt ‚Zeit für Familie‘“, verrät Bündniskoordinator Günter Katheder-Göllner. Denn dort wurde - neben vielen anderen Lösungsvorschlägen für „mehr Zeit für Familie“ - ein ganz einfacher Gedanke formuliert: Wenn Eltern ihre Kinder nicht zu Schule oder Kindergarten bringen müssen, bleibt ihnen Zeit für andere Dinge – egal ob Familie, Freizeit oder Beruf.

Die Akteure in diesem Projekt hoffen zukünftig auf viele Nachahmer im Landkreis Donau-Ries. „Für mich ist das eine tolle Sache, bei der es eigentlich nur Vorteile gibt“, zeigt sich auch Landrat Stefan Rößle begeistert von dem Vorhaben. Und wenn so viele gute Gründe dafür sprechen, dann wäre es doch schade, wenn zukünftig nur in Donauwörth und Asbach-Bäumenheim Papas und Mamas morgens zu hören bekommen: „Du kannst das Auto in der Garage lassen, ich geh‘ zu Fuß!“.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.06.2015 | 16:24  
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Johanna M. aus Stemwede | 10.06.2015 | 23:41  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 11.06.2015 | 01:58  
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